Kategorie: Musik

Operette, Schlager und Volksmusik kommt hier nicht als Thema vor

Dreaming Dead

Neben Gojira und Kreator habe ich noch einen dritten Favoriten im Metal: Dreaming Dead aus LA. Alle drei haben neue CDs herausgebracht, wobei von Dreaming Dead nur die mp3-Version erhältlich ist von ihrer Webseite. Dreaming Dead besteht im Kern aus einem Schlagzeuger und einer Gitarristin. Auf der Bühne kommt noch eine Gitarristin und ein Basser dazu.

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Unersätzlich

Heute wäre Frank Zappa 71 Jahre geworden.
Er ist die „…Intelligenzbestie, das Universalgenie, der Zehnkämpfer unter den Rock-Matadoren. In allen Disziplinen ist er zu Hause, in allen Sparten beweist er seine Meisterschaft mit kreativen Höchstleistungen. Ganz oben auf dem Siegertreppchen thront er auf dem Rock-Olymp.“ (Volker Rebell, Frank Zappa. Freak-Genius mit Frack-Habitus, in Rocksession 1, Reineck bei Hamburg 1977, S. 233)

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Fotoalbum: 1998/99: Live-Musik

Live-Musik gab es in der Vowi in den ersten Jahren seit der Gründung 1997 öfters, denn ursprünglich wollten wir eine Musikkneipe aufmachen. In meiner Erinnerung war es damals viel lauter, als heute. Wie hatten vorne im Gastraum später hinten ein Klavier stehen, wo einmal die Woche gespielt wurde. Manchmal machten andere mit. Manchmal gab es Ärger, weil es nicht allen gefiel und es wie gesagt, recht laut war. Von wem die Fotos sind, weiß ich nicht mehr genau:
entweder Ninas (unsere ehemalige Kollegin) Papa Volker Luley oder Ninas Exfreund Sven Bratulic.

Neben den Auftritten von „3/4Weich“, sowie Ralles und Daniels Combo „“ waren diese anfänglichen Sessions die einzigen musikalischen Darbietungen. Gesungen wird natürlich immer mal wieder bei entsprechenden Pegel. Auch wird ganz gerne bei größeren Feiern akustische Gitarre gespielt. Live geht leider wegen der Lautstärke für die Nachbarschaft nichts mehr.

um 1998/99 Live-Muik in der Vowi

[flickr]set:72157628302854441[/flickr]

 

Wer sang dies?

Und durch die Halle geht ein Mann
seriös und akkurat
er ist das Superschwein
vom Kinderkillersyndikat
und im Koffer zwei Kilo Winterlandschaft
für die tödlichen Weihnachtsfeiern
seine Weste so weiß wie Schnee
und er fährt mit dem lntercity
bis Brown-Sugar-Town
1. Klasse TEE

1.jpg

Was zum Mitsingen

Was macht einen guten Liedchen aus?
Vielleicht eine gute Melodiefolge, Eingängigkeit, Wiedererkennungswert, einprägsame Worte und noch die ganz besondere Würze nicht zu vergessen.
Ich habe zwei Vorschläge. Zufälligerweise sind es eher ein wenig härte Sachen. Bei beiden Liedern gefällt mir die Stelle am meisten, wenn die Sänger schreiend mit überschlagener Stimme einen Vers wiederholen.

Down
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In Flames
[youtube http://www.youtube.com/watch?v=4T1_f8XAItI]

zirka 1973-1984 Hans-Eisler-Straße 1

Nicht weit weg von der Vowi im Westend wohnen Sven Väth, Leander, AB, Knut, aber auch Heiner Goebbels. Er ist der Frankfurter Komponist zwischen Jazz und Neuer Musik, der jahrelang Heiner Müller-Texte vertonte. Seine Motivation sich für Musik zu interessieren entsprang, aber der Werke von Hans Eisler. Ich habe in Leipzig in der Hans-Eisler-Straße gewohnt. Er ist der Komponist der DDR-Nationalhymne. Alles in allem reicht dies schon, um ein Stoßgebet gen Himmel zu senden, um sich zu freuen ihn nie wieder zu hören. Aber Heiner Goebbels und dem Ensemble Modern sei Dank wird Hans Eisler umarrangiert, collagiert, ironisiert, stilisiert, wiedergegeben und entsteht so in einem neuen Licht.
Einhören

Hazmat Modine

Auf gut Glück hatte ich eine CD aus der Stadtbibliothek ausgeliehen. Das Cover erinnerte mich irgendwie an Folk- oder Weltmusik. In Wirklichkeit grooven hier mehrere eher ältere New Yorker in ungewöhnlicher Besetzung (u.a. Tuba, Mundharmonika) auf der Grundlage des Blues gemischt mit Reggea, Bluegrass und viel Virtuosität. Was wie ein Poutpourri beliebter Stile erscheint, schmeckt nach Trüffeln tief im Blues: erdig, feucht, furchtbar alt und trotzdem rotzfrech.
Im April erscheint die neue CD von
Hazmat Modine „Cicada“

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=maa8Dx5upu8&w=460&h=365]

Der singende Neanderthaler, nicht aus einem Dorf bei Düsseldorf, sondern aus Essen

„Wollt ihr euch gegenseitig umbringen?“ schreit Mille, Chef der Essener Trashmetal-Band „Kreator“ mir in der gut gefüllten Gießener Messehalle als Ankündigung eines der Klassiker aus den 80ern (ich habe vergessen welcher, vielleicht „Extreme Aggression“, „Endless Pain“ oder „Pleasure To Kill“) entgegen.
Natürlich nicht, denke ich -wobei, wenn ich meinen Vordermann anschaue, dessen optische Biederkeit (sein Bart ist wie ein Atoll um seinen Mund gewachsen und erinnert mich an irgendetwas) nur durch seine Kutte mit Stickern von vor zwanzig Jahren und einem Lautern-Wappen hintergangen wird und der ständig hektisch entweder an seinem Bier nippt, sich versucht zu unterhalten, genau vor mir bangt oder mittels Teufelsgruß den gestreckten Arm der Band entgegen streckt, komme ich ins Grübeln.
Und noch mehr komme ich ins Grübeln, wenn ich die vielen Armeehosen und die prassenden schweren Schuhe dazu sehe. Die Haare des fast zu 90% ausschließlich aus Männern bestehenden Publikums werden weniger: erblich bedingter Haarausfall. Gut, habe ich auch, damit muss man leben, denke ich weiter. Aber wie kann auf den Metal-Kutten, der FC Bayern neben Manowar auch Iron Maiden oder Slayer glänzen? Ich weiß, alle gehören zu den ganz Großen ihrer Branche, sind in ihren politischen Aussagen (außer Iron Maiden) sehr konservativ und machen es mit Aktien (Iron Maiden Ende der 90er mittels einer Anleihe und der FC Bayern mittels Anteile an Adidas), aber musikalisch gibt es große Unterschiede. Gut, denke ich wieder: Hier sind wir ja alle Brüder und eine paar weniger Schwestern, die Bier trinken, keinen Bock haben. am Sonntag zu den Eltern zum Mittagessen zu gehen und sonst einfach gut drauf sind und immer wieder gerne in das rhythmische Hey, Hey, Hey der Sänger einstimmen.
Vier Bands (Suicidal Angels, Death Angel, Exodus, Kreator) spielen für 30 €. In erster Linie Männer in den Vierzigern. Der Sound ist mäßig. Es ist nicht zu laut, aber dafür das Schlagzeug. Immer wieder verzerren die kleinen Trommeln. Die beiden Gitarren ergänzen sich nicht wie auf den CDs. Sie „breien“ sich wie dicker Milchreis zu. Den Bass konnte ich nur an Stellen hören, wo er alleine spielt. Der Gesang ist eine Art Schreien. Ich verstehe nur Bruchstücke.
Die Ansagen bestehen daraus, dass Gießen begrüßt wird, ob alle noch da sind und dass heute hier mit diesem Publikum das geilste Konzert der Tour 2010 ist.
Ich kann die Lieder kaum unterscheiden. Die CDs der Band sind viel besser. Hier erkennt man die Struktur, hier ist die Dynamik da und hier erkennt man eine Dramaturgie. Auf dem Konzert geht alles unter, wie ein Topf mit Nudeln, der bei zu heißer Flamme überkocht und in dem schließlich kein Wasser mehr ist.
Zu ersten Band war ich zu spät. „Death Angel“ erschienen mir am musikalisch vielseitigsten, „Exodus“ war am aggressivsten, „Kreator“ hatte noch den besten Sound, eine gewisse Bühnenshow, aber mit weitem Abstand die peinlichsten Ansagen.
Was bleibt von Sex and Drugs and Rock and Roll:
Erstes kaum zweigeschlechtlich möglich, da keine Frauen da sind, Bier war ausreichend vorhanden, und Musik klingt in meinen Ohren anders. Ich habe Metal auch schon mit gutem Sound gehört, und ehe man nur Schwachsinn erzählt oder die billigsten Rituale bedient, dann kann auch alle Lieder ohne Pause spielen.

„The Singing Neanderthals: The Origins of Music, Language, Mind, and Body“
von Steven Mithen
ist übrigens ein Buch über die Entstehung von Sprache und Musik bei uns Menschen, dem Homo sapiens – einer meiner Weihnachtsempfehlungen. Dazu später mehr.

Ich mag wie die Dingsda fliegen

Captain Beefheart alias Don van Vliet ist gestorben. Mitte der 60iger bis 1982 veröffentliche Captain Beefheart and his Magic Band zwei Hände voll Platten, die ihrer Zeit weit voraus waren und bis heute in meinen Augen zeitlos dastehen. Eine Mischung aus Blues, Punk und Free Jazz umrahmt von dem Stimmenorkan des Captain ergaben eine Mischung, die es so nirgendwo gegeben hat. Nur sein in eine Art Haßliebe verbundener Exmitschüler, Bandkollege und Nachbar Frank Zappa wußte um die Genialität und produzierte 1969 bei voller künstlerische Freiheit die vielleicht beste Platte des Captain „Trout Mask Replica“.

Zwei Videos habe ich gefunden:
Einmal 1971 in der oben beschriebenen Mischung.
[youtube http://www.youtube.com/watch?v=eFMjztFBSzM&w=460&h=365]

Und eines 11 Jahre später – das Titelstück des letzten Albums als ein Beispiel, was gefälliger scheint:
[youtube http://www.youtube.com/watch?v=iqRHr5pEIFU&w=460&h=365]