Petite Cuisine, 19.05.22

Die Siegerversion.
Die Scherben von gestern werden aufgekehrt und weiter geht’s.

…Ein eher harmloser Ball in unseren Reihen sollte nach hinten zum Mitspieler oder in den Rückraum per Kopf verlagert werden. Der Flug des Balls geriet zu lang. Ein wendiger Gegner erahnte dies und war schon unterwegs zum Ball in Richtung Tor, wo nur unser Adonis-Gleiche sich ihm in den Weg stellen konnte. Unsere zahlreich vorhandenen Spieler waren zu weit weg, und der eigentliche Empfänger des sicher geglaubten Kopfballes musste feststellen, dass der Ball in luftiger Höhe für ihn zu lang geriet, der Gegner losgelaufen war und ihm nur blieb, dem Gegner hinterher zu rennen, vielleicht zu grätschen, auf jeden Fall ihn irgendwie zu stören. Dazu kam es nicht. Unser Man stolperte im Antritt und fiel. Der Gegner ließ sich nicht von der Schönheit unseres Torhüters blenden und schob den Ball gekonnt ein. Das Tor kann man als Fehlerkette mit Slapstick-Einlage, als selten dämlich, als typisch für diese Spieler, nicht bundesligareif, unwürdig einer Mannschaft, die Barcelona geschlagen hat, beschreiben.
Stimmt irgendwie, dennoch ohne Substanz und interessiert vor allem niemanden mehr, denn, wer lässt sich schon vom Teufel verführen, wenn er an die Eintracht glaubt und mit Ambrosia, von den Engeln gesandt, versorgt wird.

Petite Cuisine, 19.05.22

Die Verliererversion.
Die Scherben von gestern werden aufgekehrt und weiter geht’s.

Als Eintracht-Fan bin ich immer in stiller Hoffnung, allerdings mit schwankenden, teilweise blasphemischen Glaubensbekenntnissen. Ohne Beichtstuhl seufze ich diese dem Fußballgott und seinen Engeln entgegen. Der da oben hört sich das alles recht gleichmütig an. Er kennt seine Gemeinde. Die Strenggläubigen mag er natürlich mehr. Ein wenig zaudern oder hadern dürfen allerdings alle. Nur wenn eines seiner Gebote missachtet wird, dann straft er durch eine Niederlagenserie, Abstiege oder Insolvenz. Oder aber, er schickt einen Engel, der den womöglich vom Glauben Abfallenden mit strengen Worten an sein Bekenntnis erinnert. Hier in der Kneipe, ich war dabei, ist dies in Form des Wirtes letztens wirklich passiert. Auf einmal aus dem Nichts, mahnte er, vehement einem anderen gegenüber, der gerne das Spiel und die Laufwege unserer Mannschaft sehr kritisch sieht, das sprichwörtliche Bekenntnis zum Glauben gerade im Zweifel nicht zu verlieren, an.
Was wird ein Zweifler, Meckerer, Pessimist, welcher selbst das Glück für ein Augenaufschlag des Teufels hält, gestern in Minute 56 gedacht haben…

Tic Tac Thurk

0-4

Heute ist der letzte Spieltag, der – so mir berichtet – spannendsten 2. Liga aller Zeiten.
Ab 15.00 ist geöffnet.

Natürlich werden alle Spiele der Relegation der 1. und 2. Liga, das Pokal- und das Championsleague-Endspiel gezeigt.

Wenn ich bei der Eintracht im Vorstand sitzen würde, hätte ich folgende Aufgabe gestellt, um in den Los-Topf einer Eintrittskarte für das Endspiel am Mittwoch zu gelangen. In heutigen Zeiten eine schnell zu erledigende Sache. Früher ohne Internet nicht einfach. Entweder man war dabei oder sammelte alle Ausgaben vom Kicker, nachdem man ihn zwei Mal die Woche von vorne bis hinten gelesen hatte oder man arbeitete oder arbeitet in der Vowi. Dort hört man sich die Gespräche, gerne Montagnacht, von mindestens drei Experten (Dr. „Trommelwirbel“, Dr. „Vowärts“, Dr. „Endlich vernünftige Leute“ an (ein vierter war dabei, ist allerdings mittlerweile rotgesperrt und möglicherweise in der Pampa verschwunden). Unterstützt anwesenden Journalisten der FNP und des Kickers würde jeder der drei die Aufgabe locker lösen, behaupte ich.

Wie lauten die Nachnamen der unten aufgelisteten Vornamen der Spieler der Mannschaft vom 01.01. bis zum Ende der Saison im gleichen Jahr.
In dieser Zeit hat die Eintracht in der 1. Liga, dazu international, im DFB-Pokal gegen Kickers Offenbach und im Riederwald (Foto eines Spielers vom Spiel, aufgewachsen im Gallus) ein Testspiel gegen die Mannschaft, deren späterer Trainer die Eintracht beinah sehr erfolgreich trainiert hat und gestern verkündete, erstmal Urlaub zu machen.

Oka…, Patrick…, Christoph…, Aleksandar…, Michael…, Benjamin…, Albert…, Marcel…, Markus…, Michael…, Jermaine…, Alexander…, Christoph…, Daniel…, Ioannis…, Naohiro…, Markus…, Christopher…, Marco…, Sotirios…, Jan…, Chris…, Benjamin…, Mounir…, Faton (Danke AB!)…, Marko…

Petite Cuisine, 12.05.22

Unser Leben:
Eingeklemmt zwischen Eventisierung des Alltags als zu feiernde gelebte Vergangenheit (Plakat),
inszeniert von einem der Großen im Außenwerber-Markt (Ströer),
konterkariert durch einen Aufkleber der Eintracht Ultras als „Wegmarkierung“.
Den Platz dafür, um Zigaretten (ohne Zusatzstoffe), die Geldbörse (Spezialanfertigung aus Köln, die es nur gegenüber der Vowi gab) und frische Brötchen (am Internationalen Kampftag der Arbeiterklasse) abzulegen, gibt der Frankfurter Energieanbieter. Die fehlende Sonntagszeitung ist mittlerweile digital.
Alles verfließt oder es herrscht Stille, wie nachts, wenn die Stühle in der Kneipe hochgestellt werden.

Cuisine du dimanche, 29.05.22

Der Sonntag wird schön!
Cuisine du dimanche –
Ein paar Kleinigkeiten bei normalen Kneipenbetrieb
Fab bereitet einen sonntäglichen Mittagstisch zu
(kleines Menü zu etwa 20,-)
Sonntag, 29.05.22, ab 11.30 Uhr

geplant:
> Spargel-Salat mit frischen Rucola, Parmesan und Tomaten
> Minuten-Steak vom Rind (kein Bio > zu teuer) mit selbst gemachten Pommes und Grüne Soße-Kräuterbutter
Vegetarische Variante: Kohlrabi-Steak mit selbst gemachten Pommes
> Tonka-Eis mit frischen Erdbeeren