Kategorie: Bewegungen

Sportive Sachen -eigentlich Fußball-

Vowis & Legionäre

Am Sonntag-Nachmittag trafen sich die Vowis & Legionäre (Annabelle, Nadja, Vera, Leander, Karsten, Che, Joni, Andi, Didi, Ingo, Fleischpeitschen-Freund, Sven und viele ihrer Gäste (Olli, Haval, Hans, Boris, Kai, Veit, Henning, Niko) und Fans (Nobert, Christian, junge Geologinen, Michael, Frank, Willi, Kathi, Elo plus Mann, Claudia, Ramona) im Grüneburgpark. Ein Fußballspiel sollte als kleiner Ersatz herhalten für das geplante Straßenfest, welches nicht stattgefunden hat, da die Vorbereitungszeit zu knapp bemessen wurde. So trafen sich die Vowianer bei angenehmem Wetter, Bier und Apfelwein (Danke an Didi) und spielten 1 1/2 h Fußball. Alles war sehr entspannt und freundschaftlich. Die Vowi-Gäste nahmen einen Gang raus, da auch Joni (Karstens 8jähriger Sohn) mitkickte. Anfänglich hätte man denken können, dass die Vowi-Mannschaft unterlegener sei. Aber das vowische Dreieck (Didi-Ich kicke nur einmal im Jahr!-, Sven -Ich spiele am besten hinten!- und Andi-Ich bin eigentlich nicht so gut!-) zeigten beeindruckenden Kombinationsfußball. Bei den Vowi-Gästen fiel Hans auf, als er an Spielern und Feld vorbei rannte in einem herrlichen Solo – leider war dann der Ball schon aus. Michi Reeg, der Schiri, hatte das Spiel im Griff. Allerdings weiß ich nicht mehr, ob das Spiel unentschieden 2-2 oder 2-3 für die Vowi-Gäste ausgegangen ist. Wir möchten uns noch mal ausdrücklich bedanken bei allen Supportern Didi (Matsch & Brei), Che (Transport), Claudia und Joni (Transport und Fotos) und bei Euch, Ihr Vowianer für Euren Einsatz – es war ein schöner Tag!
(Fototechnisch gab es einige Probleme, da die digitale Kamera zu langsam ist, um Schnappschüsse zu machen und man das Objektiv nur mäßig zoomen kann, so daß Nahaufnahmen nur möglich geworden wären, wenn sich Claudia direkt vor das Objekt gestellt hätte, was natürlich nicht ging.)

Wie man sich täuchen kann und trozdem der Größte bleibt

Jan Ullrich der Gigant der Tour!
1996 2. Platz
1997 1. Platz
1998 2. Platz
2000 2. Platz
2001 2. Platz
2003 2. Platz
2004 Wir werden sehen!

Die Vowis (hinterm Tresen, Zulieferer und Zukünftige und eingekaufte Superstars aus Südhessen) rufen die Vowi-Gäste zu einem Fußballspiel auf. Am Sonntag, dem 17. August 15.00 Uhr im Grüneburgpark. Es soll zweimal eine halbe Stunde gespielt werden (Sieben gegen Sieben oder Acht gegen Acht), ein- und ausgewechselt werden kann immer. Bei Unentschieden gibt es Siebenmeterschießen. Michi Reeg wird der Schiedsricher sein. Die Regeln können ein wenig abweichen vom Üblichen. Mit Ketchup und Jägermeister muß gerechnet werden. Wer Mut hat, soll kommen! Wir sind da!

Das Vowi-Tippspiel Saison 2003/04
fängt am 1. August an. Die Formalien sind im wentlichen gleich. Die Änderungen sind per Mail bekanntgegeben und stehen auf den Tippseiten.

David Sylvian, der Exsänger der britischen Band „Japan“, kommt nach über fünfzehn Jahren wieder nach Deutschland. Und ich möchte Euch dieses Konzert wirklich ans Herz legen. Ein wirkliches Ereignis, auf das seine Fans seit Jahren gieren. Obwohl der Ausdruck gieren zur Musik und zum Auftreten eines David Sylvian überhaupt nicht paßt. Ruhe, Klarheit, lange Spannungsbögen, ein Schlagzeug auf Wesentliches beschränkt, eine Basslinie, die im Raum verdampft und dazu die vibrierende Bariton-Stimme von David Sylvian geben seiner Musik eine außerordentliche Schöhnheit und dabei eine Tiefenschärfe, die in einer spirituellen Ebene endet. Manche würden hierbei auch esoterische Langeweile spüren oder sich an Endlos-Loops, die man auf einem Bahnhof hören kann, erinnern. Ich halte dagegen. In seinen Liedern wird weggelassen. Hier ist weniger mehr als alles. Hier entstehen musikalische Kathedralen. Am 1. Oktober spielt er im Mozart-Saal in der Alten Oper. Auf seiner „Fire In The Forest Tour 03“ wird er mit Steve Jansen (drums, perc) and Masakatsu Takagi (visuals) auftreten. Sein aktuelles Album „Blemish“ gibt es nur als Import-CD oder bei ebay. Ende September wird David Sylvians Label Virgin einige seiner ersten Solo-CDs und diverse „Japan“-Veröffentlichen neu auflegen (mit Bonustracks, neuer Verpackung usw.). Bei Amazon kann man sie bereits vorbestellen.
offizielle Homepage

In der Vowi verkehren viele Wagnerjaner. Sie alle kennen die Lieder zum Mitsingen, Mitsummen, Mitweinen, wie den Hochzeitsmarsch aus Lohengrin, das Vorspiel aus Rienzi oder Parsival, den Walkürenritt aus der Walküre, den Trauermarsch aus der Götterdämmerung usw. Und wenn Angela Merkel (O-Ton-Fischer: Das Merkelchen) zu Robbie Williams geht, warum können dann nicht ein paar Vowianer nach Bayreuth gehen, um bei ihren Lieblingsmomenten sich verschähmt eine Träne wegzuwischen. Der alternde Regent in Bayreuth führt zum Rundumschlag aus. 2004 wird Christoph Schlingensief den Parsival inzenieren, und 2006 gibt es endlich einen neuen Ring unter der Regie von Lars von Trier. Da kommt keine Langweile auf. In diesen Endlos-Stücken, die schon im ersten Akt zum Einschlafen animieren. Hat jemand Lust mitzukommen?
die offizielle Seite der Bayreuther Festspiele
Richard-Wagner-Museum

IM Vowi

06. Juli 2003

Für alle Tour de France – Fans zeigt die Vowi am nächsten Wochenende (12. und 13. Juli) die erste und die zweite Bergetappe in den Alpen. Hier kann sich sehr viel entscheiden. Hier geht es um’s Prestige. Hier wird am Mythos geschwitzt. Die Etappe am Samstag von Lyon nach Morzine gilt noch nicht als die ganz schwere Bergetappe in den Alpen. Dennoch gibt es unter den vier Bergwertungen zum Schluß einen Berg der höchsten Kategorie: lässige 14,3 km mit 6,9 % Steigung. Möglicherweise ein Appetitanreger auf die Etappe am nächsten Tag. Diese gilt als Königsetappe. Sie führt von Sallanches nach L’Alpe d’Huez. Hier gibt es nur drei eigentliche Bergwertungen. Doch ist zum einen der 18,5 km lange Anstieg auf den Col du Galibier und das Ziel L’Alpe d’Huez dabei. Wer auf diesen 1850 m hohen Berg mit dem Rad rauf will, muß den 14 km langen Anstieg mit seinen 8% Steigung meistern. Ab 12.00 Uhr ist an diesen beiden Tagen geöffnet!
Am Samstag können wir uns daneben noch das Freundschaftsspiel Pauli gegen die Bayern ansehen um 16.45 Uhr. Den Frankfurt-Ironman am Sonntag ist natürlich auch möglich. Allerdings sind die Lederers nicht dabei.

Der ICE von Köln nach Frankfurt fährt wirklich die Strecke in weniger als 1 1/4 Stunden. Seine Höchstgeschwindigkeit beträgt 300 kmh. Sehr beeindruckend. genauso beeindruckend, wie der Kölner Dom, die Kölner Mundart und die vielen Smarts in Köln. Am Sonntag war dort, wo 10 % der Einwohner nicht heterosexuell sein sollen, Christopher Street Day. In einem rießigen Umzug mit Tausenden Menschen, vieler lauter Musik, coolen Polizisten und attracktiven Transvestiten ging – so muß man ehrlich sagen- die Post ab. Obwohl natürlich die Tour de France jetzt die höchste Aufmerksamkeit erfordert. (Dank gilt hierbei Joe und Eva, die einem sächselnden Frankfurter die Unterschiede zwischen dem Rheinland, Westfalen und dem Ruhrgebiet versuchten klarzumachen.)

Wie die Tour bietet auch die Vowi ihre endlosen Geschichten und sich daraus bildende Mythen. Und manchmal, wenn man nicht dabei gewesen wäre, müßte man sie erfinden. Welche Geschichten sind nun war und welche gelogen? Ratet!
Schön war, wie Hans und Eggo, die wahrlich nicht auf den Mund gefallen sind, beeindruckt wurden, als Musik-Mischa sein Alter verriet.
Es stellte sich für Karsten die Frage, wie oft man die Eintracht-Abschluß-Konferenz vom letzten Spieltag hören kann. Stefan H. und Jürgen wollten sie hören. Karsten weniger, denn er war im Abschluß seiner Tagesarbeit und schob als Argument nach, daß doch alle dabei gewesen wären und es im Kopf haben müßten. Spätestens als Alexander Schur das 6 zu 3 auf der CD schoß und Karsten die Reaktion der beiden sah, wurde seine Frage beantwortet. Jürgen G. mit einem seligen und glückserfüllten Blick, als ob er die Mutter Gottes gesehen und Stefan H. mit der geballten BB-Faust und einer Körpersprache, die so unabdingbar das schier Unmögliche Möglich gemacht hat, konnten kaum überzeugter wirken.
Sehr gelungen war auch, wie Vera Karsten am selben Abend auf einen Gast hinwieß der Hausverbot hatte. Zuerst verneinte Karsten dem Gast alle Getränkewünsche und als Vera sah, daß er immer noch dastand und weiter nach Bier verlangte, wandelte sich Veras Blick vom Konjunktiv zum Imperativ. Genau in diesem Augenblick entblößte der Gast seinen Mund, welchen er vorher die ganze Zeit mit der Hand bedeckt hielt. Die beiden oberen Vorderzähne fehlten. Eine rießige Zahnlücke klaffte in seinem Mund. Nur noch wenige Worte fielen und er trollte sich.

IM Vowi

01. Juni 2003

Als Karsten Samstagnacht fast am Ende seiner Schicht angelangt war und die beiden einzigsten Gäste am Austrinken waren, ging er vor die Tür, um eine letzte Zigarette zu rauchen. Es war angenhem lau. Feuchter Dunst stieg auf – fast wie im Herbst. Da sah er auf der Kiesstraße einen nackten Mann. Gut gebaut mit Schuhen und einer Art Käppi ging er gemütlichen Schrittes die Straße entlang. Kein anderer sah ihn. War es eine Fata Morgana, war es Gott, war es unser Nachbar aus der J…, war es der Liebhaber der langen Frau mit Hut, war es nur eine dämliche Wette oder war es Erwin Skela?

Niko wird einen Eintracht-Fan-Klub gründen. Als Namen kursieren Beispiele wie Kommando Alexander Schur (anstatt des Maschinengewehres im Original-RAF-Zeichen sollen ein paar Fußballschuhe zu sehen sein) oder Bewegung 25. Mai. Die Essigs, Karsten und selbst Klinki waren sehr angetan und wollen dem Verein beitreten.

Am Samstag, den 14. Juni um 20.00 Uhr zeigt die Vowi die HR-Dokumentation aus dem Jahre 1999 von Wolfgang Avenarius „Eine Diva wird 100. 100 Jahre Eintracht Frankfurt.“
Am Samstag, den 21. Juni um 20.00 Uhr zeigt die Vowi die BBC-Dokumentation „Hooligans“. Darin dreht es sich um die Englische und Italienische Szene.
Auch hat Vera den letzten Spieltag der 2. Liga auf Premiere aufgenommen. Zwar fehlt am Anfang ein wenig, aber die entscheidende Szenen sind alle da. Natürlich werden wir diese Aufnahme auch noch einmal zeigen.

Christian ist Vater geworden. Mika ist der Name seines Sohnes. Alles Gute an die junge Familie!

Glaube an Wunder

Am schlimmsten war vielleicht, daß es keiner mehr geglaubt hat. Petra Roth ist um die 80. Minute gegangen, einige Zuschauer und wir saßen sprachlos, andere wieder apathisch in der Westkurve und ich dachte mir, daß ich auf jeden Fall nächste Saison wieder nach Ahlen fahren würde. Und die Mainzer? Das war doch irgendwie beeindruckend, wie sie in Braunschweig mit vier Toren vorne lagen. Plötzlich sagte einer, daß es 1-4 in Braunschweig stehen würde und Zico Bindewald -in Mario Basler-Art- fuchtelte wie wild mit seinen Armen rum, um die Fans aufzuwecken. Und dann keimte urplötzlich ein winziges Pflänzchen, welches immer größer wurde. Die Zuschauer hatten kaum Zeit zu erwachen aus ihrer Lethargie. Die Eintracht schoß einfach noch drei Tore und war aufgestiegen. Manche weinten hemmungslos. Andere (auch ich) konnten die Glückstränen nicht unterdrücken.
Vielleicht ist das Wunder noch größer als 1999. Zwei eigentlich sehr platte Fußball-Weisheiten haben sich wieder bewahrheitet. Ein Spiel dauert 90 Minuten, und abgerechnet wird zum Schluß. (Und stellt Euch drauf ein, wenn wir ab August die Eintracht samstags oder sonntags auf Premiere sehen werden, daß wir sie volle 90 Minuten sehen werden – auch wenn die Eintracht 5-0 hinten liegt.)

Willie Reimann ist der ungekröhnte König der Eintracht. Meine beiden Favoriten der Saison sind Erwin Skela und Jens Keller. Der Erste ein Schöngeist, der wohl gar nicht planlos spielen kann. Er spielt sich den Weg frei oder setzt seine Mitspieler spielerisch ein. Er ist mein neuer Held. Der zweite ist der mustergültige Profi. Hier verdient er sein Geld, also wird hier gearbeitet. Und nicht ebenso, sondern jede Woche 90 Minuten lang. Er hatte nur ein, zwei schlechtere Spiele, er kann sich nach vorne orientieren. Er ist der Leitwolf. Er steht prototypisch für die aktuelle Eintracht.
Natürlich müßte ich alle anderen auch erwähnen. Jemaine Jones und Alexander Schur, aber ganz besonders. Der Erste ist ein Laufwunder und ungemein aggressiv. Er rennt nach jeden Ball. Entweder er hat ihn oder er grätscht den Gegener um. Der zweite ist einer von uns. Er spielt zu den gleichen Bezügen ab August in Liga 1, wie gestern noch in Liga 2. Er kriegt pro Spiel mindestens eine gelbe Karte oder steht immer kurz davor. Er gröhlt die selben blöden Lieder mit den Fans, wie sie gestern und vorgestern in der Vowi zu hören waren. Er kommt aus Bockenheim und vergißt in der Freude seine Mainzer (Frankfurter) Kumpels nicht.

Nur kurz war ich gestern in der Vowi. Weil Karsten mit seinem Sohn zum Römerberg gehen wollte, blieb ich leider nur mit einem Auge in der Vowi. So konnte ich noch verhindern, daß Knut es bei einem Glas beließ, was er auf die Straße schmiß und Olli T. sich nichts gebrochen hat, als er vom Hocker fiel. Bei der Auseinandersetztung zwischen Kley und Willi war ich zu müde und schon fast vollständig entmaterialisiert. Glücklicherweiße hielten einige Jungs den Streit noch in Grenzen. Dennoch gab es eine kaputte Brille und viel Ärger. Die Vowi bittet (ohne das exakte Wieso? Weshalb? Warum? zu wissen) die beiden Parteien, ihren Streit ohne Alkohol und nach einer oder ein paar überschlafenen Nächten sachlich und friedlich zu klären. Die Vowi übernimmt auch, wenn es dafür Bedarf geben sollte, eine Art UN-Funktion.

Karsten fand es noch sehr schön, wie die Fans anderer Vereine (BVB und Schalke) ihn zum Aufstieg der Eintracht beglückwünschten.

Und zu guter Letzt muß ich
(Und ich will mich mal outen: Ich bin weder ehemaliges Stasi-Mitglied, noch Karstens geheime Vergangenheit und erst recht nicht Günther vom Tannenbaum. Ich -IM Vowi- bin der Schutzengel der Volkswirtschaft)
noch Vera und Nadja preisen, die -ganz wie die Eintracht- von Mittags bis Nachts ohne Halbzeitpause und ohne Auswechselspieler diesen Sonntag, den 25. Mai 2003 gekämpft und gewonnen haben.

IM Vowi

Demut und Feuerchen

In Demut (nach Dr. Eick) freuen wir uns auf eine sich gut verstärkte Eintracht in der 2. oder auf eine nicht ganz so starke Eintracht in der 1. Liga. (Ich wette, wenn die Eintracht aufsteigt, auf einen UEFA-Cup-Platz! Wer hält dagegen?)
Eine der wenigen Höhepunkte in der blödsinnigen Premiere-Konfernz am Sonntag waren die sich mit weißen Taschentüchern verabschiedenden Pauli-Fans – keine Riesen-Mannschaft, aber wirklich beeindruckende Fans. Dank ihrer guten Jugendarbeit können wir hoffen, Pauli bald wieder im „teuren Fußball“ zu sehen.

Ähnliches wie mit Schumis Auto passierte am Samstag nach dem Fußball in der Kiesstraße. Auf der Motorhaube eines Fiat-Pandas oder Ibizas brannte „vergnügt“ ein Feuerchen, was immer größer werden wollte. Geistesgegenwärtig half Jana mit einem Vowi-Feuerlöscher, den Brand zu ersticken. Bald darauf eilte die Feuerwehr heran. Sie mußte nicht mehr viel tun.
Klinki der souveräne Moderator des Samstags arbeitete diverse Themen wie Irland, The Notwist, Niko und Jana, Flatrates, mp3-Player und das Paar des Jahres ab, begrüßte Gäste wie Uncle Brad -the Irish man from Texas- und Knut aus Linsengericht -besser bekannt als Knutinger 10²- und hatte maßgeblichen Anteil am Umsatz an diesem Vowi-Samstag.

IM Vowi

Eintracht-Mainz

Am letzten Montag beim Spiel der Eintracht gegen Mainz stand ich richtig tief im Fanblock bei unseren Anhängern. Das gesamte Spiel über wurde die Eintracht angefeuert, besungen und ihr ewige Treue geschworen. Der Gegner wurde beschimpft (Mainzer Dreck -Verreck‘), verspottet (Karnevalsverein) oder ignoriert (Adelmann-Gesänge). Am schlimmsten ergeht es bei den Beschimpfungen, wie so oft in der Geschichte, den Renegaten. Das sind die, welche es eigentlich besser wissen müssten. Einst hatten sie den richtigen Glauben, die richtige Gesinnung oder den richtigen Geburtsort (Ffm.). Heute sind sie Spieler der gegenerischen Mannschaft und fordern damit ihre alten Genossen, oder wie am Beispiel vom Mainzer Thurk (geboren in Ffm., aufgewachsen im Gallus), gegen ihre eigentlichen Blutbande auf Leben oder Tod heraus. Dass die Eintracht Thurk nicht haben wollte, wenn ich mich nicht irre, ist den Fans egal: Thurk ist einfach eine Sau (Thurk- Du Sau!).
Zum großen Teil waren die unerbittlichen Anhänger männlichen Geschlechts. Vereinzelt tummelten sich ein paar sehr junge Mädchen, die gelangweilt ihre Schönheit ausführten. Auf dem Bahnhof beschimpften sie weibliche Mainzer Fans, als „Fette Sau!“ bzw. „Fette Fotze!“. Als es für die Eintracht noch um alles ging, brüllten sie seltener, aber dann mit aller Kraft, was dem heißen Gebell der Männer gut tat, aber noch bedingsloser klang als bei ihnen.
Die Eintracht-Fans, unter denen ich stand, würde ich grob in vier Gruppen einordnen: 1. Oberlippenbart, eher kleiner, oft sächsischer Dialekt, 2. Glatze-dadurch feistes Gesicht, Sonnenbrille, T-Shirt mit altdeutschen Sagengestalten, 3. Brillenträger, Studententyp, kein Eintracht-Devotional tragend, 4. biedere Langweiler mit Bubischnitten und einem Mu…-bart, die garantiert noch zu Hause wohnen, leichter Bauchansatz, hesselnd.
Sie alle eint der Fußball, aber interessiert nicht wirklich das Spiel. Dies ist wichtig, aber eigentlich nur Kulisse, um aus sicherer Distanz allen verbal Gewalt anzudrohen, die nicht so sind wie sie. Natürlich wurde, als es 3:2 stand, gegen alles getreten, was da war, um auszudrücken, wie sehr sie das „ankotzt“. Als Gruppe würde ich ihnen, besonders wenn sie sich direkt angegriffen fühlen, viel zutrauen. Ich wüsste aber auch, wer als erster flitzt -ich sag’s aber nicht-. Alleine sind sie bis auf wenige sicher etwas ruhiger. Mir fiel besonders ein Brüller auf, der eher dem studentischen Typus entsprach. Mit blutunterlaufenen Augen und Schweißflecken unter dem Arm, kein Trikot oder Schal tragend, immer die eigenen Fans im Blick, im Rücken das Spielfeld, schrie er geschlagene eineinhalb Stunde für die Eintracht.
Am lusigsten war, obwohl ich keine Miene verzog, als ein Fan (Typ 4.) zu seinem Kumpel sagte, dass die Stimmung hier „Scheiße“ sei. Keiner würde richtig mitmachen. – Sicher haben diejenigen (u.a. auch ich) ihre Karten bei ebay geholt und seien keine richtigen Eintracht-Fans. Wie recht Du hast, dachte ich mir. Aber vielleicht nehme ich das alles nur zu ernst.

IM Vowi

04. Mai 2003

„Wenn mir das Laktat in die Oberschenkel schießt, beiße ich mir kräftig auf die Unterlippe. Der Schmerz soll von dem Beinen ablenken. Droht mir am Berg, daß der Kontakt zu einer Gruppe abreißt, werde ich panisch.“ – so Udo -Quäl dich, du Sau- Bölts in einem aktuellen Spiegel-Interview auf die Frage, wie er die Strapazen seines Sportes durchhält. Weder strapaziös, noch masochistisch waren die Fußballer der Erika beim diesjährigen 1. Mai-Fußball-Turnier – sie waren einfach nur schlecht- zwahr immer bemüht, aber zuviele einzelne Fehler, konditionelle Schwächen und zu wenig balltechnische Fähigkeiten machten jede abgesprochene Taktik obsolet.

Karsten bewunderte in Leipzig Peter Gabriel, der in einer neu gebauten Arena neben dem für die Weltmeisterschaft vorgesehenen Zentralstadion, eines seiner Deutschland-Konzerte gab. Professionel, sanft und voller Kraft -wie ein alter tiefer Wein- sang und moderierte Peter Gabriel über 2,5 Stunden. Er kommentierte seine Lieder und sang „Here Comes The Flood“ auf Deutsch. Die Show bestand aus akrobatischen Kunststücken, Fahrrad fahre, cooler Showposen und bloßer Präsens. Seine Band bestand, wie immer, aus hervorragenden Musikern, wie dem King Crimson Bassisten Tony Levin. Peter Gabriel spielte einige neue Lieder von seiner aktuellen CD „Up“ und die bekannten Hits seiner Karrierre. Ich hätte mir noch mehr Lieder auf Deutsch gewünscht – vor allem Lieder aus seinen beiden deutschen Alben. Alle Peter Gabriel CDs gibt es bei Amazon Digitally Remastered zum Preis für unter 7,- Euro -außer der Neuen-.

Eggo feierte am Samstag seinen 26.Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch! Bei einer spontan organisierten ganz kleinen Fete mit Andi, Niko, Joe, Christian und Ed hatte Andi -Dank seiner Flieger-Brille und seiner attraktiven Licher-Radler-Hose- mit weiten Abstand den besten Über- und Einblick.

IM Vowi

Sonntag, 3. März 2003

Drei Fragen bzw. Themenkomplexe beschäftigten die Vowi in den letzten Tagen:

Einer der Wirte überlegte laut, die Namensrechte des Waldstadions zu kaufen und/oder die Fraport-AG als Trikot-Sponsor abzulösen. Die Kosten werden auf 5 bis 15 Millionen Euro geschätzt. Besagtes Großmaul würde sich selbst als Präsidenten installieren, Willi Reimann als Sportdirektor und Klaus Toppmüller als Trainer verpflichten. Natürlich säße der Ex- oder dann besser der Groß-Wirt mit Zigarre auf der Bank. Von Bayer 04 würden Schneider, Simak und Berbatow geholt. Um das Image aufzupolieren und um sich einen modernen Anstrich zu geben, soll mit Firmen, wie Apple, Sun, Yahoo, aber auch Fender, Gibson oder Marschall zusammengearbeitet werden. Natürlich würde ein Börsengang notwendig werden: Fresh Money muß ran und von Outsoursing und Lean Managment ganz zu schweigen. Schließlich fehlen noch ein Mittelfeldregisseur und einer, der es versteht mit Geld umzugehen, also einer aus der Wirtschaft. Der Fußball-Tempel soll dann (Co-Sponsoring) Mac-Vowi-Arena „Waldstadion“ heißen. Mittelfristig würde angedacht werden, eine tägliche Sportzeitung zu etablieren und vielleicht sogar eine Vowi- (Direkt-) Bank zu gründen.

Viele Leute denken, daß die Vowi ein Selbsläufer ist: die Kneipe ist immer voll, Saurer wird sicher irgendwo billig in Osteuropa eingekauft und literweise umgesetzt, selbst Karstens Soljanka -eine äußerst merkwürdige Suppe- bringen nachts die gleichen Polen in großen Eimern und in der Vowi gibt man dann großspurig damit an. Warum -weitergesponnen- kommen die Vowi-Chefs überhaupt noch zum Arbeiten und stellen ihre schmutzigen Schuhe auf den Tresen? Es würde doch reichen, das viele Geld einzusammeln und mit den Gästen ab und zu mal einen mitzutrinken, wenn sie schon so selten einen ausgeben. Tja und hier ist das Problem: Wann und wieviel soll der Wirt mittrinken? Ist es taktvoll, die Einladung eines nach Bier und Knoblauch riechenden Gastes am frühen Abend abzulehnen, sich ein Getränk seiner Wahl auf das Wohl des Gastes anzurichten? Wäre hier der 9,- Euro Whisky die passende Antwort gewesen, um der Aussage des Gastes, daß man als Ich-AG keine Umsatzsteuer zu zahlen hat und eigentlich für das geliehene Geld nichts machen muß, weil man nur, wenn man rote Zahlen schreibt, längerfristig gefördert wird, zu konterkarrieren. Vielleicht hätte es auch ein Halt’s Maul und ein Saurer getan? Oder war das Motto besser, wie es einer der ehemaligen Kollegen wahrhaft dialektisch praktiziert hat: viel ausgeben – viel mittrinken – denn geschenkt bekommt man nur den Tod.

Die Frage der Woche aber lautete: Wem gehört die Unterhose, die sich am Samstag-Nachmittag ganz rechts vor dem Tresen fand. Wer hat sie liegengelassen- aus Versehen oder als Botschaft? Wer hat sie angehabt? Wer hat sie ausgezogen? Wo? Warum? Weshalb? Hat es was mit Sex zu tun?

Kein Putzlappen

IM Vowi

Sonntag, 16. Februar 2003

Im Gästebuch gibt es eine kleine Kontroverse zwischen Eddie und Karsten über den Irak-Streit und seine Begleiterscheinungen.

Zum Premiere-Mail von letzter Woche gibt es bis heute noch keine Anwort. Mal sehen – wenn nichts kommt, wird nachgelegt. Danke an Niko für die Verteidigung! Natürlich geht es bei aller Polemik, um Fakten und da könnte ich noch folgendes aufzählen: Zum Beispiel bekommen wir immer ein langes Programm, was extra alle Sportsendungen anzeigt. Das volle TV-Programm dagegen bekommen wir nicht mehr. Wiederum steht in dem uns zugeschickten Programm nicht drinne, was das 2. Liga-Topspiel am Sonntag ist. Auch auf der unübersichtlichen und langsamen Internet-Seiten von Premiere habe ich das Topspiel der 2. Liga für nächsten Sonntag nicht gefunden. (Vielleicht bin aber auch zu blöd.) Des weiteren ist die Bildqualität nach, wie vor schlecht. Bis vor kurzem war es noch so, daß Handys, welche in der Nähe des Decoders genutzt wurden, den Empfang empfindlich störten. Die diversen Hotlines (Technik, Programm usw.) sind ständig besetzt. Und außer Marcel Reif ist keiner der Sportjournalisten auf hohen Niveau – ganz besonders Monika Nierhaus nicht.

Aber das wichtigste der letzten Woche waren zwei Ereignisse, die es würdig sind, erwähnt zu werden:

Bedingt durch den Vollmond am Wochenende -so könnte man vermuten- passierte etwas, was in der Vowi nur selten vorgekommen ist. In aller Einfachheit oder Betrunkenheit oder Lässig- und Süßigkeit gab es ein (oder sogar) noch eines mehr an moralischen Angeboten. Die Akteure waren aber nicht geschniegelte Prototypen und entsprachen ebenfalls nicht, den normalerweise ihnen zugedachten Rollen. Ein wenig wurde laviert auf der einen Seite – dagegen gehalten wurde auf der anderen Seite, den ein Grund muß kein Hindernis sein. Wie es ausgeht, weiß ich nicht. Grüße an K. und M.!

Maik hat die Vowi fürs erste verlassen und arbeitet nun in Paris daran -hoffentlich bald- ein Baby zu bekommen, was dann schon möglicherweise die Deutsch-Französischen Staatsbürgerschaft besitzt.

Maik mit Armin an der Tresenfront

Von Anfang an war er dabei. Mittlerweile war er der letzte der Helden, die die ersten bis aktuellsten Runden der Vowi-Achterbahn miterlebten: spannende Auflaufe gab es, interessante Frauen stellte er uns vor oder lernte er hier kennen, wohl fast alle Schnäpse der Vowi hat er ausprobiert, Schmalzbrot-Diskussionen fanden statt, über fast alles wurde geredet oder auch geschwiegen. Und unter optischen Aspekt, gehört er nicht in die Linie Frank, Karsten, Armin, sondern konnte locker mit dem attracktivsten und gutriechensten Punk mithalten. Maik ist darin eine souveräne Klasse für sich, was sicher auch unsere weiblichen Gäste bestätigen würden.
Wir feierten seinen Gang nach Paris würdig im Dolby Surround Sound: Es wurde viel getrunken und gelacht und endlich kam das Gespräch auf Musik. Folgenschwere Sätze sind in Erinnerung geblieben, wie Musik ist wichtiger als Sex (nicht von Maik) oder Karsten redete über Qawwali-Musik aus Pakistan, was komischerweise zu Lachsalven führte, aber noch kulminierte als Maik auf einmal von seinem Ohrenarzt im Paris zu reden anfing.
Der musikalische Ausgangspunkt war -nach Nick Hornby- die fünf besten Schallplatten bzw. Aufnahmen zu nennen. Karsten wollte dieses Spiel noch weiterführen auf die Frage nach den zwei wichtigsten Vowi-Gästen und den zwei wichtigsten Männern oder Frauen im Leben eines jeden. Dazu kam es nicht mehr – zu spät und zuviel Alkohol. Dagegen wurde die erste Frage von den Anwesenden, wie folgt beantwortet:

Mischa:
Fussballieder,
Andrea Jürgens -Dabei Liebe Ich Beide-,
Bennie -Skateboard-,
Johanna von Kocijka (?) -Das Bisschen Haushalt-

Che:
AC/DC -Powerage-,
4Skins -The Good The Bad-,
Fehlfarben -Monarchie und Alltag-,
Ton Steine Scherben -Keine Macht Für Niemand-,
Newton Neurotics

Vera:
Jim Morrison,
Sneaf Little Finger,
Chumbawamba,
Mike Oldfield -Tubular Bells-

Maik:
Pink Floyd -The Final Cut-,
Red Hot Chili Peppers -Sex Sugar Blood Magic-,
Motorhead -Live-

Karsten:
Frank Zappa -Over-nite Sensation-,
Peter Hammill -The Margin-,
Yes -Yessongs-,
Vic Chesnutt -Little-,
Peter Gabriel -Deutsches Album-

Armin war schon zu betrunken.

Stephans Liste wurde nicht mehr zusammen bekommen.

IM Vowi (unter Mithilfe von Karsten und Vera)