Kategorie: Bewegungen

Sportive Sachen -eigentlich Fußball-

de Gaulle und die Vowi

Das verwendete Zitat auf dieser Seite letzte Woche stammt von Charles de Gaulle. Er sagte es in der Zeit der Resistance und es heißt: Wir haben nur eine Schlacht verloren, nicht den Krieg!. IM Vowi hat es im Zusammenhang mit der Niederlage der Eintracht ein wenig abgewandelt: Wir haben nur ein Spiel verloren und nicht den Abstieg aus der 1. Bundesliga!. Das Zitat kommt wohl auch bei Asterix vor.

In der Vowi-Chronik letzte Woche fehlte natürlich, der Siegerin des 2. Vowi-Doko-Turnieres 2004 zu gratulieren: Nadja. Eine erfolgreiche Woche beendete sie mit diesm Sieg. Gratulation -, was natürlich auch den Platzierten gilt: Veit und Stefan!

Über die BVB-Tour Vowi ´n´ Roll is´nt Noise Pollution von Nils, welche an diesm Samstag stattgefunden hat, wird nächste Woche berichtet werden, wie auch der Bügelwettbewerb noch Erwähnung finden muss.

Im Waldstadion war es bei dem Sieg der Eintracht natürlich sehr schön. Ein feine Würze erhielt das Spiel durch die Heynckes Raus Rufe der Eintracht-Fans. Immer wieder, besonders gegen Ende des Spieles, ertönte vielstimmig diese Aufforderung. Auf einmal, gerade wieder ebbten die Rufe ab, erklang ein heiseres, kleines diabolisches Lachen neben mir. Hier freute sich einer, einen anderen zu beschimpfen, der weit genug entfernt saß. So konnte er als einer unter vielen den vermeintlich Älteren oder vielleicht auch den blöden Lehrer von damals von weitem voller Wonne beschimpfen, ohne dafür zur „Rechenschaft“ gezogen zu werden. Heiser griente er weiter und freute sich.

2. Vowi-TAT:
Samstag, 20.03 im TAT im Bockenheimer Depot 21.00 Uhr:
Arto Lindsay
Die Vowi und das TAT haben wieder Karten (5 mal 2 bzw. 10 mal 1) für umsonst!
Mailt einfach zurück bis zum Donnerstag 15.00 Uhr. Die ersten 5 bzw. 10 bekommen die Karten dann gegen ein Stichwort an der Abendkasse.

IM Vowi

Wer ist 1954 Weltmeister geworden?

Freitagabend in der Vowi.
Die erste Liga der Radler-, Weizen-, Pauli-Schorlen- usw. Trinker ist anwesend. Die Gespräche drehen sich u.a. um exponierte Frankfurterinnen, die mittlerweile auch im Hörbuchbereich große Auflagen erfahren, um Innovationen innerhalb der Vowi, um Computer und natürlich um Fussball. Nach kleineren Neckereien, versuchten Diskussionen ohne die Vereinsbrille kommt die endgültige Frage mit der endgültigen Ansage:
„Wer ist 1954 Weltmeister geworden?“
Karsten hinterm Tresen antwortet:
„Deutschland“,
in der Hoffnung nun endlich zwischen den verfeindeten deutschen Stämmen einen Konsens beinah sogar eine Art Harmonie zu schaffen. Gerade wollen die anderen nicken – der Saure stand bereit, da ertönt die Antwort des Fragenstellers:
„Sechs (vielleicht sagte er auch Sieben, ich muß gestehen, daß ich es nicht mehr genau weiß) Lauterer-Spieler.
Kaiserslautern wurde 1954 Weltmeister!
Schluß. Punkt! Aus.“

IM Vowi

Tinnitus

Der Wirt lauscht:

Eigentlich seinen Gästen…

– Aber in Wirklichkeit sitzt er neben Günter Koch und Hans Peter Pohl vom BR, die immer die Championsleague-Spiele der Bayern auf B 5 aktuell live kommentieren. Wie schön kann Fußball in Worten sein: „Um 21.11 Uhr klingelte der Wecker! Vom Schlafwagen- zum Traumfußball: der Kovac zum Linke, der Linke zum Kovac, jetzt mal zum Kuffour, dann wieder zum Kovac, dann die Flanke zu Deißler, der zu Ballack -der Majestät im Mittelfeld- und dieser, anstatt zu schießen, schiebt gefühlvoll zu Mackay, der sich die Ecke noch aussuchen kann. Herrlich! Einfach herrlich!“ –

… genauer gesagt zwei Gästen, fast Alt-68er, anstatt in Würde, in Rauch und Alkohol ergraut. Einer von beiden hustet so stark, dass man denken könnte, die Tuberkulose ist in Hessen noch immer nicht ausgestorben. Der andere mit seiner fleischigen Nase und seinem dünnen Zopf steht auf Bitte eines anderen Gastes auf der Schwarzen Virtuellen Vowi-Liste, da er den klagenden Gast verbal und per Briefchen penetrant mit seiner Liebe bedrängte, ohne auf Zustimmung zu stoßen. Dennoch fühlt er sich wohl, und dies liegt auch daran, dass die Amis im Irak und da unten so richtig eins in die Schnauze kriegen. Sein Job allerdings, in dem er gut verdient (bei der Deutschen Börse) nervt ihn irgendwie: immer der gleiche Trott. Die DDR-Fahne in der Vowi findet er lustig, wie überhaupt die DDR einiges an Gutem vorzuweisen hatte. Und schon ist man bei den alten Zeiten. Während der eine hustet und sogar aufstehen muss und dem Erstickungstod nahe zu schein scheint, plaudert der andere selig weiter. Er berichtet, wie er vor 33 Jahren als noch nicht ganz gereifte Persönlichkeit im Nahen Osten war und an der Seite der Einheimischen seinen Beitrag leistete. Der bestand aber nur daraus, die Kalaschnikows auseinanderzunehmen und zu putzen – geschossen hat er nie.

Vorhang. Der Wirt wendet sich ab.

IM Vowi

Vowis & Legionäre

Am Sonntag-Nachmittag trafen sich die Vowis & Legionäre (Annabelle, Nadja, Vera, Leander, Karsten, Che, Joni, Andi, Didi, Ingo, Fleischpeitschen-Freund, Sven und viele ihrer Gäste (Olli, Haval, Hans, Boris, Kai, Veit, Henning, Niko) und Fans (Nobert, Christian, junge Geologinen, Michael, Frank, Willi, Kathi, Elo plus Mann, Claudia, Ramona) im Grüneburgpark. Ein Fußballspiel sollte als kleiner Ersatz herhalten für das geplante Straßenfest, welches nicht stattgefunden hat, da die Vorbereitungszeit zu knapp bemessen wurde. So trafen sich die Vowianer bei angenehmem Wetter, Bier und Apfelwein (Danke an Didi) und spielten 1 1/2 h Fußball. Alles war sehr entspannt und freundschaftlich. Die Vowi-Gäste nahmen einen Gang raus, da auch Joni (Karstens 8jähriger Sohn) mitkickte. Anfänglich hätte man denken können, dass die Vowi-Mannschaft unterlegener sei. Aber das vowische Dreieck (Didi-Ich kicke nur einmal im Jahr!-, Sven -Ich spiele am besten hinten!- und Andi-Ich bin eigentlich nicht so gut!-) zeigten beeindruckenden Kombinationsfußball. Bei den Vowi-Gästen fiel Hans auf, als er an Spielern und Feld vorbei rannte in einem herrlichen Solo – leider war dann der Ball schon aus. Michi Reeg, der Schiri, hatte das Spiel im Griff. Allerdings weiß ich nicht mehr, ob das Spiel unentschieden 2-2 oder 2-3 für die Vowi-Gäste ausgegangen ist. Wir möchten uns noch mal ausdrücklich bedanken bei allen Supportern Didi (Matsch & Brei), Che (Transport), Claudia und Joni (Transport und Fotos) und bei Euch, Ihr Vowianer für Euren Einsatz – es war ein schöner Tag!
(Fototechnisch gab es einige Probleme, da die digitale Kamera zu langsam ist, um Schnappschüsse zu machen und man das Objektiv nur mäßig zoomen kann, so daß Nahaufnahmen nur möglich geworden wären, wenn sich Claudia direkt vor das Objekt gestellt hätte, was natürlich nicht ging.)

Wie man sich täuchen kann und trozdem der Größte bleibt

Jan Ullrich der Gigant der Tour!
1996 2. Platz
1997 1. Platz
1998 2. Platz
2000 2. Platz
2001 2. Platz
2003 2. Platz
2004 Wir werden sehen!

Die Vowis (hinterm Tresen, Zulieferer und Zukünftige und eingekaufte Superstars aus Südhessen) rufen die Vowi-Gäste zu einem Fußballspiel auf. Am Sonntag, dem 17. August 15.00 Uhr im Grüneburgpark. Es soll zweimal eine halbe Stunde gespielt werden (Sieben gegen Sieben oder Acht gegen Acht), ein- und ausgewechselt werden kann immer. Bei Unentschieden gibt es Siebenmeterschießen. Michi Reeg wird der Schiedsricher sein. Die Regeln können ein wenig abweichen vom Üblichen. Mit Ketchup und Jägermeister muß gerechnet werden. Wer Mut hat, soll kommen! Wir sind da!

Das Vowi-Tippspiel Saison 2003/04
fängt am 1. August an. Die Formalien sind im wentlichen gleich. Die Änderungen sind per Mail bekanntgegeben und stehen auf den Tippseiten.

David Sylvian, der Exsänger der britischen Band „Japan“, kommt nach über fünfzehn Jahren wieder nach Deutschland. Und ich möchte Euch dieses Konzert wirklich ans Herz legen. Ein wirkliches Ereignis, auf das seine Fans seit Jahren gieren. Obwohl der Ausdruck gieren zur Musik und zum Auftreten eines David Sylvian überhaupt nicht paßt. Ruhe, Klarheit, lange Spannungsbögen, ein Schlagzeug auf Wesentliches beschränkt, eine Basslinie, die im Raum verdampft und dazu die vibrierende Bariton-Stimme von David Sylvian geben seiner Musik eine außerordentliche Schöhnheit und dabei eine Tiefenschärfe, die in einer spirituellen Ebene endet. Manche würden hierbei auch esoterische Langeweile spüren oder sich an Endlos-Loops, die man auf einem Bahnhof hören kann, erinnern. Ich halte dagegen. In seinen Liedern wird weggelassen. Hier ist weniger mehr als alles. Hier entstehen musikalische Kathedralen. Am 1. Oktober spielt er im Mozart-Saal in der Alten Oper. Auf seiner „Fire In The Forest Tour 03“ wird er mit Steve Jansen (drums, perc) and Masakatsu Takagi (visuals) auftreten. Sein aktuelles Album „Blemish“ gibt es nur als Import-CD oder bei ebay. Ende September wird David Sylvians Label Virgin einige seiner ersten Solo-CDs und diverse „Japan“-Veröffentlichen neu auflegen (mit Bonustracks, neuer Verpackung usw.). Bei Amazon kann man sie bereits vorbestellen.
offizielle Homepage

In der Vowi verkehren viele Wagnerjaner. Sie alle kennen die Lieder zum Mitsingen, Mitsummen, Mitweinen, wie den Hochzeitsmarsch aus Lohengrin, das Vorspiel aus Rienzi oder Parsival, den Walkürenritt aus der Walküre, den Trauermarsch aus der Götterdämmerung usw. Und wenn Angela Merkel (O-Ton-Fischer: Das Merkelchen) zu Robbie Williams geht, warum können dann nicht ein paar Vowianer nach Bayreuth gehen, um bei ihren Lieblingsmomenten sich verschähmt eine Träne wegzuwischen. Der alternde Regent in Bayreuth führt zum Rundumschlag aus. 2004 wird Christoph Schlingensief den Parsival inzenieren, und 2006 gibt es endlich einen neuen Ring unter der Regie von Lars von Trier. Da kommt keine Langweile auf. In diesen Endlos-Stücken, die schon im ersten Akt zum Einschlafen animieren. Hat jemand Lust mitzukommen?
die offizielle Seite der Bayreuther Festspiele
Richard-Wagner-Museum

IM Vowi

06. Juli 2003

Für alle Tour de France – Fans zeigt die Vowi am nächsten Wochenende (12. und 13. Juli) die erste und die zweite Bergetappe in den Alpen. Hier kann sich sehr viel entscheiden. Hier geht es um’s Prestige. Hier wird am Mythos geschwitzt. Die Etappe am Samstag von Lyon nach Morzine gilt noch nicht als die ganz schwere Bergetappe in den Alpen. Dennoch gibt es unter den vier Bergwertungen zum Schluß einen Berg der höchsten Kategorie: lässige 14,3 km mit 6,9 % Steigung. Möglicherweise ein Appetitanreger auf die Etappe am nächsten Tag. Diese gilt als Königsetappe. Sie führt von Sallanches nach L’Alpe d’Huez. Hier gibt es nur drei eigentliche Bergwertungen. Doch ist zum einen der 18,5 km lange Anstieg auf den Col du Galibier und das Ziel L’Alpe d’Huez dabei. Wer auf diesen 1850 m hohen Berg mit dem Rad rauf will, muß den 14 km langen Anstieg mit seinen 8% Steigung meistern. Ab 12.00 Uhr ist an diesen beiden Tagen geöffnet!
Am Samstag können wir uns daneben noch das Freundschaftsspiel Pauli gegen die Bayern ansehen um 16.45 Uhr. Den Frankfurt-Ironman am Sonntag ist natürlich auch möglich. Allerdings sind die Lederers nicht dabei.

Der ICE von Köln nach Frankfurt fährt wirklich die Strecke in weniger als 1 1/4 Stunden. Seine Höchstgeschwindigkeit beträgt 300 kmh. Sehr beeindruckend. genauso beeindruckend, wie der Kölner Dom, die Kölner Mundart und die vielen Smarts in Köln. Am Sonntag war dort, wo 10 % der Einwohner nicht heterosexuell sein sollen, Christopher Street Day. In einem rießigen Umzug mit Tausenden Menschen, vieler lauter Musik, coolen Polizisten und attracktiven Transvestiten ging – so muß man ehrlich sagen- die Post ab. Obwohl natürlich die Tour de France jetzt die höchste Aufmerksamkeit erfordert. (Dank gilt hierbei Joe und Eva, die einem sächselnden Frankfurter die Unterschiede zwischen dem Rheinland, Westfalen und dem Ruhrgebiet versuchten klarzumachen.)

Wie die Tour bietet auch die Vowi ihre endlosen Geschichten und sich daraus bildende Mythen. Und manchmal, wenn man nicht dabei gewesen wäre, müßte man sie erfinden. Welche Geschichten sind nun war und welche gelogen? Ratet!
Schön war, wie Hans und Eggo, die wahrlich nicht auf den Mund gefallen sind, beeindruckt wurden, als Musik-Mischa sein Alter verriet.
Es stellte sich für Karsten die Frage, wie oft man die Eintracht-Abschluß-Konferenz vom letzten Spieltag hören kann. Stefan H. und Jürgen wollten sie hören. Karsten weniger, denn er war im Abschluß seiner Tagesarbeit und schob als Argument nach, daß doch alle dabei gewesen wären und es im Kopf haben müßten. Spätestens als Alexander Schur das 6 zu 3 auf der CD schoß und Karsten die Reaktion der beiden sah, wurde seine Frage beantwortet. Jürgen G. mit einem seligen und glückserfüllten Blick, als ob er die Mutter Gottes gesehen und Stefan H. mit der geballten BB-Faust und einer Körpersprache, die so unabdingbar das schier Unmögliche Möglich gemacht hat, konnten kaum überzeugter wirken.
Sehr gelungen war auch, wie Vera Karsten am selben Abend auf einen Gast hinwieß der Hausverbot hatte. Zuerst verneinte Karsten dem Gast alle Getränkewünsche und als Vera sah, daß er immer noch dastand und weiter nach Bier verlangte, wandelte sich Veras Blick vom Konjunktiv zum Imperativ. Genau in diesem Augenblick entblößte der Gast seinen Mund, welchen er vorher die ganze Zeit mit der Hand bedeckt hielt. Die beiden oberen Vorderzähne fehlten. Eine rießige Zahnlücke klaffte in seinem Mund. Nur noch wenige Worte fielen und er trollte sich.

IM Vowi

01. Juni 2003

Als Karsten Samstagnacht fast am Ende seiner Schicht angelangt war und die beiden einzigsten Gäste am Austrinken waren, ging er vor die Tür, um eine letzte Zigarette zu rauchen. Es war angenhem lau. Feuchter Dunst stieg auf – fast wie im Herbst. Da sah er auf der Kiesstraße einen nackten Mann. Gut gebaut mit Schuhen und einer Art Käppi ging er gemütlichen Schrittes die Straße entlang. Kein anderer sah ihn. War es eine Fata Morgana, war es Gott, war es unser Nachbar aus der J…, war es der Liebhaber der langen Frau mit Hut, war es nur eine dämliche Wette oder war es Erwin Skela?

Niko wird einen Eintracht-Fan-Klub gründen. Als Namen kursieren Beispiele wie Kommando Alexander Schur (anstatt des Maschinengewehres im Original-RAF-Zeichen sollen ein paar Fußballschuhe zu sehen sein) oder Bewegung 25. Mai. Die Essigs, Karsten und selbst Klinki waren sehr angetan und wollen dem Verein beitreten.

Am Samstag, den 14. Juni um 20.00 Uhr zeigt die Vowi die HR-Dokumentation aus dem Jahre 1999 von Wolfgang Avenarius „Eine Diva wird 100. 100 Jahre Eintracht Frankfurt.“
Am Samstag, den 21. Juni um 20.00 Uhr zeigt die Vowi die BBC-Dokumentation „Hooligans“. Darin dreht es sich um die Englische und Italienische Szene.
Auch hat Vera den letzten Spieltag der 2. Liga auf Premiere aufgenommen. Zwar fehlt am Anfang ein wenig, aber die entscheidende Szenen sind alle da. Natürlich werden wir diese Aufnahme auch noch einmal zeigen.

Christian ist Vater geworden. Mika ist der Name seines Sohnes. Alles Gute an die junge Familie!

Glaube an Wunder

Am schlimmsten war vielleicht, daß es keiner mehr geglaubt hat. Petra Roth ist um die 80. Minute gegangen, einige Zuschauer und wir saßen sprachlos, andere wieder apathisch in der Westkurve und ich dachte mir, daß ich auf jeden Fall nächste Saison wieder nach Ahlen fahren würde. Und die Mainzer? Das war doch irgendwie beeindruckend, wie sie in Braunschweig mit vier Toren vorne lagen. Plötzlich sagte einer, daß es 1-4 in Braunschweig stehen würde und Zico Bindewald -in Mario Basler-Art- fuchtelte wie wild mit seinen Armen rum, um die Fans aufzuwecken. Und dann keimte urplötzlich ein winziges Pflänzchen, welches immer größer wurde. Die Zuschauer hatten kaum Zeit zu erwachen aus ihrer Lethargie. Die Eintracht schoß einfach noch drei Tore und war aufgestiegen. Manche weinten hemmungslos. Andere (auch ich) konnten die Glückstränen nicht unterdrücken.
Vielleicht ist das Wunder noch größer als 1999. Zwei eigentlich sehr platte Fußball-Weisheiten haben sich wieder bewahrheitet. Ein Spiel dauert 90 Minuten, und abgerechnet wird zum Schluß. (Und stellt Euch drauf ein, wenn wir ab August die Eintracht samstags oder sonntags auf Premiere sehen werden, daß wir sie volle 90 Minuten sehen werden – auch wenn die Eintracht 5-0 hinten liegt.)

Willie Reimann ist der ungekröhnte König der Eintracht. Meine beiden Favoriten der Saison sind Erwin Skela und Jens Keller. Der Erste ein Schöngeist, der wohl gar nicht planlos spielen kann. Er spielt sich den Weg frei oder setzt seine Mitspieler spielerisch ein. Er ist mein neuer Held. Der zweite ist der mustergültige Profi. Hier verdient er sein Geld, also wird hier gearbeitet. Und nicht ebenso, sondern jede Woche 90 Minuten lang. Er hatte nur ein, zwei schlechtere Spiele, er kann sich nach vorne orientieren. Er ist der Leitwolf. Er steht prototypisch für die aktuelle Eintracht.
Natürlich müßte ich alle anderen auch erwähnen. Jemaine Jones und Alexander Schur, aber ganz besonders. Der Erste ist ein Laufwunder und ungemein aggressiv. Er rennt nach jeden Ball. Entweder er hat ihn oder er grätscht den Gegener um. Der zweite ist einer von uns. Er spielt zu den gleichen Bezügen ab August in Liga 1, wie gestern noch in Liga 2. Er kriegt pro Spiel mindestens eine gelbe Karte oder steht immer kurz davor. Er gröhlt die selben blöden Lieder mit den Fans, wie sie gestern und vorgestern in der Vowi zu hören waren. Er kommt aus Bockenheim und vergißt in der Freude seine Mainzer (Frankfurter) Kumpels nicht.

Nur kurz war ich gestern in der Vowi. Weil Karsten mit seinem Sohn zum Römerberg gehen wollte, blieb ich leider nur mit einem Auge in der Vowi. So konnte ich noch verhindern, daß Knut es bei einem Glas beließ, was er auf die Straße schmiß und Olli T. sich nichts gebrochen hat, als er vom Hocker fiel. Bei der Auseinandersetztung zwischen Kley und Willi war ich zu müde und schon fast vollständig entmaterialisiert. Glücklicherweiße hielten einige Jungs den Streit noch in Grenzen. Dennoch gab es eine kaputte Brille und viel Ärger. Die Vowi bittet (ohne das exakte Wieso? Weshalb? Warum? zu wissen) die beiden Parteien, ihren Streit ohne Alkohol und nach einer oder ein paar überschlafenen Nächten sachlich und friedlich zu klären. Die Vowi übernimmt auch, wenn es dafür Bedarf geben sollte, eine Art UN-Funktion.

Karsten fand es noch sehr schön, wie die Fans anderer Vereine (BVB und Schalke) ihn zum Aufstieg der Eintracht beglückwünschten.

Und zu guter Letzt muß ich
(Und ich will mich mal outen: Ich bin weder ehemaliges Stasi-Mitglied, noch Karstens geheime Vergangenheit und erst recht nicht Günther vom Tannenbaum. Ich -IM Vowi- bin der Schutzengel der Volkswirtschaft)
noch Vera und Nadja preisen, die -ganz wie die Eintracht- von Mittags bis Nachts ohne Halbzeitpause und ohne Auswechselspieler diesen Sonntag, den 25. Mai 2003 gekämpft und gewonnen haben.

IM Vowi

Demut und Feuerchen

In Demut (nach Dr. Eick) freuen wir uns auf eine sich gut verstärkte Eintracht in der 2. oder auf eine nicht ganz so starke Eintracht in der 1. Liga. (Ich wette, wenn die Eintracht aufsteigt, auf einen UEFA-Cup-Platz! Wer hält dagegen?)
Eine der wenigen Höhepunkte in der blödsinnigen Premiere-Konfernz am Sonntag waren die sich mit weißen Taschentüchern verabschiedenden Pauli-Fans – keine Riesen-Mannschaft, aber wirklich beeindruckende Fans. Dank ihrer guten Jugendarbeit können wir hoffen, Pauli bald wieder im „teuren Fußball“ zu sehen.

Ähnliches wie mit Schumis Auto passierte am Samstag nach dem Fußball in der Kiesstraße. Auf der Motorhaube eines Fiat-Pandas oder Ibizas brannte „vergnügt“ ein Feuerchen, was immer größer werden wollte. Geistesgegenwärtig half Jana mit einem Vowi-Feuerlöscher, den Brand zu ersticken. Bald darauf eilte die Feuerwehr heran. Sie mußte nicht mehr viel tun.
Klinki der souveräne Moderator des Samstags arbeitete diverse Themen wie Irland, The Notwist, Niko und Jana, Flatrates, mp3-Player und das Paar des Jahres ab, begrüßte Gäste wie Uncle Brad -the Irish man from Texas- und Knut aus Linsengericht -besser bekannt als Knutinger 10²- und hatte maßgeblichen Anteil am Umsatz an diesem Vowi-Samstag.

IM Vowi

Eintracht-Mainz

Am letzten Montag beim Spiel der Eintracht gegen Mainz stand ich richtig tief im Fanblock bei unseren Anhängern. Das gesamte Spiel über wurde die Eintracht angefeuert, besungen und ihr ewige Treue geschworen. Der Gegner wurde beschimpft (Mainzer Dreck -Verreck‘), verspottet (Karnevalsverein) oder ignoriert (Adelmann-Gesänge). Am schlimmsten ergeht es bei den Beschimpfungen, wie so oft in der Geschichte, den Renegaten. Das sind die, welche es eigentlich besser wissen müssten. Einst hatten sie den richtigen Glauben, die richtige Gesinnung oder den richtigen Geburtsort (Ffm.). Heute sind sie Spieler der gegenerischen Mannschaft und fordern damit ihre alten Genossen, oder wie am Beispiel vom Mainzer Thurk (geboren in Ffm., aufgewachsen im Gallus), gegen ihre eigentlichen Blutbande auf Leben oder Tod heraus. Dass die Eintracht Thurk nicht haben wollte, wenn ich mich nicht irre, ist den Fans egal: Thurk ist einfach eine Sau (Thurk- Du Sau!).
Zum großen Teil waren die unerbittlichen Anhänger männlichen Geschlechts. Vereinzelt tummelten sich ein paar sehr junge Mädchen, die gelangweilt ihre Schönheit ausführten. Auf dem Bahnhof beschimpften sie weibliche Mainzer Fans, als „Fette Sau!“ bzw. „Fette Fotze!“. Als es für die Eintracht noch um alles ging, brüllten sie seltener, aber dann mit aller Kraft, was dem heißen Gebell der Männer gut tat, aber noch bedingsloser klang als bei ihnen.
Die Eintracht-Fans, unter denen ich stand, würde ich grob in vier Gruppen einordnen: 1. Oberlippenbart, eher kleiner, oft sächsischer Dialekt, 2. Glatze-dadurch feistes Gesicht, Sonnenbrille, T-Shirt mit altdeutschen Sagengestalten, 3. Brillenträger, Studententyp, kein Eintracht-Devotional tragend, 4. biedere Langweiler mit Bubischnitten und einem Mu…-bart, die garantiert noch zu Hause wohnen, leichter Bauchansatz, hesselnd.
Sie alle eint der Fußball, aber interessiert nicht wirklich das Spiel. Dies ist wichtig, aber eigentlich nur Kulisse, um aus sicherer Distanz allen verbal Gewalt anzudrohen, die nicht so sind wie sie. Natürlich wurde, als es 3:2 stand, gegen alles getreten, was da war, um auszudrücken, wie sehr sie das „ankotzt“. Als Gruppe würde ich ihnen, besonders wenn sie sich direkt angegriffen fühlen, viel zutrauen. Ich wüsste aber auch, wer als erster flitzt -ich sag’s aber nicht-. Alleine sind sie bis auf wenige sicher etwas ruhiger. Mir fiel besonders ein Brüller auf, der eher dem studentischen Typus entsprach. Mit blutunterlaufenen Augen und Schweißflecken unter dem Arm, kein Trikot oder Schal tragend, immer die eigenen Fans im Blick, im Rücken das Spielfeld, schrie er geschlagene eineinhalb Stunde für die Eintracht.
Am lusigsten war, obwohl ich keine Miene verzog, als ein Fan (Typ 4.) zu seinem Kumpel sagte, dass die Stimmung hier „Scheiße“ sei. Keiner würde richtig mitmachen. – Sicher haben diejenigen (u.a. auch ich) ihre Karten bei ebay geholt und seien keine richtigen Eintracht-Fans. Wie recht Du hast, dachte ich mir. Aber vielleicht nehme ich das alles nur zu ernst.

IM Vowi