Auf dem Nachhauseweg von der Vowi fahre ich durch zwei Stadtteile, die sich langsam, aber stetig verändern.
Ich beobachte, dass immer mehr Häuser bzw. Wohnungen ausgebaut werden. Davor stehen dann große Schilder, welche die neuen Eigentumswohnungen anpreisen. Eine veränderte Infrastruktur, beispielhaft zu sehen an Tiefgaragen, teuren Autos und dem Wegzug von alten Läden, zieht mit der neuen Klientel ein. Festmachen kann man dies an einer ehemaligen Schlecker-Filale, die genau an einer Kreuzung liegt, wo sich alt und neu bzw. reich und arm idealtypisch treffen. Nach der Pleite von Schlecker stand der Laden eine Zeit lang leer, und jetzt seit neuestem steht dort eine Ankündigung für eine sehr teure italienische Kücheneinrichtungsfirma, die dort in Bälde ihren neuen Laden in Ffm. eröffnet. Die Klientel, welche vorher in die Schlecker-Läden gegangen ist, wird wohl nach wie vor zu Ikea fahren. Den Laden um die Ecke werden sie bestenfalls als Putzkolonne betreten, wenn sie es sich überhaupt noch leisten können, in diesem Stadtteil zu wohnen.
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Kategorie: Vowi
Alles, was mit der Vowi zu tun hat und manchmal gibt es auch keinen Zusammenhang
Manches muss, sollte oder kann weg
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Foto 1:
Ein fein gewebtes Spinnennetz über dem Tresen – weg damit!
Foto 2:
Immerhin steht an der Mauer (bitte auf zweites Foto klicken) Berliner … und nicht Schweinestaat, allerdings ist das mindestens zweimal wegen Polizeigewalt angeklagte Revier nicht weit weg.
Foto 3:
Scheinbar bin ich der Einzige, der den Slogan und die Wortspielereien des anderen Frankfurter Fußballklubs, der sich als regionaler und bodenständiger Verein versteht, als „brutalstmöglich“ empfinde.
Foto 4:
Dies wird nicht mehr benötigt – weg damit.
Eine Kneipe – ein Jahrhundert
Als ich nicht weit von der Vowi um 1996 das Kneipen-Einmaleins lernte, gab mir mein Lehrmeister mit auf den Weg, dass nach zehn Jahren Schluss sein müsste mit der „Galeeren-Arbeit“ hinterm Tresen. Da wäre die Kuh gemolken und man solle spätestens dann mittels eines neuen Konzeptes andere Wege gehen. Weder der Lehrmeister noch ich haben uns daran gehalten. Und wie der Zufall es wollte, als nachträglicher Beweis, dass es wohl schon über ein Jahrhundert und nicht nur zehn Jahre eine Kneipe in der Jordanstraße 13 gegeben hat, schneite Flo(rian) weit nach Mitternacht auf dem Heimweg von der Nachbarkneipe „Tannenbaum“ in die Vowi ein. Er berichtete in seinem bekannten knarzigen Ton, dass bei seinem Großvater ein Bild von der Vowi, besser: von genau dem Haus, in dem heute die Vowi ist, hängt. Auf dem Bild ist eine Schankwirtschaft zu sehen, die sein Urgroßvater mit seiner Familie führte. Flo wollte seine Großmutter fragen, was sie darüber noch in Erinnerung hat. Und bat sie, das Foto der Öffentlichkeit über die Vowi zugänglich machen zu dürfen. Wie man sieht, erhielt ich die Erlaubnis, und dazu gab es noch folgenden Text von Flos Oma, der auf dem zweiten Foto zu lesen ist.
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„Hier ist eine Fotografie aus dem Jahre 1915, als das Lokal von der Familie Heinrich Ungeheuer betrieben wurde. Die Familie bestand zu diesem Zeitpunkt aus Vater Heinrich, Mutter Marie sowie den Töchtern Marie, Anna, Emma und Emilie und dem Sohn Friedrich (= Fritz, Florians Urgroßvater). Heinrich Ungeheuer war von Beruf Schmied, führte aber als Familie mit der Ehefrau und den Töchtern die Gastwirtschaft. Fritz lernte Technischer Zeichner und arbeitete zeitweise im Lokal mit. Besonders beliebt waren die Klavierdarbietungen der Geschwister Emilie (genannt Milchen) und Fritz. Zu dieser Zeit stand in fast jedem Lokal ein Klavier. Während des 1. Weltkrieges war Fritz Soldat, und als sein Vater 1917 mit nur 56 Jahren starb, führte die Mutter mit den Töchtern das Geschäft weiter. Die Mutter verstarb 1925, und nun hatte Fritz noch 2 Jahre die Führung. Nachdem er 1926 heiratete und Frankfurt vorübergehend verließ, führte Emilie die Wirtschaft weiter bis sie 1933, inzwischen verheiratet, das Geschäft aufgeben musste, da während des 3. Reiches in einer Familie nur ein Ernährer zugelassen war.“
Eines der unendlichen Themen am Tresen
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EINTRACHT FRANKFURT: ALLE TORE DER HINRUNDE 2012/2013 from Eintracht Frankfurt on Vimeo.
Am Montag, den 24.12.12,
am Sonntag, den 30.12.12 und
am Dienstag, den 01.01.13, hat die Vowi geschlossen.
Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten
Das schönste Geschenk zum Fest wäre die Volkswirtschaft. Über den Preis könnte man reden, aber er wäre nicht ganz billig. Und dann gibt es noch offene Fragen, beispielsweise: Sind alle Tresenkräfte inclusive, und was noch wichtiger ist: Gilt dies für alle Gäste?
Deshalb habe ich einen anderen Vorschlag für ein Geschenk zu Weihnachten in drei Varianten:
Einmal als Buch,
zum zweiten als Hörbuch und
zum dritten als Podcast zum Hören und auf der BBC 4-Seite zum Ansehen kostenlos.
Der Direktor des British Museum Neil McGregor erzählt anhand von 100 Objekten seines Museums die Geschichte der Menschheit. Dies erledigt er nicht in einer wertfreien Diktion aus den Höhen des Elfenbeinturmes der Wissenschaft. Er lässt uns vielmehr teilnehmen an seinem Staunen, Bewundern und Hinterfragen der einzelnen Gegenstände. So schafft er es, Geschichte spannend zu erzählen und rückt dabei diese 100 Objekte aus weiter Ferne ganz in unsere Nähe (frei nach Wim Wenders).
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Nun ist mir nicht klar, was besser als Weihnachtsgeschenk passt: die Vowi oder „Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten“. Abgesehen vom preislichen Unterschied finden sich durchaus Gemeinsamkeiten. Beide Geschenke bieten Geschichten im Überfluss im Lauf der Zeit (schon wieder frei nach Wim Wenders). Das Buch kann man auf- und zuschlagen – die Volkswirtschaft macht zumeist 18.00 Uhr auf und schließt ein, zwei, drei Stunden nach Mitternacht.
(Am Montag, den 24.12.12,
am Sonntag, den 30.12.12 und
am Dienstag, den 01.01.13, hat die Vowi geschlossen.)
Bilder an der Wand: Johanna Huthmacher
2003 stellte Johanna Huthmacher ihre Bilder in der Vowi aus. Sie war damals noch recht jung – ich glaube knapp 20 Jahre alt – und im Gegensatz zu ihren düsteren Bildern wirkte sie wesentlich unbeschwerter. Seitdem habe ich sie nie mehr gesehen.
Zum ersten Mal gab es eher nicht so gute Kommentare zu den Bildern. Meistens werden sie nicht weiter wahrgenommen. Die kritischeren Kommentare bezogen sich auf die Düsterheit der Bilder. Man hatte immer den Eindruck, dass irgendwann einmal etwas passiert sein musste, was die Malerin tief bewegt hatte und was sich konstant in ihren Bildern ausdrückt.
Ich hörte dann folgendes: „Häng doch mal die Bilder ab, die ziehen mich runter!“
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Heute ist Vowi-Quiz
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Zum Glück liest wenigstens einer die Vowi-Web-Seiten, denn auf der Sonderseite zum Quiz stand der heutige Termin falsch. Und zwar so falsch, dass es nicht mehr falscher geht. Zum Glück hatte ich per Facebook und in diesem Blog den richtigen Termin angegeben.
Hannes sei Dank!
Vowi-Filme
Einer geht immer!
Der Film zum 10jährigen Bestehen der Volkswirtschaft
2007 (editiert 2009)
[archiveorg Einer_geht_Immer width=560 height=315]
Erste Hilfe Kurs!
Outtake aus Einer geht immer!
2007 (editiert 2015)
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=XjMAPC-Oo5Q?rel=0&w=560&h=315]
Nach Hause von einem ins andere Dorf (Musik NeuRot)
2007
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=DS9lGAMzzxc?rel=0]
Smoke on the Schnapsglas
2010
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=XpRw4EKy7sc?rel=0]
Probe
Werbefilmchen für Auftritt von Tanni und Kollegen
2013
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=QgCk12BgV3w?rel=0&w=560&h=315]
Kleiderordnung
Werbung für die dritte T-Shirts Kollektion und neue Turnbeutel der Vowi
2015
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=4L_lKiJzuDQ?rel=0&w=560&h=315]
Mach schneller! Die Gäste warten!
Werbefilmchen für dritte T-Shirts Kollektion der Vowi
2015
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=jVxPt1nfKLk?rel=0]
Un…deux…trois…quatre…cinq…six…!” (Arbeitsstitel)
2016
noch nicht gedrehter Film über die Vowi-Cuisine
Ich mach‘ jetzt zu! (Arbeitsstitel)
2017
noch nicht gedrehter Film zum 20jährigen Bestehen der Volkswirtschaft
Kuschelig 2012
Es gibt dieses schaurig schöne, kuschelige Gefühl, das Sich-Einpacken in wonnige Wehmut.
Ich bin mir nicht sicher, ob es im Kapitalismus kuschelige Momente gibt oder jemals gegeben hat und wenn, sind sie peinlich oder brutal.
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Kuschelig nach Marxismus-Leninismus
Es gibt dieses schaurig schöne kuschelige Gefühl, das Sich-Einpacken in wonnige Wehmut.
Lenkt man die Wehmut in Sehnsucht und gibt ihr einen machbaren Sinn und packt sie schließlich in poppige gefällige Formen, kommt ein kuscheliges, aber ideologisch korrektes Lied heraus.
Das Kleine und Poplige an der DDR wurde dann auf einmal ganz groß als die Umsetzung einer Idee. Zünde dir nicht die Zigarette an einer Kerze an, dann stirbt eine Seele, hörte ich oft auf den abendlichen Treffs und Feten vor etwa dreißig Jahren, als dieses Lied von Holger Biege, dessen Text von Fred Gertz ist, im Radio lief. Aber es galt, nicht zu vergessen, wo man lebt. Denn hier wurden die Vorgaben der großen Dichter und Denker umgesetzt. Das kleine Paradies war schon fast fertig, und wer selber Ideen hatte, musste sie nur den Gegebenheiten seiner kleinen Kammer anpassen.
Sagte mal ein großer Dichter,
daß ein Mann im Leben die drei Dinge schaffen sollte, daß es lohnt.
Er sollt einen Baum einpflanzen und ein Buch im Leben schreiben
und dann sollt er zeugen einen Sohn.
Ja, so einfach sprach er aus das Wort, und nun lebt es in den Menschen fort,
aber wie nur, wie nur, wie nur macht man es wahr?
Denn ich kannte viele Bäume, die vor ihrer Zeit schon starben,
irgendetwas standen sie im Weg.
Darum scheint es mir viel klüger,
einen Baum mir auszusuchen,
den ich in der großen Stadt dann pfleg‘.
Ja so einfach sprach er aus das Wort, und nun lebt es in den Menschen fort,
Aber so nur, so nur, so nur hat es noch Sinn!
Wieviel Bücher hat die Menschheit,
und wie kurz ist so ein Leben,
nur ein Bruchteil davon liest man dann.
Warum denn ein Buch noch schreiben,
viele ungelesen bleiben,
nicht zu reden davon, ob man’s kann.
Ja so einfach sprach er aus das Wort, und nun lebt es in den Menschen fort,
Aber wo nur, wo nur, wo nur ist noch der Sinn?
Wieviel Kinder hat die Erde,
wieviel Eltern haben Sorgen,
nicht alltäglich ist das täglich Brot.
Kinder bleiben ungeboren,
Frauen haben sich geschworen,
selber zu entscheiden ohne Not.
Ja so einfach sprach er aus das Wort, und nun lebt es in den Menschen fort,
Aber wo nur, wo nur, wo nur ist noch der Sinn?
(Leider habe ich keine alten DDR-Rundfunkaufnahmen gefunden, sondern nur unten stehendes Video. „Sagte mal ein großer Dichter“ fängt bei 3.37 an)
[youtube http://www.youtube.com/watch?v=hIdcG8qQa3E]

