Alle Artikel von kmaass

Petite Cuisine, 18.11.21

1977, im Ferienlager als Thälmann-Pionier

Wer es sich nicht vorstellen kann, es vergessen, es nie interessiert, es nie geglaubt hat oder einfach zu jung ist, wie es Drüben, im Osten, in der Zone, in der Tätära, in dem Drecksland, im Arbeiter und Bauern Paradiesso war, kann sich jetzt im Kino den Film „Lieber Thomas“ ansehen. Es ist die Lebensgeschichte des Schriftstellers und Filmemachers Thomas Brasch. Ein charismatischer Typ, aus einer untypisch typischen DDR-Familie, dessen Eltern und Geschwister das „Leben“ in der DDR im wahrsten Sinne ausgelöffelt haben. Ob es geschmeckt hat, darüber gehen die Meinungen auseinander. Neben der sehr interessanten (neudeutsch spannenden) Figur des Künstlers Thomas Brasch, erzählt der Film, wie er mit Druck, Repression, Verratsvorwurf, Vertreibung, moralischen Dilemma und Verlust der Heimat umgegangen ist. Im Bewusstsein dabei zu scheitern, lieber zu viel als zu wenig „zu leben“, im Zweifel mit Drogen, balancierte er im Schneckentempo, meistens aber im Galopp, durch sein Leben.


Trailer Lieber Thomas

https://youtu.be/Zks9K9ylZuo


Lebensgefährtin und Stieftochter lesen Brasch

 https://youtu.be/0JDd8P5er5o

Thomas Brasch erhält den Bayerischen Filmpreis 1981 mit mittleren Eklat und Franz Josef Strauß

https://youtu.be/bYX-tY_pnu0

Quiz in der Vowi

Heute am Dienstag findet das Kneipen-Quiz wieder in der „Volkswirtschaft“ statt. 

Alle Plätze sind reserviert. Andere Gäste sollten es im Tannenbaum versuchen, wo sie nicht mehr unser Kollege Uwe empfängt, was wir hier alle sehr bedauern.

Markus am Tresen in Bockenheim und Tonio von Konstanz aus (erstrahlt auf unserer Leinwand) werden Euch befragen. Das Quiz fängt 20.00 Uhr an. Zwei Wunschrunden, vom letzten Kneipen-Quiz am 03.12.2019 und vom letzten virtuellen Quiz am 22.05.21 sollen integriert werden:

„Die drei ??? und eventuell andere Satzzeichen“ +

„Unnerum“

Genau so, wie die Firma Swarovski (Schmuck) vor Jahren die Vowi anfragte, ob sie die Kneipe als Drehort für einen Werbefilm nutzen könnte, gab es wieder Jahre später, den Versuch mit den Autoren der Drei ? ein Drehbuch zu schreiben. Die inhaltliche Klammer hierfür war die Darstellung von Sexualität in einem ihrer Kriminalfälle. Dabei sollte der vorurteilsfreie Umgang mit Sexualität bei gleichzeitiger strikter Abgrenzung von strafrechtlich relevanten Verhalten die Grenzen der inhaltlichen Vorgaben bilden. War schwierig und es kam leider weder mit Swarovski noch mit den Autoren der Drei ? zur Zusammenarbeit. Erste Schreibversuche endeten in wirre Ausflüge der Popkultur der 60er und 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Wie man diese Themen kreativer erzählt, haben der Schriftsteller Thomas Pynchon in „Natürliche Mängel“, die Macher der TV-Serie „The Deuce“ oder der Musiker Frank Zappa auf seinen Alben „Fillmore East -June 1971“ und „Bongo Fury“ entworfen. 

Hier also ist die Vowi-Version. Verpackt in ein Rätsel:

Ins Haus von Tante Mathilda und Onkel Titus sollten heute Gäste kommen, um sich einen neuen und künstlerisch-hochwertige Film und Gipsabdrücke von ungenannten Objekten anzusehen. Man erwartete u.a. Inspektor Cotta, einen sagenumwobenen Regisseur und selbst Morton der Chauffeur hatte sich frei genommen. Bob Andrews, der für Recherche und das Archiv zuständige 3. Detektiv, sollte den Videoprojektor bedienen oder bei technischen Problemen Tante Mathilda oder Onkel Titus zur Hand gehen. Justus und Peter, der erste und zweite Detektiv, mussten unweit von Rocky Beach diverse Gipsabdrucke von zu meist länglichen Gegenstande bei einer sehr attraktiven und extrovertierten Frau -Miss Pamela von der Band GTO’s- abholen. Eine Aufgabe, die gut bezahlt wurde und beiden sehr einfach erschien. Bob probierte bereits den Videoprojektor aus und überlegte, wo die Gipsabdrucke am besten zur Geltung kommen könnten. Dabei schwirrte ein Lied, was bei Rocky Beach FM auf dem Index stand, die ganze Zeit in seinem Kopf. Seine Recherche hatte bisher nichts ergeben. Es ging, seiner Meinung nach, um einen Quiz. Etwa harmloseres gab es doch nicht. Bisher hatte er folgendes transkribiert:

What is this a quiz?

Don’t you worry what it is.

It is merely just a moment I can treasure.

Die Textzeile stammte von einem Künstler, der unweit von ihnen am 7885 Woodrow Wilson Drive wohnt.

Er tauchte in einem sehr modischen Umhang auf dem Schrottplatz von Onkel Titus auf, brummelte dabei mit einer tiefen Stimme, „Don’t cry / don’t raise your eye / it’s only teenage wasteland“, um hochhackige Schuhe zu suchen, die er geschenkt bekommen hatte, aber in einem mittlerweile verschrotteten Auto hat liegen lassen, um damit… Onkel Titus stockte an diesem Punkt plötzlich und musste dabei ein wenig schlucken. Obwohl die drei ??? mittlerweile hartgesotten waren, forderte besagter Fall sie moralisch, ethisch und entsorgungstechnisch zutiefst. Tante Mathilde wusste zum Glück nur ganz allgemein, um was es ging. Sie schaute lieber Filme über Geysire. Im Archiv waren solche Fälle im Zettelkasten mit „Unnerum“ bezeichnet. Dies war natürlich eine Idee von Justus, den „Unnerum“ fasste alles mögliche zusammen. Vor kurzem hieß der Zettelkasten noch DT. Damit ist nicht der Jugendsender der DDR gemeint, welcher anlässlich des Deutschlandtreffens der Jugend 1964 gegründet wurde. Übrigens wurde in diesem Jahr auch die Band, des seine hochhackigen Schuhe suchenden Musikers formiert, wie ebenso die Band des Trägers des damals modischen Umhanges unten auf dem Foto.

Stimmen die Aussagen über Swarovski und die Drei ? Im Zusammenhang mit der Vowi?

Um welche zwei Musiker geht es?

Wie heißt der von Bob recherchierte Titel des Musikers und wie heißt das Lied (ist schwer ohne Netz rauszukriegen), was er auf dem Schrottplatz brummelte?

Was steht für DT? 

Und schließlich, wer ist TFV?

Bis Morgen 

Euer Onkel Titus Flavius Vespasianus

40. Vowi-Cuisine

Heute gibt es in der Vowi die Nummer 1 und 9 auf Bestellung mit Reservierung. Deshalb ist nur für diese Rinderherde geöffnet. Der Rest muss sich eine andere Weide suchen.

Heute wird eingedeckt, entkorkt und ab dem frühen Abend, das von Fab und Joao zubereitete 40. Menü, serviert.

Petite Cuisine, 04.11.21

Es gibt neue Geschichten, die hier stehen könnten. Aber neben der Zeit die Geschichten zu erleben, was heißt, den Raum hierfür zu gestalten, fallen die Wörter, um sie festzuhalten, zwar wie Blätter im Herbst, werden leider von den fahrenden Staubsaugern der Stadtreinigung auf sächsisch „aufgenutscht“, um Ordnung zu schaffen und wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen. 

Ich könnte von Anrufen der Sicherheitsabteilung u.a. bei Verdacht auf Geldwäsche, der Frankfurter Volksbank, wo das Geschäftskonto der Vowi existiert, berichten.
Ich könnte über österreichische Gäste verwundert den Kopf schütteln, weil sie die Adler in der Kneipe (an der Wand, auf Bierdeckeln) politisch ängstigten.
Ich könnte vor beginnenden Mythologisierungen der Kneipe achtsam den Finger heben.
Ich könnte unauffällig die Bierpreiserhöhung der Brauereien im nächsten Frühjahr anklingen lassen.
Ich könnte -weil mir unbekannt – zeitgemäßere Begrifflichkeiten des Zusammenseins von zwei Menschen in körperlicher wie in verbalen Zusammenhängen aufzählen, um dabei Niklas Luhmann „Liebe als Passion“ und Eva Illouz „Was ist sexuelles Kapital?“ natürlich ordentlich zu zitieren.
Und schließlich ein Rätsel, mit dem der französische Staatspräsident im Château du Clos de Vougeot die Kanzlerin bei einem Burgunder nervte. Anhand des Pinot Noir aus einem Weinberg neben dem Schloss wollte le président vor der Zerstücklung Europas warnen. Die Weinlage Clos de Vougeot ist, wie viele andere im Burgund, durch die Erbteile in diverse einzelne Besitzer geteilt. Der „Kuchen“ wird in immer kleinere Teile geschnitten bei Gefahr, dass irgendwann mal nichts übrig bleibt. 
Das Rätsel wurde von einem speziellen Gast vorgetragen, der seinen Hass gegenüber dem Bild und dessen Aussage, kaum verhehlen konnte. Ihn widere die Generaltugenden, der dargebrachte Burgunder sowie alle Anwesenden einfach nur an. Dabei wischte er seine Nase am Trikot von Paris Saint-German ab, auf dem anstatt Messis der Vorname des Schriftstellers zu lesen war. Er  schloss, indem er die Kanzlerin anblickte, mit dem Zitat eines ehemaligen Staatspräsidenten über sie: „Madame, vous avez le charisme d’un trabant!“. Die so Titulierte schwieg, sah den speziellen Gast von oben bis unten an und zählte innerlich Symptome, wie Herzrasen, Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung, Erektile Dysfunktion, Wassereinlagerungen und Probleme bei der Blasenentleerung auf. Maß halten in Frankreich konnten weder Ludwig XIV., Robespierre, Napoleon III., Bernard Hinault, noch Michel… 
„A la vôtre!“  

Das Gemälde stellt allegorisch eine der vier antiken Generaltugenden dar. Diese Tugend findet man in vielen, vielleicht sogar in allen anderen philosophischen Systemen, manchmal in anderen Worten, wieder. Auf dem Gemälde ist ein Hinweis gezeichnet, der „passiert“, wenn man diese Tugend nicht beherzigt. Der Hinweis hat indirekt mit der Kneipe zu tun, bzw. diese Tugend steht diametral zum Geschäftsmodell einer Kneipe.
Welche Tugend ist auf dem Bild zu sehen, und was ist der Hinweis der Tugendlosigkeit?

irgendwo im Burgund