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Sola fide in der Vowi

10.12.16
Matze, der Exwirt vom Dr. Flotte, dem größten Leuchtturm des Bockenheimer Bermuda-Kneipen-Dreiecks, kommt aus einem Dorf unweit von Zittau, welches gleich neben Görlitz liegt. Michael Ballack ist ebenfalls gebürtiger Görlitzer.

Ein Landsmann von Matze und Michael Ballack ist Jacob Böhme. Er war Schumacher, hatte Visionen und wurde schließlich Dichter oder besser Prophet.

Meine prophetische Vision ist, dass ich alkoholfreies Bier aus dem Keller holen muss, dabei heimlich über die Hintertür verschwinde, nicht wiederkomme und die Kneipe samt darin sitzender Gäste ihrem Schicksal überlasse.
Jacob Böhme hatte andere Visionen. Er glaubte, Gott zu sehen und gewann daraus einen mystischen Zugang zum Glauben, den er in lyrischen Ekstasen eines Dichters niederschrieb. Sie geben seinem Protestantismus eine mystische Tiefe, die ich höchstens in der Stille der Gebanntheit einer übervollen Kneipe beim Fußball erfahre. Oder unlängst, wenn alle Tische bei der Vowi-Cuisine schweigend den Hauptgang ergründen und man nur das Besteck klappern hört.

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=gIenwcT6_pM&w=560&h=315]

Hast Du aufgegessen?

09.12.16
Am Sonntag, den 11.12. um 14.00 Uhr läuft im Mal Seh’n Kino bei der liebenswürdigen Ariane in der Adlerflychtstraße 6 im Frankfurter Nordend der neue Doku-Film über den amerikanischen Komponisten Frank Zappa „Eat that question“.

Warum sollte man hingehen?
Weil die Eintracht bereits Freitag gespielt hat,
weil die Vowi erst 15.30 öffnet, 
weil es regnet,
weil Hölderlin unweit vom Mal Seh’n im Adlerflychthof seine Geliebte Diotima getroffen hat,
weil es nervt spazieren zu gehen,
weil Zappa im Monat Dezember 1940 geboren wurde und im gleichen Monat 1993 gestorben ist,
weil man in Zeiten des Haarersatzes das Behaarte andere Amerika intensiver würdigen will
oder weil man den Namen irgendwie kennt, aber die Labetasche hinterm Vowi-Tresen es als Bildungslücke beschrien hat, wenn man sich nicht intensiver mit Zappa befassen würde.

http://www.imdb.com/videoembed/vi1377809433

Spirituale Arbeit ist überall möglich

04.12.16
Der unlängst erwähnte amerikanische Präsidentschaftskandidat Frank Zappa war areligiös.

Allerdings läßt sich seine unentwegte Auseinandersetzung mit der Welt und seine Kommentare darüber, wenn überhaupt, fernöstlichen Religionen bzw. Philosophien zuordnen.
Zappa Antwort auf die Frage, warum er etwas tut, war gleichzeitig sein kreatives Motiv. Es lautet:
„Alles, zu jeder Zeit, an jedem Ort ohne jeglichen Grund.“
Um es kurz zu machen: Zappa hatte durchaus Interesse am Zen-Buddhismus. Und wir in der Vowi auch.
Eine stoisch-freundlicher Gleichmut läßt einem manches Bier leichter zapfen, den zum wiederholten Mal gehörten Witz oder die zum wiederholten Mal im Suff erzählte Geschichte leichter ertragen.

Wie es der Zufall will, war ein Gast der Kneipe während der Dreharbeiten über das Leben in einem japanischen Zen-Kloster, der jetzt als DVD zu haben ist, gerade dort. Mit seinen Erzählungen über die Schmerzen beim stundenlangen Meditieren, den spartanischen Lebensbedingungen und der sehr harten körperlichen Arbeit vor Ort, kontrastiert er das Strenge, Einfache und Klare der Bilder des Filmes. Die Musik zum Film hat der englische Jazzer Fred Frith komponiert.
Und Frank Zappa? Sein Zynismus machte ihn hypersensibel. 1968, die Hippiebewegung mit fernöstlichen Räucherstäbchen kam langsam im Mainstream an, nannte er eine Schallplatte „We‘ re only in it for the money“.

„Nichts ist, was ich (mir) wünsche.

Aber ich mach‘ jetzt zu!“

 

[vimeo 159289057 w=640 h=360]

 

www.vowi.net befindet sich in der Rekonstruktionsphase

Seit 1999 gibt es die die virtuelle Vowi, wobei die Neues-Rubrik bzw. das Tagebuch bzw. der Blog regelmäßig aktualisiert wurde.
Zum 10jährigen der Kneipe 2007 wurden die Seiten erneuert. Eine Blogsoftware (WordPress) ersetzte die Neues-Rubrik, die bis dahin in HTML geschrieben und eingestellt werden mußte.
Jetzt fast 10 Jahre später ist eine Auffrischung dringend nötig. Leider funktioniert dies nicht so schnell. Die Fülle an Inhalt muß gebändigt werden. Gleichzeitig sollen neue Inhalte und Verweise eingearbeitet werden. Die alten Seiten bleiben nach wie vor erreichbar und dürfen gewürdigt werden. Ihr Design ist immer noch -zeitlos- ansprechend und wurde damals von meinem Freund Jörg Stein entworfen und umgesetzt. Er hat übrigens auch das Logo der Kneipe erfunden, was einen Design-Grammy verdient hat.
Ich habe die dritte Auffrischung lange vor mich hin geschoben, weil es viel Arbeit bedeutet und, weil ich, wie für viele Arbeit in und um die Kneipe, nicht prädestiniert bin. Ich kann es, aber andere können es viel besser. Dennoch wage ich, habe angefangen und bald soll sie öffentlich werden. Die Blogsoftware WordPress nutze ich weiterhin. Da sie regelmäßig gewartet und erweitert wird, ist sie dem Zeitgeist auf Augenhöhe. Die neuen Seiten werden bald in ihren Hauptstraßen fertig sein, auch, wenn einige Nebenstraßen noch länger brauchen werden. Sie sollten aber an wichtigen Stellen funktionieren und neben den anderen virtuellen Darstellungsmöglichkeiten die Kneipe realistisch präsentieren.
Bis es soweit ist, soll die Facebook-Gruppe der Vowi die Tür zum Netz alleine vertreten.www.vowi.net befindet sich in der Rekonstruktionsphase.

Wem gehört Bockenheim?

Wem gehört Bockenheim?

Diskussion am Donnerstag, den 21.01.16 ab 20.00 Uhr in der „Volkswirtschaft“
mit Christoph Siegel, Geograph und Autor,
Mike Josef, Vorsitzender SPD Ffm und
Nadja Erb, Journalistin Frankfurter Rundschau

Die Goethe-Uni ist ins Westend umgezogen. Die alten Gebäude in Bockenheim werden eingerissen, umgebaut und neu aufgestellt. Alles dauert länger, viel länger als geplant. Diverse Ideen geistern um.
In der Gräfstraße (Philosophicum), wo früher auch so mancher Mitarbeiter der Vowi eifrig Geschichte studiert hat, gab es die sehr konkrete Idee eines gemeinschaftlichen Lebens und Arbeitens. Diese Projektgruppe Philosophicum scheiterte am Geld. Jemand anderes hatte in kürzerer Zeit mehr Geld zu bieten und baut jetzt Studentenwohnheime. Da er sehr viel Geld gezahlt hat, werden die zu vermietenden Räume nicht billig zu haben sein. Studieren kostet.

Heute und morgen ist zu

Die Vowi hat am 24. und 25.12. geschlossen. Zu Silvester am 31.12. ist ab 21.00 Uhr geöffnet. Vom 01.01. bis zum 04.01. ist geschlossen, weil wir renovieren wollen, wenn nichts dazwischenkommt wie gerissene Menisken, Handgelenküberbeine, Tennisarme, Kalkschultern bzw. Rückenschmerzen. Im Zweifel geben wir Bescheid.

Der 75. Geburtstag von Frank Zappa

Heute wäre Frank Zappa 75 Jahre geworden. Ein Beispiel für seine extreme musikalische Vielfältigkeit, die handwerklich perfekt und virtuos auf der Bühne umgesetzt wurde, ist ein Konzertfilm von 1973, der jetzt veröffentlicht wurde.
Roxy The Movie
Die Musiker montieren und demontieren die eigenwilligen Kompositionen Zappas. Dabei sind sie und ganz besonders er so lässig bei der Arbeit, dass die höchsten Ansprüche ihrer Könnerschaft ganz unprätentiös rüberkommen. Nebenbei glänzt Zappa als Gitarrist: Als ob er einen Haufen Sand siebt, um ihn dann neu auf einen Haufen zu schippen. Nicht zu vergessen sind die Texte der Lieder. Sie sind naturalistisch im wahrsten Sinn des Wortes.

Ist der Kartoffelsalat selbst gemacht, von Alnatura, aus der Metro oder aus?

Die Gentrifizierung hat die Fortbewegungsmittel unserer Gäste verändert. Es kommen immer mehr mit Rad in das gefährliche Bermuda-Dreieck des Frankfurter Stadtteils Bockenheim. Auch die Frankfurter Rundschau hat dies bemerkt, aber sie beschreibt etwas anderes. Lest doch selbst!
Bermuda-Dreieck

Im Ernst…übrigens…die Vowi versucht seit einiger Zeit ein Gespräch zu organisieren, in dem es um die Veränderungen in Frankfurt gehen soll. Damit sind sehr allgemein die wirtschaftlichen, sozialen und kulturrellen Bedingungen, unter denen wir leben, gemeint. Genauer gesagt, die hohen Mieten, der Umzug der Uni, die Veränderungen im Stadtbild usw. Dazu werden wir sehr kompetente Leute in der Kneipe haben. Demnächst mehr. Fangen wir an, das Thema zu umkreisen.

Ja

Ausnahmsweise ist die Kneipe heute am Samstag, den 26.09. nach dem Pauli-Spiel und den 15.30 Spielen zu. Wir haben geschlossen, weil geheiratet wurde und dies von AB und ihrem Helden Spartacus in kleinem Rahmen gefeiert wird.

Kleinöde

Gäste aus der Kneipe haben in Eigenregie ein Buch veröffentlicht:
Kleinöde. Ein Bildband zur Idee und Praxis städtischer Plätze in Frankfurt am Main.
Der lyrische Titel und der etwas sperrige Untertitel stehen meines Erachtens für einen sehr gelungenen Stadtführer, der höchsten Ansprüchen genügt – inhaltlich und ästhetisch. Mittels vielen Schwarz-Weiß-Fotografien werden in den dazugehörigen Beiträgen die Plätze lokalisiert, historisiert und beschrieben. Besondere Punkte innerhalb der Plätze, wie Kneipen, Läden usw. werden benannt und erklärt.
Für € 19,90 bekommt man ein außergewöhnliches Buch über Frankfurt. Darüberhinaus haben die Autoren ein witziges Quartett zum Buch erfunden, was man für € 7,- kaufen kann.
Beides gibt es in der Vowi, wenn es nicht ausverkauft ist.