Heute ist zu.

Heute am Sonntag ist die Kneipe zu.
Anstatt Euch zu überlegen, ob Ihr deswegen ins Kino geht,
um Euer popkulturelles Wissen zu erweitern, indem ihr Matrix 4 schaut, empfehle ich Euch drei Filme auf Arte.
Jetzt klicken natürlich schon die ersten weg, weil sie meinen, die Eintracht hat ja schon gespielt und Sky Arte noch nicht aufgekauft. Die Nächsten können sich ein Gähnen nicht unterdrücken, weil sie denken, Arte ist so langweilig wie eine leere Kneipe mit einem Wirt, der in der Küche verschwindet und man am Tresen ohne sein vergessenes Handy sitzt, um alkoholfreien Apfelwein von Rapps zu trinken. Die jetzt noch Übriggeblieben, die vielleicht bereit wären zu schauen, schlafen schon längst, weil sie morgen früh ihr Homeoffice zeitiger anfangen müssen.
Versuchen will ich es dennoch:

Szenen einer Ehe in der Langfassung:
quälend lange,
Selbstzerfleischung mit einhergehender Selbstdiagnose seiner selbst in Form der geführten Beziehung,
Meisterwerk von Ingmar Bergmann mit Liv Ullmann in der Hauptrolle, die ihre schauspielerischen Abgründe wie Pauspapier durchscheinen lässt
In der TV-Illustrierten würde ich schreiben: Beziehungsdrama oder was in den Fußnoten der Sternzeichen steht
https://www.arte.tv/de/videos/RC-021876/szenen-einer-ehe/

Vigil:
Krimi-Miniserie,
spannend, nicht aus der Luft gegriffen,
zeigt, was hinter und vor den Kulissen passiert,
im Original mit schönem schottischen Dialekt
In der TV-Illustrierten würde ich schreiben: Erfolgsserie aus GB, die vor der eindrucksvollen Küstenlandschaft Schottlands einen Mord auf einem Atom-U-Boot mit den traumatischen Erlebnissen der ermittelnden Kommissarin verknüpft
https://www.arte.tv/de/videos/096217-001-A/vigil-1-6/

Magical Mystery Tour:
Film nach Roman von Sven Regner der bekannt als Sänger von „Element of Crime“ ist und auch witzigen Podcast „Narzissen und Kakteen“ darüber gemacht hat,
eine Gruppe leicht bist sehr durchgeknallter Techno-DJs machen eine Tour durch Deutschland,
den Bandbus fährt ein liebevolles Monster namens Charlie, der mal einer von ihnen war, in der Klapse landete und seitdem kettenrauchend in einer Entziehungs-WG in Hamburg wohnt,
verrückt zu sein liegt im Auge des Betrachters oder – für Arte-Konsumenten liegt das auf der Hand – man meint es wie Foucault, der sagt, u.a. auch der „Wahnsinn“ ist ein gesellschaftliches Konstrukt, welches man kennen, einordnen und dechiffrieren kann.
In der TV-Illustrierten würde ich schreiben: unterhaltsamer Roadmovie mit vielen verschrobenen, aber liebenswerten Charakteren, führt uns in die Nuller Jahre nach Hamburg, Berlin und den Rest der Republik
Nicht mehr in der Arte-Mediathek vorhanden. Müsst Ihr Euch in der Stadtbibliothek ausleihen oder streamen bei Amazon oder Sky
Trailer: https://youtu.be/jrLpKfV7dag

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