Kategorie: Musik

Operette, Schlager und Volksmusik kommt hier nicht als Thema vor

Konzerte

Spielerlaubnis Made In GDR Zeigen Sie mal Ihre Spielerlaubnis!

27.01. Killswitch Engage und The Haunted in Wiesbaden im Schlachthof
28.02. John Cale in der Batschkapp (28,-)
13.03. Caliban in der Batschkapp
14.03. Bonnie Prince Billy im Mousonturm (26,70)
02.04. Van der Graaf in Colos-Saal in Aschaffenburg (31,50)
09.04. Unearth, Colos-Saal in Aschaffenburg (17,-)
16.04. Blumfeld, Mousonturm (16,50)
28.04. Pothead, Coolosaal in Aschaffenburg (15,-)
16.05. Trivium, Annihilator, Wiesbaden im Schlachthof (27,-)
26.05. The Haunted, Frankfurt im O25
17.06. Peter Gabriel, Mainz in der Zitadelle (71,90)
01.10. Zappa Plays Zappa, Frankfurt in Jahrhunderthalle
04.10. Tocotronic, Offenbach im Capitol
07.10. David Sylvian, Offenbach im Capitol
25.10. Manu Chao, Ffm. Jahrhunderthalle (30,-)

Stammbaum der elektronischen Dance Music

Früher konnte ich immer S. V. fragen, wenn ich zwischen Techno, Trance, Vocal Trance, Chillout, House, Euro Dance, Hard Dance, Progressive, Goa-Psy Trance, Hard Core, DJ Mixes, Lounge, Ambient, Drum ’n‘ Bass, Classic Electronica, Breaks, Gabber oder Replay nicht richtig durchgeblickt habe. Heute kann ich am Tresen zwar in Erfahrung bringen, wie man in Norddeutschland Linsensuppe zubereitet oder, daß es in Japan neben dem imaginären Schwertkampf noch die reine Kunst des Schwertziehens gibt, in Sachen Beats ist es dagegen ruhiger geworden. Deshalb ist es gut zu wissen, daß es folgende Seite zur Weiterbildung gibt:
www.di.fm/edmguide
und dann weiter auf
Launch Ishkur’s Guide to Electronic Music!
klicken.
Dazu gibt es noch viele Hörbeispiele.

Wir müssen hier raus

Im Bett ist der Mensch nicht gern alleine
und in meinem Bett ist grad noch Platz für dich.
Doch mein Alter ist fast jeden Tag zu Hause
und ich glaub, er hat was gegen dich.
Für mich ist die Welt nicht mehr in Ordnung,
nicht früh um Sieben und auch nicht nach der Tagesschau.
Für mich heißt das Wort zum Sonntag „Scheiße“
und das Wort zum Montag „Mach mal Blau“.

Refrain:
Wir massen hier raus! Das ist die Hölle!
Wir leben im Zuchthaus!
Wir sind geboren, um frei zu sein,
wir sind zwei von Millionen, wir sind nicht allein.
Und wir werden es schaffen, wir werden es schaffen.

Mein Alter sagt, die Welt wird sich nicht ändern,
dabei weiß er ganz genau, was läuft.
Doch er glaubt, er vergißt die ganze Scheiße,
wenn er abends in der Kneipe hängt und säuft.
Er sagt, der schönste Platz ist immer an der Theke,
da hat er recht, zu Haus ist kaum noch Platz für drei.
Darum bin ich auch den ganzen Tag auf Arbeit,
man kann sagen, ich bin so frei.

Refrain…

Wir werden es schaffen.
Und was kann uns hindern? Kein Geld, keine Waffen,
wenn wir es woll’n. Wir werden es schaffen.
Wir sind geboren, um frei zu sein.
Wir sind zwei von Millionen, wir sind nicht allein.
Wir sind geboren, um frei zu sein,
Wir sind 60 Millionen, wir sind nicht allein.
Wir sind geboren, um frei zu sein.
Frei!

von
Ton Steine Scherben

Apfelmann versus Hartz IV

apfelmaennchen.gif Apfelmännchen in ASCII

Das letzte Album der Hamburger Band Blumfeld drehte sich um Obst, Gemüse und Tiere. Die Kritik eines Fans der Band lautete, dass in Zeiten von Hartz IV solche Texte ziemlich einfallslos sind. Blumfeld sind Äpfel und Co wichtiger als beispielsweise repressive Instrumente des Staates, wie Hartz IV, zu kritisieren. Auf meinen Einwand hin, daß für mich Sozialhilfe und Hartz IV eigentlich das gleiche bedeuten und ich mir es schwer vorstelle, ein Lied darüber zu schreiben, meinte der Fan nur, daß Sozialhilfe eine wirkliche Unterstützung von staatswegen sei, aber Hartz IV dagegen Repression.
Vielleicht nicht gerade deswegen, aber dennoch Blumfeld lösen sich auf. Alle frühen Alben kommen noch mal mit einigen Bonus-Schnick-Schnack raus. Ein limitierte Box mit einer Live-Platte wird es geben und auf einer Abschiedstour kann man sie am 16.04. zum letzten Mal im Mousonturm sehen.

Tätigkeitsschlüssel: 912

Leute, Leute, Leute!
Habt Ihr schon mal einer kalauernden Alterhherrenrunde Getränke serviert? Der arme 912 (Tätigkeitsschlüssel der in der SV-Meldung für eine Service-Kraft abzugeben ist)!
Soviel langweilige Wortspiele, dumme Bemerkungen, asexuellen Anspielungen und dämliches Grinsen habe ich selten erlebt. Schließlich drehte sich die Frage, was Sisyhpos macht, nachdem er den Felsblock nachoben gewuchtet hat und wohin der Felsblock dannach eigentlich immer hinpoltert. Der 912 parierte diesen Nonsens mit der Bemerkung, dass dies (für den Mythos) genauso „wichtig“ sei, wie beispielsweise die Frage zu Rotkäppchen, ob der Wolf schlechte oder gute Zähne hatte oder ob Rotkäppchen einer Unterhose getragen hat oder nicht…

Am Mittwoch, den 21.12. 2005 wäre Frank Zappa Fünfundsechzig Jahre alt geworden.

Weihnachten und Neujahr bleibt die Vowi zu.
Silvester ist offen!

IM Vowi

Von mir hat die Vievah nichts bekommen – Ich war im Sommer in der Vowi

Würde die Vowi einen Fußball-WM 2006-Schnaps kreieren, in der Art des hausgemachten „Sauren“, partizipiert die Fifa, der Weltverband der 207 Länder-Fußballverbände, wie folgt:
Zum ersten sind alle Namensrechte lizensiert bzw. dürfen nicht genutzt werden. Unser Schnaps dürfte also nicht Vowi-WM-Schnaps-2006 heißen. Alle Begriffe wie „WM“ oder damit in Verbindung gebracht „2006“ sind namensrechtlich geschützt. Der Schnaps könnte heißen Eintracht-Schnaps-im-Juni oder Vowi-Ich bin dabei-Schnaps im Juni…
Wenn die Fifa unseren Vowi-Ich bin dabei-Schnaps im Juni als offiziellen WM-Schnaps akkreditieren würde, bekommt die Fifa zehn Prozent vom Umsatz des Schapses. Wenn das WM-Maskottchen, das WM-Holigramm oder die Verpackung bzw. das Glas mit eben diesen offiziellen Zeichen genutzt wird, ist wieder Geld (acht Prozent vom Umsatz oder ein fester Betrag) an die Fifa fällig.
Was macht die Fifa bzw. die 207 Fußballandesverbände mit dem vielen Geld? (Von den Zuständen beim Kartenkauf will ich hier gar nicht erst reden.)
Vielleicht machen wir ja ein Vowi im Sommer 2006-T-Shirt mit dem Satz:
Von mir hat die Vievah nichts bekommen
Ich war im Sommer in der Vowi

oder
Lieber in der Vowi zehn Bier
als EmVau den Schnaps bezahlen

oder
Die Viewah stinkt
In der Vowi riecht es ehrlich

oder
700 Milionen für die Viewah sind genug
Die Vowi braucht auch was

Weihnachtsideen bzw. meine beiden CDs des Jahres 2005:
Bonnie „Prince“ Billy
„Summer in the Southeast“
live-Mitschnitt aus kleinen Klubs, die (schönste) traurigste Stimme der Welt von Will Oldham singt Lieder, die zwischen Country-Ballade und Punkrock am Abgrund entlang schrammeln; einmalig

19 Jahre später und immer noch einmalig (2024)

Wilco
„Kicking Television“
live aus Chicago erinnert der Sänger und Chef der Band Jeff Twiddy an einen heißeren Elvis Costello; die Band schafft musikalisch mühlos das Spagat, modern zu klingen, aber locker mit Versatzstücken der Rockgeschichte zu arbeiten, wie Country-oder Artrock; eine -naja- neuere Band, die den Zeitgeist mit der Geschichte eint

IM Vowi

Zivilisiert

1985 besuchte Ronald Reagan auf Einladung von Helmut Kohl (West-) Deutschland. Das Hambacher Schloß sollte besucht werden, aber viel symbolträchtiger war der gemeinsame Gang auf den Soldatenfriedhof in Bitburg, wo auch Mitglieder der Waffen-SS begraben liegen. Kohl fand dies in Ordnung und plädiert in seinen Erinnerungen für einen unverkrampften Umgang mit der eigenen Geschichte und für keine kollektiven Entschuldigungen.
Frank Zappa fand dies nicht in Ordnung und auch (siehe unten) einige andere – zum Glück! In seinem letzten Jahr vor seinem Tod veröffentlichte Werk Civilization Phase III gibt es ein Instrumental mit dem Namen Reagan At Bitburg. Zappas Regieanweisungen für diese als eine Art Hörspiel konsipierte CD sind:
The shopping mail tableu does a quick change, becoming The Bitburg Cemetery. Ronald Reagen appears and lays a wreath on an SS officer´s grave. Within moments the stage is filled with happy dancing Nazi-pigs and Nazi-ponies.
Helmut Kohl schreibt staatsmännisch:
Auf dem Weg vom Hubschrauberlandeplatz zum Hambacher Schloß erlebten wir ein Spektakel, das allenhalben Abscheu hervorrief. Etwa zweihundert erwachsene Menschen, die rechts und links der Wegstrecke standen, ließen schlagartig ihre Hosen und Röcke herunter, als die Kolonne mit dem Staatsgast an ihnen vorbeifuhr. So zeigten sie dem amerikanischen Präsidenten und seinen Begleitern den nackten Hintern. Alles, was Reagan dazu sagte, war: „Was man nicht alles sieht.“
Hannelore, die zusammen mit Nancy Reagan im Wagen unmittelbar hinter uns fuhr, regte sich furchtbar auf. Und auch der wenig deutschfreundlichen amerikanischen First Lady verschlug es die Sprache. Diese Aktion eines Teils der Friedensbewegten zeichnete ein Zerrbild von Deutschland.
Ich schämte mich sehr dafür.

(Vorabdruck der FAZ vom letzten Freitag aus Helmut Kohls Erinnerungen 1982-1990, welche diese Woche erscheinen soll)

IM Vowi