Alle Artikel von kmaass

Petite Cuisine, 01.04.21

pc_01_04

Ei verbibbsch nochema!
Da waren doch am Dienstag die Eier zur Grünen Soße nicht, wie von mir angegeben, aus „Ökologischer Erzeugung“, sondern aus „Bodenhaltung“. Kann ich selber nicht erklären. Hatte ich da Eier in einer falschen Verpackung erwischt? In Zukunft schaue ich genauer auf die Eier und nicht nur auf die Verpackung. Auf allen Eiern ist ein Stempel. Die Ziffer 0 gibt an, dass sie aus Ökologischer Erzeugung sind. Alle anderen Nummern sind „Aua“ und sollen nicht in der Vowi verwendet werden.

Damals als kleiner zukünftiger Gastronom in der Leipziger Tieflandsbucht, denn zu dieser Zeit gab es dort kein Bundesland Sachsen, sondern drei Bezirke, benannt nach den jeweils größten Städten, suchte ich bereits heute, am Gründonnerstag, nach den Ostereiern. Ich kann es nicht erklären, und ich kenne keinen im Rest der Welt, der es mir gleich getan hat. Wobei man im Netz schnell fündig wird, dass manchen Ortes bereits am Gründonnerstag, sogar – und dies sind dann keine Christenmenschen – karfreitags gesucht und gefunden wird.

Da mir religiöse Erfahrungen nur im Zusammenhang mit der Eintracht als meinem Luther, dem Kicker als Bibel, dem Waldstadion als Kirche und der ewigen Erbsünde stromaufwärts oder stromabwärts des Mains sinnhaft erschienen sind, hätte ich an jedem Tag des Jahres Ostereier gesucht, wenn meine Mutter sie versteckt hätte.

Deshalb wage ich heute eine vegetarische Ostertorte aus Ligurien, denn auch ich will mich nicht frei von Sünde sprechen. Die Torta pasqualina beseht eigentlich aus 33 Teigschichten nach den Lebensjahren Jesus Christi. Ganz so bibelfest bin ich nicht. Deshalb gibt es eine Art Ostertorte mit einigen Teigschichten (aus Weizenmehl), Spinat mit Ricotta und Eiern in der Mitte und wieder Teigschichten obendrauf. Sieht schön aus und schmeckt wie ein Gemüsekuchen.

Dann gibt es noch eine Moussaka. Ein Bio-Hackfleisch-Auberginen-Auflauf mit einer Schicht Kartoffeln. Es erinnert ein wenig an Lasagne. Nur nicht so tomatig. Auberginen sind in der Petite Cuisine, höchst selten.

Schließlich soll es wieder einen Buttermilchgetzen geben. Ihr erinnert Euch. Dies war eine Art geschmorter Kartoffelkuchen. Kartoffeln sind aus der Wetterau. Heute kommt er auf einem Salat.

Nächste Woche findet Ihr hier die Essenüberlegungen für April. Aprilscherz ist mir keiner eingefallen.

Petite Cuisine, 30.03.21

pc_30_03

Das Bio-Rindfleisch in der Linsensuppe ist vom Gut Fahrenbach.
Die Frikadellen sind aus Biohack vom Tegut.
Der Kartoffelsalat ist ohne Mayo.
Alle Eier sind Bio und vieles andere Zutaten, wie die Linsen, sind es ebenso.

Programmänderung: Am Gründonnerstag wird gekocht. Die Petite Cuisine findet, wie immer zwischen 17.00-20.00 statt.

Petite Cuisine, 27.03.21

Heute am Abend gibt es ausnahmsweise eine Petite Cuisine zwischen 16.00-19.30.
Danach machen der Vowi-Chefneurologe zugeschaltet aus Konstanz und der junge Marx aus der Karl-Marx mit mir als virtuelles Bierglas den Vowi-e-Quiz. Mal sehen, ob alles klappt oder ob ich nicht etwas vergesse oder übersehe. Wie beispielsweise die Soße zum Französinnen-Sandwich am Donnerstag bei einer Arbeitsbiene, die aus Muttenz in Frankfurt ansummend, Honig gesammelt hatte. Und so den Toast allein recht trocken ohne „Honig“ essen musste. Mein Fehler. In meine Verantwortung. Tschuldigung!

pc_27_03

Petite Cuisine, 25.03.21

pc_25_03

Heute gibt es mit Hilfe von Luca da S. Portugiesisches Essen. Er schleicht sich für ein, zwei Stunden aus dem Trainingslager der portugiesischen Nationalmannschaft. Natürlich weiß Cristiano Bescheid. Sei kein Problem. In solchen Zeiten hilft man. Er läßt grüßen. Wollte kurz vorbeikommen. Geht nicht. Die neue Unterhosen-Kollektion ist wichtiger. Sie spielen ja gegen Serbien gegen den anderen Luca der Eintracht. Filip war ein wenig sauer, weil es nie serbisches Essen in der Kneipe gibt. Er nahm es aber sportlich und lässt ebenso grüßen. Auch alle BVB-Fans in Bockenheim. Hatte ich so verstanden. Mein serbisch ist ja bruchstückhaft. Könnte durchaus sein, dass er irgendjemanden oder irgendwas verflucht hat. Werden wir zu Ostern sehen.

Feijoada, der Bohneneintopf, besteht aus Wurst und Fleisch (eine Art Bratwurst, geräucherter Schweinenacken, geräuchertes Schweinebauchfleisch, Chorizo, Kochfleisch), die ich in der Heddernhemer Landstraße 24 im portugiesischen Supermarkt „Aveirense“ gekauft habe. Ist alles kein Bio. Gibt es dort nicht.
Die anderen Zutaten sind schwarze Bohnen (Bio), Zwiebeln, Knoblauch und Gewürze.
Ich persönlich würde die Feijoada mit der vegetarischen Variante mischen, die ein Gemüse-Bohnen-Eintopf mit geräuchertem Paprika ist. Die Feijoada pur mit Fleisch ist schon mächtig. Zur Feijoada gibt es Knoblauchreis und Maniok.
Wer es auf den Gipfel treiben will, bestellt das Francesinha-Sandwich. Zwischen drei Scheiben Weißbrot vom „Kronberger“ in der Vogelsbergstraße gibt es Schnitzel (Bio, Wingenfeld) Chorizo und Kochschinken (beides Bio). Dieses Bauwerk wird mit einer Soße, bestehend u.a. Portwein, Zwiebeln, Knobi, veredelt. Garniert ist dies mit Käse und Ei. Wir können ihn fertig machen oder soweit fertig machen, dass Ihr ihn in die Backröhre setzt, damit der Käse zerschmilzt.
Luca hatte mir noch eine Art portugiesische Paella mit Meeresfrüchten und Fisch (Arroz de Marisco) vorgeschlagen, wobei hier der Reis glücklicherweise keine Kruste haben soll, was mir übrigens in der Peitite Cuisine nur sehr mäßig bis gar nicht gelungen ist. Der Reiseintopf bleibt also flüssiger als eine Paella. Zubereitet mit Knobi, Zwiebeln, Tomaten und Portwein ist dies ein eher seltenes Essen der Kleinen Küche.
Weil in Portugal wohl nur wenige Vegetarier leben und für jene Gäste, die sich nicht durch die Fleischberge futtern wollen, wird es Bärlauch-Pesto mit Nudeln geben.

Ausnahmsweise gibt es am Samstag eine Petite Cuisine mit Grüner Soße, Ei, Schnitzel, Tafelspitz.
Nächsten Dienstag geht es normal weiter. Gründonnerstag überlege ich. Im Zweifel übernehme ich die Verantwortung.

Petite Cuisine, 23.03.21

Heute gibt es Gemüsekuchen. Da Fabrice hilft, nenne ich ihn Quiche oder Tarte als Lauch oder als Hack (Bio)-Lauch Variante.
Mit dem Tafelspitz (Bio) von Gut Fahrenbach aus dem Vogelsberg waren wir bereits am Samstag zur letzten Vowi-Cuisine sehr zufrieden. Deshalb wird es heute aus der gleichen Lieferung Tafelspitz auf Salat und als Abendbrotvariante mit Grüner Soße gereicht.
Einen Borschtsch-Eintopf (mit und ohne Tafelspitz) bildet den heutigen Abschluss der Petite Cuisine.

pc_23_03

Donnerstag, 25.03.
Luca – Ihr wisst es ja, der Junge von der aktuell spielfreien Eintracht- hilft der Vowi und kocht wieder mal portugiesisch, um Euch und seinen Mitspieler Andre eine Freunde zu machen.
Wir werden u.a. eine Feijoada mit und ohne Fleisch kochen, diesen Monster-Sandwich Francesinha und eine Art Meeresfrüchte-Reis-Pfanne anbieten.

Samstag, 27.03.
Ausnahmsweise wird es diese Woche dreimal durch das Fenster der Vowi etwas zu Essen geben.
Am Samstag findet unser Kneipen-Quiz online statt. Der Quizmeister Tonio hatte die Idee Care-Pakete für die Quizzer anzubieten. Und ich biete dies einfach für alle an:
Grüne Soße mit Ei
Grüne Soße mit Schnitzel
Grüne Soße mit Tafelspitz
Handkäse
Glas Barlach-Walnuß-Pesto
Glas Tomaten-Walnuß-Pesto
0,5 l Mexicana
0,5 L Saurer
1 L Matsch & Brei

Petite Cuisine, 18.03.21

Eine Malerin, deren Name ich nicht erwähnen darf, damit sie in Ruhe unter einer großen Linde in einer abgeschiedenen Klause ihre Kreativität entfalten kann, hat für die nächste Vowi-Cuisine am Samstag eine bildliche Umsetzung des Fotoreihe „Shadow on the wall“ von Andy Chapman aus dem Jahre 1983 geschaffen.

Ich musste mich mit profaneren Dingen, wie der Überbrückungshilfe III und dem Geschnetzelten (ausnahmsweise kein Biofleisch) für heute befassen.
Auf dem kleinen Zettel ist alles notiert.
Bis später!

Petite Cuisine, 16.03.21

Heute gibt es Lasagne mit Biohack und eine vegetarische Spinat-Schafskäse-Lasagne. Fabrice, wir bereiten die nächste Vowi-Cuisine für Samstag vor, hilft. Am Donnerstag wird es ausnahmsweise kein Biofleisch geben. Ich habe noch zwei Chargen Schnitzel, aufbewahrt in der Tiefkühltruhe, aus der Metro, die kein Biofleisch sind. Es sind die letzten Kilo Fleisch ohne Biosiegel, welche ich, bevor mich moralische Skrupel packten, gekauft hatte. Da ich sie nicht wegwerfen möchte und ich sie nicht alleine verspeisen kann, biete ich sie in der Petite Cuisine (als Geschnetzeltes und als Schnitzel) ausnahmsweise an.

Der Holzboden (schwimmendes Parkett) in der Kneipe ist verlegt. An sich sind jetzt alle Renovierungs- und Umbauarbeiten erledigt. Es gibt allerdings viele Nacharbeiten unsererseits. Dafür werden wir Zeit haben, vermute ich, ehe vor der Tür geöffnet ist. Erst nach Ostern sehe ich den Sommergarten der Vowi vor der Kneipe. Abhängig von u.a. davon:
Zum anhören oder durchlesen:
https://www.deutschlandfunk.de/von-astrazeneca-bis-biontech-seltenen-impfrisiken-auf-der.740.de.html?dram:article_id=493086

Die staatlichen Hilfen für die Vowi fließen aktuell zwei bis drei Monate später als die monatlichen Fälligkeiten. Sie halten die Fixkosten-Kreisläufe und damit die Kneipe ohne reguläre Verkäufe aufrecht. Klagen sind an sich verständlich, aber im Fall der Vowi nicht nötig. Allerdings sind alle Hilfen vorläufig und es wird irgendwann, wenn alles vorbei sein sollte, eine Endabrechnung von staatlicher Seite geben.

pc_16_03

Petite Cuisine, 11.03.21

Cordon bleu, Rösti, Blumenkohl und die Sahnesoße sind ein schönes Abendbrot. Das Essen heute ist in meinen Augen nicht groß erklärungsbedürftig.
Vielleicht die Pesti noch am ehesten. Ich nehme Walnüsse, Olivenöl, nicht viel Knobi, gröberen Pfeffer, Salz und vielleicht ein geheimes Gewürz.
Das To-Pesto ist aus getrockneten Tomaten, die ich vorher eingeweicht habe. Aus rohen Tomaten gemacht, ergebe es eine To-Soße und kein Pesto.
Die Oliven-Bohnen-Variante ist ein Versuch eine Art feuchteres Kichererbsen-Pesto zu machen.
Die Avocado-Soße ist mit Creme fraiche, Knobi, etwas Schärfe, Olivenöl, Salzzitronen-Wasser und der Gewürzmischung Ras el-Hanout. Könnte ich mir gut ein paar Krabben dazu vorstellen. Habe ich heute leider nicht.

Vergesst nicht am Sonntag zu wählen!
Ich wurde im Januar gefragt, was ich von der Idee einer Spielstraße in unserer Ecke in Bockenheim halte. Hier mein Senf dazu. Wie immer zu viel Text.

pc_11_03

Spielstraße in unserer Ecke

… Im Januar wurde ich angesprochen, was ich von der Idee einer Spielstraße in Bockenheim halte. Hier habe ich speziell über die Ecke, wo ich tätig bin geschrieben. Ganz nach meinem Dafürhalten gehe ich das Thema durch. Zum Schluß schlage ich zwei im Viertel bessere, wie gesagt nach meiner Meinung, Räume vor.

Ich finde die Idee einer Spielstraße an sich gut. Nur müssen bei dieser Entscheidung die Anwohner und durchlaufenden Menschen Richtung alter Uni oder Richtung Westbahnhof mitgenommen werden. Dazu steht, dass die Kinder sicher auf einigermaßen sauberen Straßen und Ecken herumtollen können. Ich habe Zweifel, ob an unserer Ecke dies alles unter einen Hut zu bringen ist.
Dies sind meine Realitäten:
In unserer Straßenecke gibt es viele Anwohner, die regelmäßig ein Auto nutzen oder auf dessen Beweglichkeit angewiesen sind. Ich spreche hier von den Frauen im Methaton-Haus. Zum Haus fahren mehrmals pro Woche Polizei, Feuerwehr oder Krankenwagen, wie ich als jahrzehntelanger Nachbar immer wieder erfahre.
In unserer Straßenecke gibt es behindertengerechte Wohnungen, die vor ihrem Haus eigene Parkplätze haben.
In unserer Straßenecke gibt es mir bekannte ältere Leute, die schlecht zu Fuß sind und ebenfalls auf ein Auto oder mindestens auf einen Fahrdienst angewiesen sind.
Ich finde in unserer Straßenecke, wenn ich 3x im Monat mit meinem Großeinkauf im Auto faktisch keinen Parkplatz. Zu viele Autos bzw. zu wenig Parkplätze.
In unserer Straßenecke gibt es bedingt durch das Frauenhaus, durch meine Kneipe und die diversen Kioske viele mit legalen und vielleicht auch mit illegalen Drogen sich beschäftigende Anwohner, Spaziergänger und Junkies. Manch einer pinkelt auch einfach an die Häuserwand. Das Kehren und Wegräumen von überquellendem Müll vor den Mülleimern ist mein tägliches Handwerk. Man kann sagen, die Straße lebt. Dabei kann es laut werden, es kann stinken, es kommt ebenso, glücklicherweise selten, zu Aggressionen.
Dies sind meine Wünsche:
Ich möchte, dass es leise, sauber und schön ist. Die Vermieter sind nett und verlangen bestenfalls die ortsübliche Vergleichsmiete. Tagsüber erschallt Kinderlachen, vielleicht das leise Säuseln eines E-Autos und natürlich kann das E-Bike im Hausflur stehenbleiben und verstellt keine Einfahrt.
Leider ist die Realität eine andere. Mit dieser anderen, oben geschilderten Realität bin ich seit 1997 intensiv beschäftigt. Sie auszuhalten und zu leben, füllt meine Arbeit. Eine Spielstraße hält unsere Ecke, aus verkehrstechnischer und etwas überspitzt formuliert, aus der sozialen Gemengelage nicht aus, würde ich behaupten. Dennoch ist es immer Wert, darüber zu reden. Unweit unserer Kreuzung finden sich, meiner Meinung nach, zwei bessere Orte, wo die Bedingungen einer Spielstraße erfüllt werden könnten.
Deshalb schlage ich vor, eine Spielstraße am Ende der Jordanstraße Richtung Westbahnhof nach dem Muster der Rotlintstraße im Nordend anzudenken. (Ich wohne unweit der Rotlintstraße und meine beiden Kinder gingen in den Schülerladen „Zwiebelfisch“ in der Rotlintstraße.) Die Rotlintstraße ist eine Sackgasse, was zur starken Senkung des Verkehrs und damit zur Sicherheit der spielenden Kinder verhilft. Eine anderer, besserer Ort als Spielplatz oder Spielstraße wäre ebenso unweit unserer Ecke bereits vorhanden: der Adorno-Platz. Hier ist Raum. Der Verkehr bewegt sich rundherum. Dort einen Teil einer umführenden Straße als Spielstraße zu markieren, erscheint mir praktikabler zu sein.
Ich bleibe gerne im Gespräch. Ziel muss es ein und dies als kategorischer Imperativ, einen Kompromiss zu finden. Nur so kann eine Spielstraße in Bockenheim erdacht und genauso im Bundestag ein Gesetz beschlossen werden.

Mit freundlichen Grüßen