Planwirtschaft

20 Jahre voll mit Geschichten aus der Volkswirtschaft
Nr. 4: Planwirtschaft im Kapitalismus

„Hallo Steffi! Krieg ich noch ein kleines Bier und einen Ouzo? Ich weiß, du musst gleich zumachen wegen der Sperrstunde und hast keinen Bock mehr, weil so viel zu tun war. Ich mach schnell!“

In den ersten Monaten, als von 9.00 Uhr bis zur Sperrstunde nach Mitternacht geöffnet war, mussten viele helfende Hände da sein. Für fast alle Arbeiten gab es Listen und Vorgaben, die demokratisch diskutiert und umgesetzt wurden. Ich will ehrlich bleiben. Es wurde versucht, sie umzusetzen.

Ein ständiges Problem ist, bei voller Kneipe die Arbeit allein zu bewältigen. Man kann sofort einwerfen, dann arbeitet doch zu zweit. Wenn man wüsste, wann die Kneipe voll ist und wann nicht, wäre dies einfach zu lösen. Es ist immer, bis auf Fußballspiele der Eintracht, unserm Quiz, der Vowi-Cuisine und größeren Feiern, nicht vorhersagbar. Deshalb gab es diverse Versuche, dieser Situation Herr zu werden. Anhand der Aufzeichnungen im Übergabebuch von 1998 kann man sehen, dass es herbe Kritik an meiner allerdings kapitalistischen Planwirtschaft gab.

Fopper am 06.03.98

„Lectori Salutem, Karsten, momentan halten sich die Gäste nicht an Deine Planwirtschaft…was nun???“.

Fopper, wie immer sachlich und ruhig.

1998. Fopper, wie immer sachlich und ruhig.

Steffi am 17.03.98

Karsten, du Sau! Kaum warst Du weg, war der Laden voll! Ohne Nina + Sven wäre ich mit wehenden Fahnen untergegangen. Planwirtschaft funktioniert nicht. Gruß Steffi“.

Ich antwortete mit einem angelehnten Lenin-Zitat:

Arbeiten, arbeiten nochmals arbeiten!“.

Steffi direkt und etwas emotionaler. Ich appellierend.

1998. Steffi direkt und etwas emotionaler. Ich appellierend.

Dennoch haben wir es irgendwie immer geschafft. Danke Kollegen!

„Tschüß. den Deckel bezahl ich morgen!“