An der Vowi hat es ganz sicher nicht gelegen. Wir haben fein die Pacht bezahlt, fein zum überteuerten Listenpreis das Bier gekauft und auch ansonsten auf jede wirkliche Hilfe mangels Gelegenheit der Binding-Radebrger-Oetker-Gruppe verzichtet. Dennoch: in der Jahrespressekonferenz der Oetker-Gruppe Ende Juni gab August Oetker an, dass das Renditeziel des gesamten eingesetzten Kapitals des Unternehmen mit 12% verzinst werden sollte. Leider wurde diese Ziel nicht erreicht. Das Schiffahrtsgeschäft schwächelte. Neben der Schiffahrt (Reederei Hamburg Süd) ist die Oetker-Gruppe in Nahrungsmittel (Dr. Oetker), Bier (Radeberger, Jever, Binding, Schöfferhofer, Henninger, Clausthaler), Sekt (Henkel) und andere Getränke (Selters) dabei. Aber man ist optimistisch. Die Redeereien hoffen auf die bessere Konjunktur, das Pizzawerk in Wittenberg läuft gut, in Italien ist man so langsam Marktführer in Sachen Tiefkühlpizza geworden und auf die Vowi in Bockenheim kann man sich eh verlassen.
Kategorie: Vowi
Alles, was mit der Vowi zu tun hat und manchmal gibt es auch keinen Zusammenhang
Dreck reinigt den Magen
Dialog zwischen Gast und Vowianer
Gibt es Stilles Wasser?
Nein – nur als Leitungswasser.
Ist das Leitungswasser auch sauber?
Diese Frage empört mich doch!
Selbstverständlich ist das Leitungswasser sauber.
In Frankfurt kommt es zu großen Teilen aus dem Vogelsberg.
Denkst Du wir machen da vorher rein?
Hast Du noch nie Leitungswasser getrunken?
Nein.
Der Gast trank später doch ein zwei Leitungswasser.
Damals waren die Aschenbecher immer voll bis Fopper kam
Liebe Vowi-Raucher,
ab Oktober 2007 darf man in Hessischen Gaststätten nicht mehr
R a u c h e n.
Ausnahmen sind nur möglich, wenn es einen abgetrennten Raum durch den kein Rauch ziehen kann, geben würde. Wir müßten dann in der Vowi eine Steinwand (Holzwand ist nicht erlaubt) mit Tür einbauen, wobei der Hauptraum (Tresen) größer sein muß, als der Raucherraum. Eine Lüftung wiederum ist nicht von Nöten.
Das Ordnungsamt ist dafür zuständig, dass das Gesetz eingehalten wird. Zuerst aber ist der Wirt dafür verantwortlich. Ihm drohen € 2500,- und dem Gast € 200,- Bußgeld.
In der Vowi sind solche Lösungen nicht machbar.
Wir rauchen ab Oktober vor der Tür.
Wir kaufen einen großen Aschenbecher, einen Heizstrahler und am besten noch ein kleines Zelt, was aber nicht länger als drei Monate stehen darf, denn sonst darf dort auch nicht geraucht werden.
Diese Infos habe ich von der sehr netten Frau Dillenberger vom Hessischen Sozialministerium erhalten.
Tel.: 0611/8173411
Das ist nicht lustig…
Über Witze bzw. Filme von Karl Valentin (1882-1948) konnte ich bisher nie so richtig lachen. Ganz wie die verarmten Nachkommen (Commedians) heute, kommt die Pointe relativ schnell, und sie findet keinen Abschluß (läuft und läuft und läuft). Es ist, als ob jemand einen Witz macht, dich dabei anschaut, anlächelt in der Hoffnung auf Resonanz, du aber, den Witz nicht komisch findend, aus Taktgefühl dennoch lächelnd, in Wirklichkeit keine Mine verziehen willst.
Eine kleiner Film von Karl Valentin aus dem Jahre 1934 heißt Der Firmling. Darin spielt er mit seiner Partnerin Liesl Karstadt Vater und Sohn. Sie gehen in ein Restaurant, und er besäuft sich, und seinem Sohn bekommt die erste gerauchte Zigarre nicht. Er babbelt die ganze Zeit mit jedem (Gäste und Kellner) oder auch für sich allein. Er wird immer betrunkener und peinlicher, redet aber im Sitzen, Fallen und Liegen einfach weiter bis der Sohn den besoffenen Vater hinaus schleppt. Die Pointe ist nach wenigen Sekunden erreicht. Der Film geht noch ein paar Minuten weiter.
Beim ersten Sehen langweilte ich mich schnell. Ich war aber beeindruckt, daß es 1934 und 2007 in Sachen Alkoholmissbrauch keinen großen Unterschied gegeben hat.
Wenige Tage später hatte ich ein Deja-Vu-Erlebnis:
Am Tresen stand eine Helge Schneider-Figur, die halbfertig von der Maskenbildnerin aus seinem neuesten Filmes entlassen wurde. Daneben saß ein zusammengedrückter Joschka Fischer-Bruder. Beide monologisierten in Dialogform über gewichtige Unwichtigkeiten. Es schien vollkommen egal zu sein, über was sie beide schwadronierten. Ganz wie bei Kindern gab es nur diesen Moment, und der wurde hochgehalten bis abrupt ein neues Thema aufgeschnappt wurde. Und es war laut.
Karl Valentin – Helge Schneider – Joschka Fischer in der Vowi und keiner hat gelacht.
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Hundeblick, schielend, rote Nase –
ganz so schlimm sehen unsere Gäste nicht aus
Ausschnitte aus
Der Firmling
Alles zur gleichen Zeit
Während in der Vowi am letzten Freitag in der Nacht zum Samstag gegen 00.15 Uhr
eine Geburtstagsrunde jubeliert,
bei Bad Doberan die letzten Meter Nato-Stacheldrahtzaun verlegt werden,
eine Mutti zu Hause ihren schnarchenden Ehemann die Nase kurz zu hält,
ein Pärchen sich gegenüber der Vowi eng umschlungen am Eingang zum Thailänder amüsiert,
der Wirt die letzten Stühle von draußen nach drinnen räumt,
ein Stuttgarter am Tresen ein Krischtal trinkt,
zwei andere sich in Boxermanier streiten, wer den Salat bezahlt,
wird ein Krankenwagen eingefordert.
Eine von zwei Häuser weiter liegt vor der Vowi. Ihre Mitbewohner sind da. Laura hat einen epileptischen Anfall. Fachmännisch hat sie eine Zigarettenschachtel zwischen die Zähne bekommen. Der Anfall dauert mehrere Minuten. Der Krankenwagen braucht nicht lange. Sie ist wieder auf den Beinen. Ihre Mitbewohner fordern, daß sie unbedingt ins Krankenhaus geht, denn dies hier war der weite Epi an einem Tag. Laura will nicht. Sie muß nach Hause. Keine kann sie zwingen. Sie geht.
Ein Meuselwitzer Heizer
Wolfgang Hilbig
der bedeutenste Meuselwitzer Schiftsteller
ist am Samstag, den 02.06. gestorben.
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Bahnhof (1968)
BMV
Mit ein wenig Blut zum Abendbrot wurde dieses Untier letztens als neuer Gast in der Vowi plaziert. Er schleckte das Blut, vollzog dannach seltsame Bewegungen und blieb schließlich als äußerer Punkt eines Rechteckes sitzen. Er entwarf so ein zweidimensionales geistiges Bild, was wir sofort als dreidimensionales Objekt deuteten. Hier wurde ein Archetypus gesetzt, der das Alkoholtrinken als eine Ursache allen Leidens enthront. Das Umschlagen einer neuen Quantität in eine neue bzw. höhere Qualität versöhnt. Körper, Geist, Sein und Bewußtsein können damit die Grundpfeiler einer neuen Philosophie einer neuen Existens werden:
Black
Metal
Vowi
Halejuja, Amen, Luzifer, Ommm, Setzen Genossen!
Siegestrunken
„Die Thekenkraft muß nicht geliebt, sondern gefürchtet werden!“
15,20 für drei Stunden
15,20 für drei Stunden psychologische, philosophische, moralische und therapeutische Beratung ist fast geschenkt. In der Vowi ist dieses Paket zu kaufen. Der Tresen macht es möglich, daß man sich -vor dem Wirt- im Seelenstriptease verrängt. Vor dem Tresen wird dann in die Alles Scheiße-Chor eingestimmt. Man betont, daß es kein Entrinnen gibt aus dem betrieblichen, wie aus dem privaten Alltag, den man allerdings vorgibt zu hassen. Vielleicht könnte die Liebe, dann aber bitteschön die perfekte Frau, einem weiterhelfen. Aber wie solle dies gehen – so als armer mittelstandsloser Man. Das Sytem kennt keine Außnahme und kein Bedauern. Entweder man funktioniert genauso wie es selbst oder man wird vom System fertig gemacht.
Der vowitherapeutsche Gegenüber war am Anfang noch Milde gestimmt und versuchte dennoch Mut zu machen. Schließlich nach drei Stunden predigte der Vowipeut:
Man hat immer eine Chance eigenverantwortlich zu handeln. Und wenn es nur das Wort Nein gegenüber dem vermeintlich so allmächtigen System ist. Man kann immer Gleichgesinnte finden. Organisationen, Vereine, Volkshochschulen, Parteien, Kirchengemeinden, Parks und vielleicht sogar Kneipen sind dafür ein guter Ort. Nur sollte man nicht betrunken sein. Udo Lindenberg hat diese nicht ungewöhnliche Situation aus Sicht eines jungen Rockers vor vielen Jahren so zusammengefaßt:
Ich bin Rocker, ich bin Rocker
meine Gang nennt sich „Lucifer Mob“
am Tage bin ich Schlosser
das ist ’n ziemlich mieser Job
aber abends hol‘ ich dann meiner Ofen aus dem Stall
in den Lederjackentaschen dicke Feuerwasserflaschen
und zwischen den Knien der Tank voll Benzin
Ich war früher viel allein
da war ich oft ganz schön down
dann stieg ich ein in den Verein
jetzt hab‘ ich viele Kumpels
und da gibts’s auch Wahnsinnsfrauen
die sitzen auf dem Sozius
und sagen: Alter, nun heiz mal schön!
Und dann geben sie mir ’n Kuß
bei Tempo 110
…
Der letzte praktische Rat war dann der, unseren Patienten zu empfehlen, wenn man schon nichts ändern kann wenigstens denen zu helfen, den es noch beschissener geht als ihm – in Afrika oder in der Altenpflegeanlage in Bockenheim.
Doppelkopfturnier
Das nächste Dokoturnier soll am 09. oder am 16.06. wirklich durchgezogen werden.
Gebt Bescheid ob Ihr dabei seit.
