Kategorie: Vowi

Alles, was mit der Vowi zu tun hat und manchmal gibt es auch keinen Zusammenhang

Alkohol von Ingeborg Bachmann

Trinken, was trinken,
ich trinke, trinke den Staub auf den Flimmer auf
ich trinke in mich hinein soviel Schilling
ich trinke meine Arbeit in mich hinein trinke
heraus, ich kann nur mehr trinken
mich aus allem heraus trinken, das säuft
den Geschmack weg aus allem, aus Staub aus
ich sags nicht weil keiner es sagt
warum es trinkt, sich zu Tod säuft,
ich bins ja ja nicht, es säuft sich
an ich sag nicht, weil keiner sagt
man soll mich nicht aufrütteln
mich zwingen zu sagen, es weiß ja jeder
warum es säuft, sich besäuft, sich
sich betäubt, es betäubt sich
Und was Liebe und Krätzen und Fortschritt
es weiß ja jeder und wer nicht säuft, weiß
auch, es weiß ja jeder, das sag ich nicht mehr,
weiß weiß weiß weiß weiß weiß
weiß weiß weiß
weiß
mehr sag ich nicht
als das jeder weiß

aus „Ich weiß keine bessere Welt“, München 2000, S. 195

Fast der blanke Busen

Nach so vielen Jahren Vowi gab es endlich wieder eine Premiere.
Eine Frau öffnete ein kiminoartiges Gewand und zeigte ihren Busen. Nicht nackt sondern umhüllt von ihrer weißen Unterwäche, der in Form eines Mieders dem staunenden Publikum präsentiert wurde. Nicht ohne stolz und gleich mehrmals wurden wir so über die Größe der Brust und die Weisheit des Mieders informiert.
Warum sich die Frau letztendlich entblößte, konnte sie auch auf Nachfrage nicht beantworten.

Der Tank ist voll

Die Pippi steht mir in den Augen!
Die Feststellung erfolgte nach drei großen Bieren, fünf kleinen Apfelweinen und vier Doppelkörnern.

Vowi-Feuilleton

An einer lauen Frühlingsnacht am Tresen.
Ein kurzes Gespräch über Literatur:
…ich lese eigentlich nicht!
Und was hast Du gelesen.
Die Bibel -ein wenig-, Kafkas Geschichte mit dem Krabbler und alle Donaldbücher!
Oh!

Wie treibe ich den Teufel aus, wenn ich selber der Belzebube bin

Stellt Euch vor ihr erlebt ein Schauspiel der besondern Art:
Der gefallenen Engel -rein äußerlich unauffällig nur seine Stimme schwingt anstrengend bis verzerrend im oberen Mittenbereich- erzählt ohne Emotionen und ohne Halt von Elefantendieben, Begräbnissen, Esstörrungen, Familienfehden, Odysseen usw.
An dessen Seiten sitzen die verständnisvollen Pfaffen, die alles wissen, für alles Verständnis haben, aber einfach zu viel Messwein getrunken haben und deshalb müde werden, lallen oder verbal über das Ziel hinausschießen.
Schließlich gibt es noch den Narr, der ebenso gerne redet und sei es ohne Sinn und Versand. Er ist eigentlich ohne Wertung, denn sein Geist hatte sich vor der Vowi -vor einiger Zeit- in sich nicht verdunsteten Alkohol aufgelößt. Eine medizinische Hilfe war erforderlich.

Der gefallenen Engel tontechnisch ein klassischer Staubsauger, aber inhaltlich ein dialektisch gewendeter Staubsauger düste los. Die Pfaffen ergötzten sich an ihren eigenen trunkenen Weißheiten. Nur der Narr verlor nicht den Boden unter den Füßen. Er lachte über soviel Armut in unserer Welt um Mitternacht in der Vowi.

Schön, daß es noch so etwas gibt -Auch die Vowi freut sich!

Einer der Chefs der Vowi,
die ja in Bielefeld sitzen und neben den Geschäftsbereichen
Bier und alkoholfreie Getränke (Radeberger > Binding > Vowi),
in Nahrungsmitteln (Dr. Oetker als Markenname),
Schifffahrt (hier verdient das kleine Familienunternehmen am meisten Geld),
Sekt, Wein und Spirituosen (Mumm, Deinhard, Henkell, Wodka Gorbatschow),
Versicherungen (Bankaus Lampe, Versicherung Condor)
und noch ein wenig Anderes (chemische Fabrik und ein paar Hotels)
ihr Geld verdienen, heiratet bald.
Er heißt mit Vornamen August und ist 63 Jahre alt. Seine Liebste ist auch nicht mehr die Jüngste mit ihren 30 Jahren und heißt Nina. Beide haben sich angeblich über ihre gemeinsame Vorliebe für Oldtimer kennen gelernt.
Ninas Vater und seine Tochter schaffen in dieser Branche.

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Zero

Zwei eher jüngere Gäste sich laut unterhaltend kommen in die Vowi.
Kannst Du die Musik lauter machen es ist so ruhig hier, wie auf einem Friedhof.
(Es läuft gerade das Album „Funeral“ von Arcade Fire.)
Nee. Ich habe doch gerade erst aufgemacht. Deshalb ist noch niemand da und damit so ruhig.
Ach – das letzte mal war ich hier mit einigen Schalkern, die hatten richtige Angst…Hah hah hah.
Vor wem denn?

Ich hätte gerne Cola Light.
Habe ich nicht.
Dann eben Cola Zero.
Habe ich auch nicht.
Hah hah. Also keine Imperialistenbrause?
Doch nur nicht kalorienreduziert. Vielleicht ein Wasser oder eine Apfelsaftschorle?
Ich muß noch überlegen. Vielleicht fahren wir doch noch mit dem Auto ins Ökohaus…
(u.a. Restaurant ungefähr 10 min zu Fuß weit in einem ökologisch errichteten Haus)
…und essen dort was.
Im Auto zum Ökohaus, um dort Cola Zero trinken – eine sehr ausgewogene Ökobilanz.
Hah hah… Ich bin schon zu den Golfkriegsdemos mit dem Auto gefahren…
Ich nicht.
Dann bezahl ich mal.
Letztendlich wird ein Wasser und ein Tonic getrunken.
2,50 bitte.
Man bezahlt mit einen 50,- Euroschein.
Schließlich will man auch noch das zweite Getränk bezahlen.

Ich habe schon beide Getränke berechnet –
oder hättest Du gedacht, dass ein Wasser hier 2,50 kostet
– vielleicht im Ökohaus!

Die Wohlgesinnten

In ein paar Tagen erscheint das Buch
Die Wohlgesinnten
von Jonathan Littell.
Aus der Perspektive eines SS-Mannes wird der Holocaust beschrieben.
In der FAZ kann man einen Vorabdruck des Romanes lesen. Des weiteren kann man sich diesen Vorabdruck auch auf einer Internetseite vorlesen lassen und dort sich von Experten die Meinung zu bestimmten Fragen sagen lassen. Natürlich kann man auch selber seinen Senf dazugeben.
Wie ich finde – sehr interessant – trotz des bedrückenden Themas.
FAZ-Seite zum Roman