Kategorie: Vowi

Alles, was mit der Vowi zu tun hat und manchmal gibt es auch keinen Zusammenhang

Petite Cuisine, 13.04.21

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Geschmorter Hähnchenschenkel, Lasagne und Cordon bleu sind Hits der Kleinen Küche. Sie werden von den Fans erwartet. In der Zubereitung kann man dabei nichts falsch machen, wenn man nichts grundlegend verändert.
Die Hähnchenschenkel sind vom Tegut nur ohne Biosiegel, was einfach zu teuer im Einkauf wäre. Ein Kompromiss dazwischen.
Jeder Schenkel wird mit Limettensaft, Salz und heute Garam Masala „eingeseift“, kurz in der Pfanne angebraten und im Ofen mit eingelegten Salzzitronen geschmort.
Die Kartoffeln kommen dienstags zu meist aus dem Rewe. Die Biokartoffeln schäle ich halb und halb. Sie werden geputzt, kurz gekocht und schließlich im Ofen mit Rosmarin geschmort, dabei lösche ich sie mit Weißwein ab. Salz und Pfeffer nicht zu vergessen.
Kohlrabi, Möhren und Steckrübe sind die Dauerbrenner unter dem Gemüse. Sie gibt es eigentlich immer, kosten wenig, sind einfach zu kochen und halten ein längeres Warmhalten, wie bei der Petite Cuisine, aus. Blumenkohl oder gar Broccoli machen es da einem schwerer. Wirsing und Fenchel essen nicht wirklich alle gerne. Porree wäre immer eine Alternative. Aber dann hört es langsam auf.
Deshalb gibt es die Hits. Manchmal ein klein wenig verändert.
„Aber da weiß man, was man hat!“

Petite Cuisine, 08.04.21

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Kaum vorstellbar, ich habe nichts weiter zu berichten. Nichts erlebt. Bei Briefwechseln, Mails und Gesprächen mit der Agentur für Arbeit, der Radeberger Gruppe oder dem Forstamt Wolfgang-Hanau ging es um Arbeitszeitkonten, Vertragslaufzeiten und Kilopreise.

Ganz anders verhielt es sich mit der Entourage der Künstlerin. Unweit der Kneipe, gleich und die Ecke im „Doktor Walnussbaum“ verfolgte die Entourage mit Abstand und Maske an den Schaufenstern der Galerie die Vernissage ihrer neuesten Werke. Es war nur nichts zu sehen. Anstatt eines künstlerischen Gegenstandes hingen USB-Sticks an den Wänden. Mittels eines QR-Codes auf den Schaufenstern konnte man sich über die Luca-App, die mittlerweile wirklich jeder hatte, verbinden lassen und erhielt Zugriff auf Bilddateien. Das erste Bild „Ausschankverlust“, beispielsweise, bestand aus Fotos von 1825 getrunkenen Bierflaschen (in fünf Jahren täglich eine), die sie montiert zu einer großen Datei präsentierte. Andere Dateien waren Videos von etwa 10 Sekunden. Gesponsert von der Eintracht zeigte diese die verfremdeten Gesichter einzelner Fans bei verunglückten Aktionen irgendwelcher Spieler des Vereins. Die Künstlerin nannte die Videos „Zweifel im Glauben“. An allen USB-Sticks stand Non-fungible Token. Die Entourage verstand nichts, war bedient. Dennoch wagte keiner ein Wort. Die Künstlerin lächelte.

Petite Cuisine, 06.04.21

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Die Gulschsuppe wird klassisch mit Bio-Suppenfleisch vom Gut Wingenfeld zubereitet: Fleisch scharf mit süßen Paprika anbraten; Zwiebeln, Knobi, Paprika-Gemüse extra anbraten und dünsten; Fleisch in Brühe schmoren bis es mit „Zunge“ zerteilt werden kann; alles mischen; mit Paprika, Majoran, Kümmel, Salz, Tomatenmark würzen; Beilage Kartoffeln oder Brot.
Die Tortilla (spanisch) besteht aus Ei, Kartoffeln und Zwiebeln, die von beiden Seiten angebacken werden.

Petite Cuisine im April:
Manches kann sich ändern!

01.04.
Ostertorte
Moussaka
Salat mit Gretzen

06.04.
Gulaschsuppe (Bio Gut Wingenfeld) 10,50
Spanische Tortilla (Kartoffel-Bioei-Zwiebel) 7,50
Kleiner Gemischter Salat mit Tortilla 10,00
Gemischter Salat u.a. mit Bioei, Bohnen und Oliven 7,50
08.04.
Cordon bleu (Bio Gut Wingenfeld) mit Bratkartoffeln, Gemüse und Soße 11,50
Bratkartoffeln, Gemüse und Soße 8,50
Gemischter Salat 5,50
Quarkkeulchen mit Apfelmus 5,50

13.04.
Geschmortes Hähnchen mit Rosmarin-Kartoffeln und Fenchel (Tegut) 11,00
Rosmarin-Kartoffeln und Möhren mit Soße 8,50
15.04.
Grüne Soße und Kartoffeln
mit Ei (Bio) 10,00
mit Schnitzel (Bio) 11,50

20.04.
„Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien!“ > Optionen
22.04.
Lasagne (Biohack) 11,00
Gemüselasagne 7,50

27.04.
Pellkartoffeln mit Quark 7,50
Pellkartoffeln mit Dips 7,50-9,50
Nudeln mit Pesti 8,50-10,50
29.04.
Nudelsalat 5,50
mit Hackbraten (Biohack) 9,00
mit Gemüsefrikadelle 8,00
Wirsing-Kuchen 7,50
Kleiner Gemischter Salat mit Wirsing-Kuchen 10,00
Gemischter Salat 5,50

Optionen:
Chili con Carne (Biohack) 9,50
Chili sin Carne 7,50
Leberkäse mit Spiegelei 7,00-10,00
Kartoffelsuppe 7,50
Nach Besuch eines Forstamtes: Wildfleisch, Wildwürste
Ländergerichte

Petite Cuisine, 01.04.21

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Ei verbibbsch nochema!
Da waren doch am Dienstag die Eier zur Grünen Soße nicht, wie von mir angegeben, aus „Ökologischer Erzeugung“, sondern aus „Bodenhaltung“. Kann ich selber nicht erklären. Hatte ich da Eier in einer falschen Verpackung erwischt? In Zukunft schaue ich genauer auf die Eier und nicht nur auf die Verpackung. Auf allen Eiern ist ein Stempel. Die Ziffer 0 gibt an, dass sie aus Ökologischer Erzeugung sind. Alle anderen Nummern sind „Aua“ und sollen nicht in der Vowi verwendet werden.

Damals als kleiner zukünftiger Gastronom in der Leipziger Tieflandsbucht, denn zu dieser Zeit gab es dort kein Bundesland Sachsen, sondern drei Bezirke, benannt nach den jeweils größten Städten, suchte ich bereits heute, am Gründonnerstag, nach den Ostereiern. Ich kann es nicht erklären, und ich kenne keinen im Rest der Welt, der es mir gleich getan hat. Wobei man im Netz schnell fündig wird, dass manchen Ortes bereits am Gründonnerstag, sogar – und dies sind dann keine Christenmenschen – karfreitags gesucht und gefunden wird.

Da mir religiöse Erfahrungen nur im Zusammenhang mit der Eintracht als meinem Luther, dem Kicker als Bibel, dem Waldstadion als Kirche und der ewigen Erbsünde stromaufwärts oder stromabwärts des Mains sinnhaft erschienen sind, hätte ich an jedem Tag des Jahres Ostereier gesucht, wenn meine Mutter sie versteckt hätte.

Deshalb wage ich heute eine vegetarische Ostertorte aus Ligurien, denn auch ich will mich nicht frei von Sünde sprechen. Die Torta pasqualina beseht eigentlich aus 33 Teigschichten nach den Lebensjahren Jesus Christi. Ganz so bibelfest bin ich nicht. Deshalb gibt es eine Art Ostertorte mit einigen Teigschichten (aus Weizenmehl), Spinat mit Ricotta und Eiern in der Mitte und wieder Teigschichten obendrauf. Sieht schön aus und schmeckt wie ein Gemüsekuchen.

Dann gibt es noch eine Moussaka. Ein Bio-Hackfleisch-Auberginen-Auflauf mit einer Schicht Kartoffeln. Es erinnert ein wenig an Lasagne. Nur nicht so tomatig. Auberginen sind in der Petite Cuisine, höchst selten.

Schließlich soll es wieder einen Buttermilchgetzen geben. Ihr erinnert Euch. Dies war eine Art geschmorter Kartoffelkuchen. Kartoffeln sind aus der Wetterau. Heute kommt er auf einem Salat.

Nächste Woche findet Ihr hier die Essenüberlegungen für April. Aprilscherz ist mir keiner eingefallen.

Petite Cuisine, 30.03.21

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Das Bio-Rindfleisch in der Linsensuppe ist vom Gut Fahrenbach.
Die Frikadellen sind aus Biohack vom Tegut.
Der Kartoffelsalat ist ohne Mayo.
Alle Eier sind Bio und vieles andere Zutaten, wie die Linsen, sind es ebenso.

Programmänderung: Am Gründonnerstag wird gekocht. Die Petite Cuisine findet, wie immer zwischen 17.00-20.00 statt.

Spielstraße in unserer Ecke

… Im Januar wurde ich angesprochen, was ich von der Idee einer Spielstraße in Bockenheim halte. Hier habe ich speziell über die Ecke, wo ich tätig bin geschrieben. Ganz nach meinem Dafürhalten gehe ich das Thema durch. Zum Schluß schlage ich zwei im Viertel bessere, wie gesagt nach meiner Meinung, Räume vor.

Ich finde die Idee einer Spielstraße an sich gut. Nur müssen bei dieser Entscheidung die Anwohner und durchlaufenden Menschen Richtung alter Uni oder Richtung Westbahnhof mitgenommen werden. Dazu steht, dass die Kinder sicher auf einigermaßen sauberen Straßen und Ecken herumtollen können. Ich habe Zweifel, ob an unserer Ecke dies alles unter einen Hut zu bringen ist.
Dies sind meine Realitäten:
In unserer Straßenecke gibt es viele Anwohner, die regelmäßig ein Auto nutzen oder auf dessen Beweglichkeit angewiesen sind. Ich spreche hier von den Frauen im Methaton-Haus. Zum Haus fahren mehrmals pro Woche Polizei, Feuerwehr oder Krankenwagen, wie ich als jahrzehntelanger Nachbar immer wieder erfahre.
In unserer Straßenecke gibt es behindertengerechte Wohnungen, die vor ihrem Haus eigene Parkplätze haben.
In unserer Straßenecke gibt es mir bekannte ältere Leute, die schlecht zu Fuß sind und ebenfalls auf ein Auto oder mindestens auf einen Fahrdienst angewiesen sind.
Ich finde in unserer Straßenecke, wenn ich 3x im Monat mit meinem Großeinkauf im Auto faktisch keinen Parkplatz. Zu viele Autos bzw. zu wenig Parkplätze.
In unserer Straßenecke gibt es bedingt durch das Frauenhaus, durch meine Kneipe und die diversen Kioske viele mit legalen und vielleicht auch mit illegalen Drogen sich beschäftigende Anwohner, Spaziergänger und Junkies. Manch einer pinkelt auch einfach an die Häuserwand. Das Kehren und Wegräumen von überquellendem Müll vor den Mülleimern ist mein tägliches Handwerk. Man kann sagen, die Straße lebt. Dabei kann es laut werden, es kann stinken, es kommt ebenso, glücklicherweise selten, zu Aggressionen.
Dies sind meine Wünsche:
Ich möchte, dass es leise, sauber und schön ist. Die Vermieter sind nett und verlangen bestenfalls die ortsübliche Vergleichsmiete. Tagsüber erschallt Kinderlachen, vielleicht das leise Säuseln eines E-Autos und natürlich kann das E-Bike im Hausflur stehenbleiben und verstellt keine Einfahrt.
Leider ist die Realität eine andere. Mit dieser anderen, oben geschilderten Realität bin ich seit 1997 intensiv beschäftigt. Sie auszuhalten und zu leben, füllt meine Arbeit. Eine Spielstraße hält unsere Ecke, aus verkehrstechnischer und etwas überspitzt formuliert, aus der sozialen Gemengelage nicht aus, würde ich behaupten. Dennoch ist es immer Wert, darüber zu reden. Unweit unserer Kreuzung finden sich, meiner Meinung nach, zwei bessere Orte, wo die Bedingungen einer Spielstraße erfüllt werden könnten.
Deshalb schlage ich vor, eine Spielstraße am Ende der Jordanstraße Richtung Westbahnhof nach dem Muster der Rotlintstraße im Nordend anzudenken. (Ich wohne unweit der Rotlintstraße und meine beiden Kinder gingen in den Schülerladen „Zwiebelfisch“ in der Rotlintstraße.) Die Rotlintstraße ist eine Sackgasse, was zur starken Senkung des Verkehrs und damit zur Sicherheit der spielenden Kinder verhilft. Eine anderer, besserer Ort als Spielplatz oder Spielstraße wäre ebenso unweit unserer Ecke bereits vorhanden: der Adorno-Platz. Hier ist Raum. Der Verkehr bewegt sich rundherum. Dort einen Teil einer umführenden Straße als Spielstraße zu markieren, erscheint mir praktikabler zu sein.
Ich bleibe gerne im Gespräch. Ziel muss es ein und dies als kategorischer Imperativ, einen Kompromiss zu finden. Nur so kann eine Spielstraße in Bockenheim erdacht und genauso im Bundestag ein Gesetz beschlossen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Drei Termine

Aktuell wollte ich die Landesregierung online auf deren Kontaktformular nach den Terminen einer Öffnung der Außenwirtschaft der Gastro befragen. Da gibt es aktuell drei Termine: zwei mit Datum und einen der alles offen lässt. Leider funktioniert deren Kontakformular online nicht, was blöd ist, aber ein wenig ins Bild passt. Deshalb steht er jetzt hier:

Hallo,
meine Name ist Karsten Maaß. Ich bin Pächter einer Kneipe mit Außenbewirtschaftung in Frankfurt.
Kann ich laut dem aktuellen Plan des Bundes und der Länder im 4. Öffnungsschritt, abhängig von der Inzidenz (50-100) in Hessen ab dem 22.03.21 meine Außenbewirtschaftung öffnen, wenn meine Gäste reserviert haben und Besitzer eines tagesaktuellen Schnell- oder Selbsttest sind, der bestätigt, dass sie nicht an Covid 19 erkrankt sind (FAZ, 05.03.21, S. 3)?
Leider geht diese Info zwar klar vom Bund und den Länder, aber nicht eindeutig vom Land, in dem Sie und ich leben, aus. Vielmehr konnte ich in der Tagespresse lesen, dass es in Hessen für die Öffnung zumindest der Außengastronomie keinen Termin genannt wird. Dies sei „…von den jeweiligen regionalen Umständen und einem gesicherten ‚Testregime‘ abhängig…“ gibt die Tagespresse die Hessische Landesregierung wieder (FAZ, 04.03.21, S. 33).
Meinen Sie damit, dass die vom Bund und von den Ländern (einschließlich dem Land Hessen) am 03.03.21 beschlossenen ersten 5 Öffnungsschritte doch nicht vom Land Hessen (im 4. Öffnungsschritt, der die Außenwirtschaft der Gastronomie betrifft), mitgetragen wird? Oder kann ich mich an die Aussage von unserem Ministerpräsidenten bei einem Auftritt in Fulda am 23.02.21 halten, der als Öffnung der Außenwirtschaft den 01.04.21 antrug.
https://www.hessenschau.de/politik/bouffier-kuendigt-lockerungen-fuer-handel-und-gastronomie-an,bouffier-corona-lockerungen-100.html

Gibt es einen Termin zur Öffnung der Außenwirtschaft der Gastronomie des Landes Hessen? Ist der 01.04.21 dieser Tag?
Oder gibt es den 22.03.21 als Termin innerhalb des 4. Öffnungsschritt im aktuellen Plan des Bundes und der Länder unter Einhaltung aller genannten Bedingungen?
Oder ist dies alles Makulatur, weil man eine Öffnung „…von den jeweiligen regionalen Umständen und einem gesicherten ‚Testregime‘ abhängig…“ machen will?
Es ist mir einfach nicht möglich, Ihre Aussagen einem Termin zuzuordnen. Vielmehr vertreten sie ihn einmal mit dem Bund, gleichzeitig verschiebt unser Ministerpräsident ihn und schließlich verneinen sie ihn ganz. Sie müssen sich schon entscheiden. Oder wollen sie sich lieber nicht entscheiden? Ich mache ihnen daraus keinen Vorwurf. Nur erklären Sie mir, sinnbildlich gesprochen, dass ich Geschenke bekommen werde an meinem Geburtstag. Allerdings weiß ich nur, dass ich irgendwann Geburtstag habe. Sie geben vor, es zu wissen, ein Geschenk in der Hand, den Tag immer wieder verschiebend.
Ich würde Ihnen im Umkehrschluss folgendes vorschlagen:
Um weitere Ansteckungen im Freien bei frühlingshaften Temperaturen zu verhindern, wäre eine Öffnung zumindest der Außenwirtschaft der Gastronomie unter den vom Bund und den Ländern vereinbarten Hygienebedingungen (Test und Reservierung) sinnvoll. Wenn es darüberhinaus noch eine von den Gesundheitsämtern akzeptierte Tracing-App, wie Luca, im Einsatz wäre, könnten Ansteckungen verhindert bzw. lokalisiert und damit eingedämmt werden.
Neben dem Effekt, dass ich wieder Geld verdienen kann und nicht Staatshilfen beantragen muss, die wiederum mittels Steuern bzw. aufgenommen Staatsschulden finanziert werden, meine Fixkosten begleiche, wären die Gäste einem sicheren monatelangen, nicht mehr erlebten Alltag näher, als einem Impftermin, der ja absehbar ist, aber genauso wenig terminiert ist wie die Öffnung der Außengastronomie .

Auch wenn meine Fragen etwas flapsig formuliert sind, fasse ich mich in Geduld mit dem größten Respekt vor Ihren schwierigen Entscheidungen.

Ich bin gespannt auf Ihre Antwort! Ihr Wirt aus Frankfurt, der nicht mit Ihnen tauschen würde.

Karsten Maaß
Kneipe „Volkswirtschaft“

🙊Sag – besser? – nichts!, 言わざ

🙊 Sag – besser? – nichts!, 言わざ
Peinmittel


M. hatte zwangsläufig alle möglichen Stufen und Facetten von Angst kennengelernt.
Weniger privat. Da gab es nicht mehr viel seit seiner letzten Trennung. Nur C. hin und wieder.
Daran gewöhnte er sich langsam. Und an den kleinen P. bei ihm im Haus. Mit seinen Eltern verstand er sich auf einer einfachen Ebene: Fußball, Wetter, Alltagstrott. Mit dem kleinen P. war es anders. Er wirkte wie ein Schmerzmittel. Er betäubte die vielen Hinweise, dass etwas fehlte mit seiner kindlichen Weise. Dagegen ließ die Betäubung abrupt nach, wenn er wieder allein mit sich und seinen Gedanken war. Eine schreckliche süße Sehnsucht nach Familie schlich sich ein. Mutter, Vater, Kind, wobei an seinen Vater, diesen Amselmann…
-Mach mir Bitte einen Mexicana!
-Möchte noch jemand einen?

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=TuZ7xZzGWpA&w=560&h=315]

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🙉 Hör – besser? – nicht zu!, 聞かざる

🙉 Hör – besser? – nicht zu!, 聞かざる
Tomra


Seit geraumer Zeit ließ sich die größte Nervensäge über Flaschenrücknahme-Automaten einer norwegischen Firma in Supermärkten aus. Er wisse genau, dass mittels besagter Geräte in Wirklichkeit Luft in Flaschen abgefüllt, geklaut würde, um sie nach China zu liefern, weil die dort so schlechte Luft haben. Deshalb würden die Chinesen hier, wenn sie in Europa sind, die gute Luft viel schneller einatmen, um sie uns wegzunehmen. Das sei ja nun wirklich bekannt.

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Tomra in Penny, Zeil

Fußnote:
Tomra ist ein norwegisches Unternehmen, welches u.a. Kartoffelsortiermaschinen und Leergut-Automaten herstellt. Diese stehen in vielen Supermärkten. Sie sind aktuell Teil einer neuen Verschwörungstheorie, da die Automaten weltweit zu finden sind und die Firma unspektakulär omnipräsent auftritt. Diese Automaten hätten im Inneren also weit mehr als zerdrückte Flaschen zu bieten. Der Vorwurf besteht in der oben geschilderten Episode. Dazu soll Tomra die Gesichter der vor dem Automaten Stehenden und Fingerabdrücke an den eingelegten Flaschen scannen, ordnen, auswerten und weiterverkaufen.
Und wozu sind die Kartoffelsortiermaschinen in Wirklichkeit da?

Rote Bete in der Leipziger Tieflandsbucht

秋の国民経済
Kaltes Gemüse
blattlos vom Baum geflüchtet
segelnd vor dem Wind
Shintarō Katsu, Die Kunst der trockenen Gartengestaltung im Klang der Shakuhachi

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In alten Zeiten war es kein Thema, auch gegen 02.45 Uhr in Dauerschleife den letzten Eintrachtsieg im TV in der Kneipe zu sehen. Es war noch so halbwegs offen.
Als gestern Nacht 02.45 Uhr unserer Zeit in den USA das erste TV-Duell zwischen Amtsinhaber und Herausforderer lief, war die Vowi schon lange zu. 
Die Zeiten haben sich geändert? 
Quatsch-Platsch!
Wir haben uns verändert?
Pitti-Platsch!

Spannen wir den Bogen der Geschichten:
Gestern gab es in der Vowi zur Petite Cuisine herbstliches Gemüse. Treffend wird diese Jahreszeit in dem oben zitierten japanischen Minigedicht festgehalten. Dabei ist der Augenblick flüchtig, dennoch fest in seiner Zeit.
Das illustrierende Foto ist unlängst bei Leipzig aufgenommen. Eine der renaturierten Nidda im Norden von Frankfurt entsprechende Landschaft ist zu sehen. Die Leipziger Tieflandsbucht ist jedoch karger. Vor vierzig Jahren sah es hier, wie in eine Mondlandschaft aus. Man siedelte um, grub metertiefe Löcher, der Kohle wegen im Tagebau. Dazugehörige Kohlekraftwerke in der Region machten es unmöglich, die Wäsche im Freien zu trocknen. Schwarz auf weiß. Der Staat brauchte die Kohle. Es sollte für dreißig Jahre reichen. Hat nicht gereicht. Die ganze DDR (als gesellschaftliches System) hat nichts erreicht und nichts verdient, außer einen Tritt auf den Haufen der Geschichte. Das viele, die ich kenne, daran beteiligt gewesen sind, zu treten und sich nicht, dem damals geläufigen Motto, dass man ja eh nichts ändern kann, mutlos gleichstellten, macht mich „…zufrieden, ruhig und glücklich!“. 

Eine anschauliche DDR-Doku von 1980 über Umsiedlung durch den Braunkohleabbau  im Süden von Leipzig, schön im sächsischen Dialekt, die manchmal ihre Längen hat, findet Ihr hier:
https://www.youtube.com/watch?v=bRy9BEDEnqQ
In guten Momenten wird die ostdeutsche Borniertheit gepaart mit Bräsigkeit und im Gegensatz dazu der Eigensinn der Menschen gezeigt. Die Allmacht des Staates, seine Willkür und seine sich hinter den allgemeinen Wahrheiten versteckenden ausführenden Organe sind mir eine immerkehrende Mahnung, nie so zu werden wie die.

Quatsch-Platsch, Pittiplatsch, sowie die Textzeile „…zufrieden, ruhig und glücklich!“ ist in der DDR Aufgewachsenen geläufig. Der Rest kann fragen.