Noch bis zum Sonntag kann man in Berlin,
welches in meinen Augen immer eine Reise wert ist,
im Martin-Gropius-Bau Fotografien von
H a n n e l o r e K o e l b l
beschauen und an einigen vielleicht in aller Schnelle vorbei gehen, aber an anderen wiederum stehen bleiben und staunen.
Ich würde hier mit offenem Mund vor den Portraits Angela Merkels verharren. Es gibt diese Fotos auch von Joschka Fischer (mal war er fett, dann wieder dünn, und dann bedeutsam) und Gerhard Schröder (die Falten bei ihm in späteren Jahren hätte kein Bildhauer besser hinbekommen). Sie sind eher nichtssagend. Die Portraits dagegen von unserer aller Angie zeigen sie in so vielen
trögen, langweiligen, verstaubten, altjungerfernhaften, lachhaften und nachgemachten (Maggie Thatcher-Verschnitt) Bildern, dass die Person, die uns jetzt im fünften Jahr als Kanzlerin vertritt, immer weniger greifbar wird.
Schließlich fehlt noch ihre Stimme, die mich als sächsischen Ossi sofort an Tonfall und Aussprache bestimmter DDR-Filme (DEFA und in Synchronisation zumeist tschechischer und sowjetischer Filme) erinnert: der leicht berlinernde Einschlag, die zu ordentliche Aussprache und der in einer Höhe scheinbar festsitzende Ton der Sprechmelodie, die so ganz ohne Emotion oder mit gänzlich übertriebener Emotion vom Kinder-Sprecher-Ensemble Berlin vorgetragen wurde.
Wie kann ihre Macht so im Gegensatz zu ihrem Äußeren, ihrem Habitus und ihrer Sprache stehen?
Was für eine Frau!
Vor 20 Jahren gab es noch keine Vowi in Frankfurt, sondern nur die Körnerquelle in Leipzig. Dazu vielleicht später mehr.
Die Deutsche Welle hat die Mauer wie in einem Videospiel animieren lassen. Hier ist ein Ausschnitt vom youtube-Kanal der DW. Ein DVD gibt es auch davon.
Ich (euer Zapfer) wurde übrigens zu Ende der Achtziger in Berlin -Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik- in einer wie im Film dargestellten Sackgasse, die an der Mauer endete, festgenommen.
Ich war (wirklich) durch Zufall dahin geraten.
Ich wollte mich mit einem Mädchen treffen, die unweit der Grenze wohnte.
Ich sah aber ähnlich gefährlich aus wie heute: im Osten nannte man so was mich “Blueser”: lange Haare, leicht schlampige Klamotten.
Erst ein Telefongespräch meiner Mutter mit den Genossen der Stasi (nehme ich mal an) beendete meinen Aufenthalt (möglicherweise in der Normannenstraße) und beeinflusste sicher auch meine berufliche und persönliche Zukunft in der DDR.
Auch sehr interessant ist die Seite:
Wir waren so frei
Hier findet man private Fotos, Dokumente und Videos aus der Zeit von 1989/90.
Allerdings habe ich damals meine Freiheit bereits in Frankfurt in der Lange Straße im Kolpinghaus genossen. Meine damalige Freundin und jetzige Frau war entsetzt, als sie mich wenige Tage nach meiner Flucht und dem Mauerfall besuchte:
die Billigpuffs der Breiten Gasse, die Häßlichkeit des Stadtviertels und der gemeinsame Besuch des Bergerkinos, wo wir den Spielfilm zu “The Wall” von Pink Floyd sahen, machte zumindestens meiner Freundin den Westen nicht symphatischer.
Mann kann überall eine aufs Maul kriegen in Frankfurt-Bockenheim zum Beispiel, weil man zwischen zwei stark angetrunkenen, sich prügelnden jungen Leuten vermittelt,
weil man Anfang der Neunziger im Leipziger Osten nicht auf das hinterherfahrende Auto geachtet hat und daraus plötzlich glatzköpfige Menschen aussteigen und um sich treten…
Wenn man sich aber in Leipzig ein Auswärtsspiel (in Brandis – ein kleines Nest neben Leipzig) in der Bezirksklasse Staffel 2 der Herren von Roter Stern Leipzig ansehen will, dann kann es passieren, dass während des Spieles 50 mit Latten und Steinen Bewaffnete auf das Spielfeld kommen und du als Fan oder Freund eines Spielers froh sein musst, nicht lebensgefährlich verletzt zu werden.
Polizisten waren zu wenig da, um wirklich einzugreifen. Schließlich haben die mitgereisten Roter Stern-Fans die Angreifer verjagt bis Verstärkung der Polizei eintraf. Die Angreifer sind (ohne Festnahmen) davon gekommen.
Und wieder waren viele beim Frankfurt-Marathon aus der Vowi dabei.
Sogar Mike, unser Exkollege, der jetzt in Paris wohnt, gab sich die Ehre.
Am schlimmsten erwischte es Andi (Radkurier), der nach schweren Schmerzen im linken Knie etwa bei Kilometer 30 abbrechen musste. Wir hoffen, dass es nichts Schlimmes ist. Gute Besserung!
Knut, das Hefeweizen-Tier, hat den Marathon in ein wenig mehr als 3 Stunden beendet. Leider gibt die Ergebnisseite über ihn nur ungenügend Auskunft.
Benny erreichte das Ziel in 3:22 h. Eine ebenso gute Zeit, wie Mike (Mike-Man), der 3:50 h schaffte.
Karsten mußte ein paar Federn lassen, wirkte aber nicht unzufrieden (Bandscheibenvorfall vor einem Jahr) mit seinen 4:10 h.
Aus dem Handgelenk nachts am Tresen solche Daten wiedergeben…”Merkst Du was!”
Der Schlagzeuger der Band Monkey Suite -Tommy- ist langjähriger Gast der Vowi. Deshalb mal hier ein wenig Reklame für seine Band:
“Monkey Suite ist eine neue Punk´n´Roll-Band von durchweg ganz alten Hasen aus Frankfurt am Main. Zum Aufbau des fast ausnahmslos eigenen Programms hat die Band eine ganze Weile gebraucht; das aktuelle Line-Up existiert jetzt ca. ein Jahr. Das Konzert in Aschaffenburg ist ein Live-Wiedersehen mit einer Frau und drei Herren, die teilweise schon Ende der 70er ihre weit verzweigten Wege auf hiesige Bühnen fanden……………..und fortsetzen!”
Konzert am Sa.10.10.2009 in Aschaffenburg, Jukuz. ab ca.21.30Uhr