26. Oktober 2008  Bewegungen 3 Responses »

Alle schafften ihn zu meistern sogar in verbesserten Zeiten. Nur Benny habe ich nicht in den Ergebnislisten gefunden, da ich seinen Nachname nicht weiß. Gib’ mal Bescheid Benny!
Andi (mit 1 Promille Restalk im Blut), Sascha (mit Blasen) und Karsten (ohne Mütze) sind angekommen. Knut war am schnellsten in 3 1/2 Stunden. Die anderen waren eine halbe Stunde bzw. eine Stunde langsamer, als Knut Hefeweizen.

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Okt 262008
 
 26. Oktober 2008  Vowi No Responses »

Vor Jahren hatte Fopper eine mehrere Meter hohe Leiter für die Vowi gekauft. Damit sollte die kaputten Birnen der Außenbeleuchtung (momentan wegen der Zeitschaltuhr futsch) ausgetauscht werden. Seitdem die Vowi in mehreren Farben per Sparlampe von außen leuchtet, kommt ein Austausch in den nächsten Jahren wahrscheinlich überhaupt nicht mehr vor. Dennoch hat die Leiter eine enorme Bedeutung für das Frauenhaus unweit unserer Kneipe. Dort werden scheinbar wöchentlich Haustürschlüssel verloren, fallen Wohnungstüren zu, ohne dass ein Ersatzschlüssel vorhanden ist oder schwarze nimmersatte Kater (“Gehört die Katze zur Kneipe?” – “Nein!”) sperren sich selber aus.
Letztens wurde wieder die Bitte nach der Leiter von einer kleinen schlanken Frau aus der Nachbarschaft vorgetragen. Mit leicht angesäuerter Miene wurde die Leiter herausgegeben. Allerdings machte der Frau das Entsperren der einzelnen Leiterteile Probleme. So mußte ein Vowianer ran. Ihm wurde, als er die Zielhöhe (5-6 m) sah, mulmig, denn wenn die kleine Frau von da oben runterfallen sollte auf das historische Pflaster von Bockenheim, dann gäbe es viel Blut und Tränen und möglicherweise ein paar Probleme für den Leiteraufsteller = die Vowi. Daraufhin angesprochen beruhigte die Frau den Vowianer:
“Ich war wegen Fassadenkletterns plus Folgedelikten zwei Jahre im Knast. Wenn ich eins kann, dann ist es da oben raufzukommen.”
Mit sicheren Schritt kletterte sie die Leiter hoch und hielt sich dabei am Regenrinnenabfluss fest. Sie stellte sich auf den Fensterabsatz, winkelte ihre Beine auf 90° an und stieg in das geöffnete Oberlicht ein. Ich könnte nicht anders, als ihr vor dieser Leistung meinen Respekt entgegenbringen .

Okt 262008
 
 26. Oktober 2008  Bewegungen No Responses »

Laut zweier Leipziger Soziologen, die sich mit dem Elfmeterschießen spieltheoretisch auseinandergesetzt haben, gleicht es dem Kinderspiel “Schere, Stein, Papier”: Es ist ein Nullnummernspiel mit vollständigen Informationen und simultanen Zügen. Es liegt keine eindeutige Gewinnstrategie vor. Am besten ist es, wenn die Spieler ihre Entscheidungen wechseln. Aber wann und wie?
Am sichersten ist der Elfmeter rechts bzw. links oben. Allerdings ist dies riskant, da er an die Latte gehen kann oder sogar am Tor vorbei. Der Schütze selbst sieht nur in den seltensten Fällen, wohin der Torwart springt. Er muß sich vorher entscheiden. Genauso wichtig ist es für den Torwart, dass er vor dem Schuss springt, denn nur so hat er eine Viertelsekunde mehr Zeit und ist überhaupt in der Lage, einen Ball zu halten. Der Tormann kann wiederum vom Schussbein des Schützen schließen, wohn der Ball geschossen wird, da der Ball vom Schussbein ausgeschossen in die andere Richtung fliegt.
Die Soziologen kommen zum Schluss, dass es durchaus eine Rationalität der Entscheidungen gibt, die unabhängig vom Schussfuß, vom psychischen Druck durch Heimspiele, knappen Spielständen u.a. sind. Allerdings gilt dies nur für die Summe aller statistisch hernagezogenen Elfmeter der Studie. Im Einzelfall findet man immer wieder nicht rationale Entscheidungen. Zum Beispiel sprang Claus Reitmaier bei vierzig Strafstößen neunundzwanzig mal nach links.

(aus FAS vom 27.04.08, S. 74)

Okt 122008
 
 12. Oktober 2008  Vowi No Responses »

Gottfried Benn

Der Herr drüben bestellt sich noch ein Bier,
das ist mir angenehm, dann brauche ich mir keinen Vorwurf zu machen
daß ich auch gelegentlich einen zische.
Man denkt immer gleich, man ist süchtig,
in einer amerikanischen Zeitschrift las ich sogar,
jede Zigarette verkürze das Leben um sechsunddreißig Minuten,
das glaube ich nicht, vermutlich steht die Coca-Cola- Industrie
oder eine Kaugummifabrik hinter dem Artikel.

Ein normales Leben, ein normaler Tod
das ist auch nichts. Auch ein normales Leben
führt zu einem kranken Tod. Überhaupt hat der Tod
mit Gesundheit und Krankheit nichts zu tun,
er bedient sich ihrer zu seinem Zwecke.

Wie meinen Sie das: der Tod hat mit Krankheit nichts zu tun?
Ich meine das so: viele erkranken, ohne zu sterben,
also liegt hier noch etwas anderes vor,
ein Fragwürdigkeitsfragment,
ein Unsicherheitsfaktor,
er ist nicht klar umrissen,
hat auch keine Hippe,
beobachtet, sieht um die Ecke, hält sich sogar zurück
und ist musikalisch in einer anderen Melodie.

aus Gottfried Benn, Gedichte, Frankfurt am Main 2006