Feb 282008
 
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Sitzplatz-Konzert mit lebendigen Songs

Neil Young in Wien - in Berlin sah er auch so aus

Neil Youngs leider einziges Deutschland-Konzert der Europatour ’08 fand im ICC-Kongresszentrum in (West-)Berlin statt. Ein riesiger, hässlicher 80er(?)-Jahre-Bau im Ambiente einer mal schick gewesenen U-Bahn-Station mit Teppich-Auslegware.
Noch ein Wort zu den Sitzplätzen: Schon schlimm genug, dass man sich nicht vorne an die Bühne stellen darf, sondern gemäß Sitzplatz-Lageplan Tickets der verschiedenen Kategorien zwischen 71 und 117(!) Euro kaufen muss. Ein Ticket der Reihe 1 war dann aber ein Ticket der Reihe 15 oder 20, weil man vor die eigentlichen Sitzreihen noch ein paar Dutzend „Orchestersessel“ (ebay-Preis eines dieser Plätze: 406 Euro) gestellt hat.
Eingezwängt zwischen Alt-Fans (ein Fan, der meistens nicht viel jünger als Neil Young ist und Neil Youngs Musik gerne ganz jung – die „Klassiker“ – hören möchte, wegen der Erinnerungen? Kennt er die neuen CDs?) warte ich auf den Beginn des Konzerts und höre hinter mir einen Landsmann Neils Gitarren zählen mit dem Ergebnis: „Gugge ma, sieme sinns (Kuck’ mal, sieben sind’s)“.
Die Bühne ist teilweise bunt geschmückt mit Buchstabenkunst, der Flügel ist bunt angemalt. Im Lauf des Abends wird auch Neil Youngs Anzug bunt bemalt sein.
Nach der Vorgruppe (angenehme Singer-Songwriter-Lieder mit der sehr schönen Stimme von Pegi Young) kommt das einstündige Acoustic-Set. Mein Nachbar singt mit … brumm. Zum Glück ist die Anlage ziemlich laut und der Sound gut! Der Alt-Fan neben mir wundert sich, dass er nicht alle Songs kennt. Die Songs sind wie immer, wie alles, was ich live von Neil Young höre, von einer großen Intensität. Manche Lieder hören sich so an, als ob er sie zum ersten Mal spielt. Bei den Teilen mit den höheren Stimmlagen baut sich eine Spannung auf, die sich, wie ich finde, am besten bei den Liedern, die er nur mit der Gitarre begleitet, am besten zeigt.
Auf der Bühne steht ein Maler mit Hut auf dem Kopf, der es schafft, zwei Stunden lang eine Flugente (Acoustic-Set: schwimmende Ente, Electric-Set: Es folgen die Flügel.) zu malen. Auf der Suche nach dem nächsten Song geht Neil an ihm vorbei und schaut ihm über die Schulter.
Nach der Pause beginnt das Electric-Set mit „Mr. Soul“ und ich denke, jetzt geht’s richtig los! Ich hatte schon befürchtet, dass ich noch schunkeln muss, es wird auch öfter mal im Rhythmus geklatscht. Spätestens bei „Hey Hey, My My“ (zwar nicht mein Lieblingslied) muss ich ein bisschen Enthusiasmus zeigen – old men, erhebt euch!
Die Höhepunkte sind: „Down By The River“, „No Hidden Path“ (von der neuen CD „Chrome Dreams II“ und zuletzt „Rockin’ In The Free World“.
Alle Mitmusiker des Abends sind langjährige Weggefährten von Neil Young und haben eine wichtige Rolle in seinem Gesamtmusikwerk gespielt. Sowas wie eine Musiker-Familie; sie stehen bei den legendären Gitarrensound-Soli, die einen Song gut 20 Minuten lang werden lassen können, sehr eng beisammen.
Neil Young zeigt eine unglaubliche Stetigkeit, die ehrlich und unprätenziös erscheint. Er hat es nicht nötig, seine Musik zu konservieren, er muss nicht auferstehen, er macht ja auch keine Abschiedstouren – der Song lebt!! Vielleicht ist es das, was Neil Young mit „It’s all one Song!“ meint.
Vor Ort war exklusiv für die Vowi Pocahontas.

Feb 122008
 
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türkisch:

japanisch:

original
(allerdings in 1975-Version mit Tommy Bolin an der Gitarre, Glenn Hughes am Bass und 2. Gesang und David Coverdale am 1. Mikro):

Feb 122008
 

Zwei eher jüngere Gäste sich laut unterhaltend kommen in die Vowi.
Kannst Du die Musik lauter machen es ist so ruhig hier, wie auf einem Friedhof.
(Es läuft gerade das Album “Funeral” von Arcade Fire.)
Nee. Ich habe doch gerade erst aufgemacht. Deshalb ist noch niemand da und damit so ruhig.
Ach – das letzte mal war ich hier mit einigen Schalkern, die hatten richtige Angst…Hah hah hah.
Vor wem denn?

Ich hätte gerne Cola Light.
Habe ich nicht.
Dann eben Cola Zero.
Habe ich auch nicht.
Hah hah. Also keine Imperialistenbrause?
Doch nur nicht kalorienreduziert. Vielleicht ein Wasser oder eine Apfelsaftschorle?
Ich muß noch überlegen. Vielleicht fahren wir doch noch mit dem Auto ins Ökohaus…
(u.a. Restaurant ungefähr 10 min zu Fuß weit in einem ökologisch errichteten Haus)
…und essen dort was.
Im Auto zum Ökohaus, um dort Cola Zero trinken – eine sehr ausgewogene Ökobilanz.
Hah hah… Ich bin schon zu den Golfkriegsdemos mit dem Auto gefahren…
Ich nicht.
Dann bezahl ich mal.
Letztendlich wird ein Wasser und ein Tonic getrunken.
2,50 bitte.
Man bezahlt mit einen 50,- Euroschein.
Schließlich will man auch noch das zweite Getränk bezahlen.

Ich habe schon beide Getränke berechnet –
oder hättest Du gedacht, dass ein Wasser hier 2,50 kostet
- vielleicht im Ökohaus!

Feb 122008
 

In ein paar Tagen erscheint das Buch
Die Wohlgesinnten
von Jonathan Littell.
Aus der Perspektive eines SS-Mannes wird der Holocaust beschrieben.
In der FAZ kann man einen Vorabdruck des Romanes lesen. Des weiteren kann man sich diesen Vorabdruck auch auf einer Internetseite vorlesen lassen und dort sich von Experten die Meinung zu bestimmten Fragen sagen lassen. Natürlich kann man auch selber seinen Senf dazugeben.
Wie ich finde – sehr interessant – trotz des bedrückenden Themas.
FAZ-Seite zum Roman